Sich mit dem Finanzamt anlegen – Einspruch gegen den Steuerbescheid

8. November 2019

Typisch! Du hast dir eine Steuererstattung von 400 Euro ausgerechnet aber in deinem Steuerbescheid steht, dass du 200 Euro nachzahlen sollst? Wie ist denn das passiert? Wir sagen dir, was du nun machen kannst und was du dabei beachten musst.

Fehler im Steuerbescheid

Zunächst solltest du auf jeden Fall mal deinen Steuerbescheid richtig prüfen. Am besten schnappst du dir dazu eine Kopie deiner Steuererklärung und vergleichst die einzelnen Punkte und Beträge. Vielleicht hat das Finanzamt aber auch bestimmte Dinge nicht anerkannt. In diesem Fall findest du dazu Erläuterungen am Ende deines Steuerbescheids.

Wie Du Fehler in deinem Steuerbescheid aufspürst, kannst du genauer hier nachlesen.

Was ist der Einspruch?

So oder so – wenn du der Meinung bist, dass das Finanzamt einen Fehler gemacht hat, hast du das Recht, Einspruch gegen den Steuerbescheid einzulegen. Der Einspruch sorgt dafür, dass das Finanzamt deinen Steuerbescheid noch einmal überprüft. Im Idealfall erhältst du dann einen korrigierten Steuerbescheid mit dem richtigen Betrag.

Der Einspruch ist immer kostenlos! Du musst auch nur eine Formalität einhalten: nämlich die Schriftform. Egal ob per E-Mail, Fax oder als Brief – der Einspruch muss schriftlich erfolgen. Dies ist gesetzlich so vorgeschrieben.

Du schreibst in deinen Einspruch am besten deine Steuernummer rein, gegen welchen Steuerbescheid du genau vorgehen willst und beschreibst möglichst genau, was deiner Meinung nach falsch ist. That’s it!  Wenn du zu Beginn deines Schreibens noch den Begriff „Einspruch“ einfügst, hast du alles richtig gemacht.

Die Einspruchsfrist

Ganz wichtig: schick deinen Einspruch rechtzeitig an das Finanzamt ab! Laut Gesetz hast du dafür genau einen Monat Zeit. Der Monat gilt ab dem Tag, an dem der Steuerbescheid vom Finanzamt abgeschickt wurde, plus drei Tage. Ist der letzte Tag ein Samstag, Sonntag oder Feiertag, gilt der darauffolgende Werktag als Ende der Einspruchsfrist.

Lass es nicht darauf ankommen, denn dein Einspruch muss am letzten Tag dieser Frist auch wirklich beim Finanzamt angekommen sein! Geht das Schreiben zu spät ein, ist der Steuerbescheid rechtskräftig und es gibt keine Möglichkeit mehr, ihn überprüfen zu lassen.

Einspruch abgelehnt – und nun?

Wie schon erwähnt, erhältst du im Idealfall einen neuen, geänderten Steuerbescheid, wenn das Finanzamt bei einem Einspruch ganz deiner Meinung ist. Sollte das Finanzamt deinen Einspruch aber ablehnen, dann bekommst du eine sogenannte „Einspruchsentscheidung“. Darin erläutert das Finanzamt, warum es bei seiner Meinung bleibt. Ab jetzt bleibt dir nur der Gang vor ein Finanzgericht.

Nachzahlungen unbedingt überweisen

Es ist ärgerlich – aber wenn dein Steuerbescheid sagt, dass du nachzahlen musst, dann musst du erstmal überweisen. Auch dafür hast du einen Monat nach Zustellung des Steuerbescheids Zeit. Zahlst du zu spät, kommen zusätzlich Säumniszuschläge dazu.

Ausnahme: Du hast Einspruch eingelegt und einen Antrag auf „Aussetzung der Vollziehung“ erfolgreich gestellt. In diesem Fall musst du die Nachzahlung vorerst nicht an das Finanzamt überweisen. Aber Achtung: musst du aufgrund einer negativen Einspruchsentscheidung später doch bezahlen, kommen Zinsen dazu.

Ein Fehler zu deinen Gunsten?

Was ist denn, wenn das Finanzamt einen Fehler zu deinen Gunsten gemacht hat? Musst du das zugeben?

Ganz klar nein – wenn das Finanzamt den Fehler gemacht hat. Falls du aber wichtige Dinge in deiner Steuererklärung verschwiegen hast, sieht es anders aus. Denn falsche oder gar fehlende Angaben können zu einer Anzeige wegen Steuerhinterziehung führen!

Hol dir ilovetax auf dein Smartphone!

Überlass dein Geld nicht dem Finanzamt! Denn es ist deine Kohle. Worauf wartest du noch? Probier’s einfach aus!
Ok Hand
Suchst du was Bestimmtes?

Schlagwörter

2019-11-15T14:01:43+01:00