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Was sind potentiell unerwünschte Programme (PUPs)?

Gepostet am 25.06.2018;

Ein potentiell unerwünschtes Programm (PUP) ist genau das, was der Name andeutet: ein Programm, das auf Ihrem System unerwünscht sein kann. PUPs sind insofern einer Malware ähnlich, dass Sie nach dem Download und der Installation für Schwierigkeiten sorgen können. Der wohl einzige Unterschied ist, dass dies im Falle von PUPs mit Ihrer Zustimmung geschieht.

Die Bezeichnung PUP wurde geprägt, um eine spezielle Art von Adware oder Crapware (engl.: crap = Müll, Unsinn) von anderweitig schädlicher Software zu unterscheiden. Auch wenn PUPs nicht als bösartig oder schädlich gelten, ist deren Zweck fraglich, denn Sie verbrauchen oft große Mengen an Systemressourcen und sind damit häufig ein Grund für ein immer langsamer werdendes Betriebssystem. Sie erstellen neue Symbolleisten für Webseiten in Ihrem Browser, ändern ohne Bewandtnis die eingestellte Suchmaschine oder informieren Sie über das Wetter von Irgendwo. Einzelne Programme sind dabei so aggressiv, dass Sie Ihren PC absichtlich verlangsamen, um Ihnen dann Programme zur Optimierung und Beschleunigung des Systems zu verkaufen.

PUPs als Symbolleisten im Internetbrowser.

Es ist für Software-Entwickler möglich Geld zu verdienen, indem Sie Software "kostenlos" anbieten und dafür Symbolleisten installieren. Einige Hersteller von Freeware erhalten bis zu zwei USD pro installierter Symbolleiste. Viele Freeware-Programme gibt es einfach deshalb, weil mit Ihnen Geld zu verdienen ist, ohne dass der Anwender daraus einen großen Nutzen ziehen kann.

Dieses System ist sogar rechtens, da die meisten PUP mit einer Lizenzvereinbarung kommen. Im Rahmen von Programminstallationen werden Ihnen diese untergejubelt, wenn Sie sich durch viele Meldungen klicken. Auf diese Weise stimmen Sie der Installation und Nutzung einer potentiell unerwünschten Software aktiv zu. Hersteller solcher Anwendungen bauen darauf, dass der Anwender rasch auf "Weiter" klickt, um die Installation schnellstmöglich abzuschließen. So wird rasch der Endbenutzerlizenzvereinbarung (EULA) zugestimmt und die Software landet rechtlich einwandfrei auf Ihrem PC. Nun installieren die wenigsten Anwender also ein PUP bewusst oder absichtlich. Oft kommen solche Anwendungen im Paket mit Produkten großer Firmen. Installieren Sie beispielsweise den Adobe Acrobat Reader DC, erhalten Sie im Paket automatisch Yahoo als Toolbar für den Browser. Installieren Sie Skype, können Sie Bing zur Standardsuchmaschine und MSN zu Ihrer Startseite machen. Und mit den für viele kostenlose Onlinespiele relevanten Laufzeitumgebungen Java oder Flash erhalten Sie die Ask Symbolleiste inklusive Suchanbieter, neuer Startseite und anderen "Goodies".

Eine weitere Möglichkeit solche Programme auf Ihren Rechner zu bekommen, sind große Download-Portale. Zwar werben diese Anbieter mit "sauberen und sicheren Downloads", doch gilt es die Server zu finanzieren. Dies geschieht mit Werbung auf den Seiten, darüber hinaus wird ein großer Prozentsatz der Downloads in diesen Portalen mit PUPs und Symbolleisten ausgeliefert.

Software-Anbieter werden von PUP-Entwicklern für jede Installation bezahlt. Auf diese Weise verdienen Unternehmen wie Adobe, Microsoft zusätzliches Geld durch die Bereitstellung kostenloser Software. Download-Portale erhalten ebenfalls für jedes installierte PUP Geld, dass über ein Service-Programm ("Downloader") installiert wird. Die Anbieter der an sich kostenlosen Programme sind hierbei nicht involviert.

Leider ist dies nur der Anfang: neue Entwicklungen zeigen PUPs, die sogenannte Rootkits verwenden und somit Code in fremden Dateien verstecken, um sich vor dem Nutzer und anderen Anwendungen zu verbergen. Hier verwischt die Grenze zwischen unerwünschten Anwendungen und aktiver Schadsoftware.

Ein neu entdecktes PUP namens "Faster Internet" erstellt sogar einen eindeutigen Fingerabdruck Ihres Computers und sendet diesen mit Screenshots Ihres Monitors und Angaben über Ihre IP Adresse an die Server des Entwicklers. Diese Maßnahmen sind sonst nur von Spyware bekannt und stellen eine Verletzung Ihrer Privatsphäre dar.

Andere Anwendungen vermelden vermeintliche Virusinfektionen oder schwerwiegende Probleme auf Ihrem Computer und versuchen, Sie damit zu verleiten, eine Tuning- oder Bereinigungssoftware zu erwerben oder eine vermeintliche Support-Hotline anzurufen. Dies alles dient dem Verkauf überteuerter und meist funktionsarmer Anwendungen.

Beispiel zur manuellen Entfernung eines PUP (PDF-Datei)


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