Diese 10 wichtigsten Pauschalen solltest du kennen

17. Oktober 2019

Egal ob Fahrtkosten oder Fachliteratur: Ausgaben rund um den Job hat jeder Angestellter. Und als Werbungskosten mindern sie deine die Steuer. Um es sowohl dem Finanzamt als auch dir leichter zu machen, gibt es im Steuerrecht sogenannte Pauschbeträge bzw. Pauschalen. Wir stellen dir die wichtigsten vor!

Was sind Pauschalen?

Bei einer Pauschale kannst du einen bestimmten Betrag – wie der Name schon sagt – pauschal von der Steuer absetzen, ohne dem Finanzamt dafür Belege vorzeigen zu müssen. Diese Pauschalen mindern also die steuerpflichtigen Einkünfte, sodass du weniger Steuern zahlen musst.

Pauschale für Arbeitnehmer – 1.000 Euro geschenkt

Alles, was du für deinen Beruf an Geld in die Hand nehmen musst, sind Werbungskosten. Dazu gehören die Fahrten zur Arbeit, typische Berufskleidung, Fachbücher oder Werkzeuge z. B. Rund 1.000 Euro Werbungskostenpauschale rechnet das Finanzamt jedem Arbeitnehmer pauschal in seiner Steuererklärung als Ausgaben an – komplett ohne Nachweise! Und das Beste: Diese Pauschale wird immer von deinen Einkünften als Angestellter abgezogen – egal ob du die Kosten wirklich hattest oder nicht.

Entfernungspauschale –  0,30 Euro pro Kilometer

Für deine Fahrten zur Arbeit darfst du als Angestellter oder Beamter eine Pauschale von 0,30 Euro pro Kilometer und Arbeitstag als Werbungskosten bei der Steuer geltend machen. Dieser Betrag – auch Pendlerpauschale genannt – hat jedoch seine Tücken: Es gilt nur die einfache Entfernung, also nicht Hin- und Rückfahrt (Ausnahmen gibt es bei einer Körperbehinderung). Dafür musst du dann auch keine Tankquittungen oder Belege für andere Kosten sammeln.

Es ist auch egal, mit welchem Verkehrsmittel du zur Arbeit kommst. Ob mit Auto, Fahrrad, Bahn oder zu Fuß: Die Pauschale gibt es immer für die kürzeste Straßenverbindung für jeden Arbeitstag.

Verpflegungspauschale – bis zu 24 Euro für Tag und Nacht

Für jeden Einzeltag deiner beruflichen Reisen spendiert der Fiskus zusätzlich eine Pauschale als Entschädigung für den Mehraufwand bei der Verpflegung:

  • eine Pauschale von 12 Euro erhältst du, wenn du mehr als acht Stunden von Zuhause oder deiner Arbeitsstelle unterwegs bist und
  • eine Pauschale von 24 Euro gibt es für jede Abwesenheit von 24 Stunden, also mindestens einen Tag und eine Nacht.

Übernachtest du auf einer Dienstreise, zählt übrigens auch jeder An- und Abreisetag für die Pauschale von zwölf Euro – selbst wenn die Reise an diesen Tagen kürzer als acht Stunden war.

Pauschale für Arbeitsmittel – 110 Euro pro Jahr

Fachbuch, Kugelschreiber, Schreibtisch – steuerlich gesehen sind das alles Arbeitsmittel. Voraussetzung ist, dass du die Gegenstände für deinen Beruf benötigst. Wenn du dafür keine Belege in der Steuererklärung ansetzten willst, akzeptiert das Finanzamt in der Regel eine Pauschale für Arbeitsmittel von 110 Euro pro Jahr. Aber Achtung: Offiziell besteht kein Rechtsanspruch darauf – der Betrag ist bloß eine sogenannte „Nichtaufgriffsgrenze“. Daher kann das Finanzamt Belege anfordern.

Pauschale für die Kontoführung – 16 Euro pro Jahr

Eine weitere „Nichtaufgriffsgrenze“ ist die bekannte Pauschale für die Kontoführung. Dafür kannst du 16 Euro in deine Steuererklärung eintragen.

Pauschale für Bewerbungskosten ­– für Papier und Online

Du suchst nach deinem Studium einen Job? Prima, denn auch die Jobsuche hilft Steuer zu sparen. Um die Kosten nicht einzeln angeben zu müssen, kannst du die Pauschale bei deiner Steuererklärung ansetzen:

  • für jede Bewerbungsmappe 8,50 Euro,
  • für jede Bewerbung per E-Mail 2,50 Euro.

Denk dran: Du kannst die Kosten auch einzeln addieren, falls du mehr als die Pauschale ausgegeben hast!

Pauschale für Telefon & Internet ­– Flatrate mit dem Finanzamt teilen

Nur wenn du deinen privaten Anschluss auch im Job beruflich immer wieder nutzt, kannst du deine Kosten ansetzen. Als Pauschale gibt es dafür die sogenannte 20/20-Regel: 20 Prozent deiner Kosten kannst du in so einem Fall bei deiner Steuererklärung ansetzen, maximal jedoch 20 Euro pro Monat.

Pauschale bei beruflichem Umzug – 1.622 Euro für Paare

Berufsbedingt umgezogen? Auch hier winkt eine Pauschale. Die gibt es zusätzlich neben den tatsächlichen Umzugskosten für z. B. Meldegebühren und sonstige Auslagen. Diese Umzugskosten-Pauschale steigt jedes Jahr – derzeit beträgt sie für Umzüge ab dem 01.04.2019:

  • 811 Euro für Singles,
  • 622 Euro für Verheiratete und
  • 357 Euro zusätzlich für jedes Kind.

Sparerpauschbetrag – 801 Euro steuerfrei für Singles

Früher hieß er mal Sparerfreibetrag – aber der Grundsatz bleibt gleich: Bei Kapitalerträgen, wie Zinsen oder Aktiengewinnen z. B. bleiben 801 Euro für jede Einzelperson und 1.602 Euro bei Verheirateten steuerfrei. Diesen Betrag kannst du nicht nur bei deiner Steuererklärung nutzen, sondern auch vorab, indem du deiner Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilst.

Behinderten-Pauschbetrag – zwischen 310 Euro und 1.420 Euro

Bei einer amtlich festgestellten Behinderung gibt es für den Mehraufwand bei z. B. Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln auch einen steuerlichen Pauschbetrag. Je nach Grad der Behinderung beträgt dieser zwischen 310 Euro und 1.420 Euro. Hilflosen und blinden Menschen steht ein Pauschbetrag von 3.700 Euro zu.

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2019-10-17T10:26:28+01:00