BAföG & Steuer – Was du schon immer wissen wolltest

30. Juli 2019

Du planst deine Zeit an der Alma Mater oder bist sogar schon Student oder Azubi? Und die Finanzierung steht auch? Wenn nicht, wäre vielleicht BAföG eine Option. Die monatliche Förderung beträgt übrigens im Schnitt 487 Euro (2017)* – das hört sich nicht übel an. Und das Gute ist: Ab 1. August gibt’s noch mehr Geld! Und was es für deine Steuer bedeutet – sagen wir dir hier.

BAföG reloaded – mehr Geld ab 2019

Der Sommer läuft noch auf Hochtouren, aber schon bald beginnt für viele die Ersti-Woche. Und pünktlich zum Studien- bzw. Ausbildungsanfang kommt auch das BAföG-Update: Ab Schuljahr 2019 bzw. Wintersemester 2019/2020 wird der Höchstsatz von derzeit 735 Euro monatlich auf 861 Euro im Jahr 2020 angehoben. Insgesamt steigt die Förderung in zwei Schritten um sieben Prozent.

Zudem gibt es höhere Freibeträge für das Einkommen der Eltern, die für deinen BAföG-Bezug entscheidend sind. Dir steht also insgesamt mehr Geld zur Verfügung als bisher.

BAföG – kommt das in die Steuererklärung?

Das Wichtigste vorweg: Die BAföG-Zahlungen sind komplett steuerfrei! Die Förderung bekommst du, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten – also um dir Miete & Co. während deiner Ausbildung oder Studium leisten zu können. Zwar bekommst du das Geld anstelle eines Gehalts, aber es handelt sich um einen Kredit, der später teilweise zurückgezahlt wird. Daher ist es kein steuerpflichtiges Einkommen, die Zahlungen musst du also nicht in deiner Steuererklärung angeben.

Und was ist mit dem Aufstiegs-BAföG?

Das Aufstiegs-BAföG, auch Meister-BAföG genannt, ist eine Förderung für berufliche Aufstiegsfortbildungen – Meister oder Fachwirt zum Beispiel. Es setzt sich zusammen aus

40 Prozent Zuschuss vom Staat und 60 Prozent Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch hier gilt: Zahlungen sind keine Einnahmen und daher in voller Höhe steuerfrei. In deiner Steuererklärung musst du diese nicht als Einnahmen angeben.

Nice to know

Auch wenn du mit BAföG deinen Lebensunterhalt finanzierst, gehören die Zahlungen nicht zu den Lohnersatzleistungen. Und deshalb unterliegen sie auch nicht dem Progressionsvorbehalt. Heißt: BAföG-Zahlungen erhöhen nicht deinen Steuersatz auf das übrige Einkommen.

Hallo zurück, Geld – BAföG-Rückzahlung absetzen

Nachdem du dein Studium oder Ausbildung absolviert hast, gibt es erstmal eine Verschnaufpause, bevor es an die Rückzahlung des Darlehens geht. Spätestens dann stellt sich aber die Frage, ob du diese auch steuerlich abziehen kannst. Leider ist die Antwort hierauf ein klares Nein. Die Förderung durch BAföG erhältst du als zinslosen Kredit, deshalb kannst du die Rückzahlungen nicht steuerlich geltend machen.

Zinsen absetzen – das geht!

Was du in deiner Steuererklärung ansetzen darfst, sind ausschließlich die Kreditzinsen bei Studienkrediten. Das gilt allerdings nicht für reine Tilgungsraten. Das heißt für dich aber auch: Bist du bei deinen Rückzahlungen in Verzug geraten und dir wurde deshalb Rückstandszinsen berechnet, darfst du diese in deiner Steuererklärung ansetzen!

Ähnlich ist es auch, wenn du für die BAföG-Rückzahlung ein Darlehen aufnehmen musstest. Dann sollten die Zinsen dafür unbedingt in die Steuererklärung.

Je nachdem, ob du die BAföG-Förderung während deiner Erst- oder der Zweitausbildung erhalten hast, musst du die Zinsen in der Steuererklärung unterschiedlich behandeln:

  • als Werbungskosten in der Erstausbildung bzw.
  • als Sonderausgaben in der Zweitausbildung.

PS: Was es damit auf sich hat und welche Kosten fürs Studium du noch von der Steuer absetzen kannst, erfährst du hier.

Wer das Meister-BAföG erhalten hat, muss bei der Rückzahlung des KfW-Darlehens zwischen dem Zins- und Tilgungsanteil unterscheiden. Den Zinsanteil kannst du steuerlich als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit geltend machen. Und wenn du dich direkt nach deiner Aufstiegsfortbildung selbstständig gemacht hast, ziehst du den Zinsanteil als Betriebsausgabe ab.

*Wenn du es genauer wissen willst, geht’s hier weiter.

Hol dir ilovetax auf dein Smartphone!

Überlass dein Geld nicht dem Finanzamt! Denn es ist deine Kohle. Worauf wartest du noch? Probier’s einfach aus!
Ok Hand
Suchst du was Bestimmtes?

Schlagwörter

2019-07-30T09:14:27+01:00