Behindertenpauschbetrag – so kannst du die Pauschale nutzen

12. Februar 2020

Was ist der Pauschbetrag?

Durch eine Behinderung können oft hohe zusätzliche Kosten entstehen. Diese kann man auch bei der Steuer ansetzen, muss jedoch alle Kosten unter Umständen nachweisen. Als Vereinfachung gibt es jedoch den Behindertenpauschbetrag. Diesen gibt es ausdrücklich für einen höheren Wäschebedarf, für Hilfe im täglichen Leben und die Pflege. Wählt man den Pauschbetrag, muss man keine einzelnen Kosten nachweisen. Durch diesen Betrag sinkt deine Steuer.

Voraussetzungen für den Pauschbetrag

Um den Pauschbetrag ansetzen zu können, müssen einige Kriterien erfüllt sein. So muss ein Arzt bescheinigen, dass bei dir oder deinem Kind ein bestimmter Grad der Behinderung vorliegt. Liegt der Grad bei mindestens 50, kannst du den Pauschbetrag ohne weitere Einschränkungen nutzen. Liegt er darunter, müssen noch einige Punkte berücksichtigt werden. Eine Voraussetzung ist z.B., dass die Behinderung durch eine typische Berufskrankheit ausgelöst wurde oder eine Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung gezahlt wird.

Höhe

Die Höhe des Betrages, den du von deiner Steuer absetzen kannst, hängt von dem Grad der Behinderung deines Kindes ab. Die Spanne liegt hier zwischen mindestens 310 Euro und höchstens 1.420 Euro. In der folgenden Tabelle kannst du die genauen Werte nachlesen:

Grad der Behinderung Jährlicher Pauschbetrag
Von 25 bis 30  310 Euro
35 bis 40 430 Euro
45 bis 50 570 Euro
55 bis 60 720 Euro
65 bis 70 890 Euro
75 bis 80 1.060 Euro
85 bis 90 1.230 Euro
95 bis 100 1.420 Euro

Wenn das Merkzeichen „Blind“ (Bl) oder „ständig hilflos“ (H) vorliegt, erhältst du den erhöhten Pauschbetrag von 3.700 Euro pro Jahr. Bei diesen Merkzeichen spielt es auch keine Rolle, welcher Grad der Behinderung vorliegt.

Behindertenpauschbetrag beim Kind

Oft verfügt das Kind noch nicht über ein eigenes Einkommen, auf das es Steuern zahlen muss. Dann würde auch der Behindertenpauschbetrag verloren gehen, da man ihn logischerweise nicht von den Steuern abziehen kann. Der Fiskus erlaubt es deshalb, dass dieser Pauschbetrag von den Eltern genutzt werden kann. Wenn dein Kind den Pauschbetrag nicht selbst nutzt und du noch Anspruch auf Kindergeld bzw. Kinderfreibeträge hast, kannst du die Pauschale auch in deiner Steuererklärung ansetzen. In der Regel wird der Pauschbetrag gleichmäßig auf beide Elternteile aufgeteilt. Ihr könnt die Aufteilung jedoch auch ändern. Wenn ihr beispielsweise getrennt seid und euer Kind ausschließlich bei dir lebt, kannst du auch den vollen Betrag in deiner Steuererklärung ansetzen. Doch beachte: Die Übertragung der Behindertenpauschale von deinem Kind auf dich muss jedes Jahr in der Steuererklärung ausgewählt werden, denn es wird nicht automatisch für Folgejahre übernommen.

2020-02-07T07:21:25+01:00