Fehler im Steuerbescheid – so gehst du vor

2. Oktober 2019

Endlich geschafft! Du hast deine Steuererklärung fristgemäß abgegeben! Nun hast du deinen Steuerbescheid in der Hand – und er sieht so gar nicht aus, wie du es dir ausgerechnet hast? Auch das Finanzamt macht mal Fehler. Wir erklären dir, auf was du achten musst und welche Möglichkeiten du hast.

Wie lange braucht das Finanzamt?

Nachdem du deine Steuererklärung ans Finanzamt geschickt hast, kann es bis zu acht Wochen dauern, bis du deinen Steuerbescheid im Briefkasten hast. Meistens erhältst du ihn aber schneller.

Was steht im Steuerbescheid?

Erste Seite: Dein Steuerbescheid besteht immer aus mehreren Seiten, aber am interessantesten ist für dich zunächst die erste Seite. Denn dort klärt sich für dich die Frage aller Fragen – ob du eine Erstattung oder eine Nachzahlung erhalten hast. Auf den weiteren Seiten deines Steuerbescheids findest du dann die Berechnung deiner Steuer mit allen Details.

Erläuterungsteil: Wichtig ist nach den vielen Seiten mit Zahlen noch der Text am Ende des Steuerbescheids, der sogenannte „Erläuterungsteil“. Denn dort hat der Sachbearbeiter des Finanzamts unter Umständen erklärt, welche Posten deiner Steuererklärung er nicht anerkannt hat. Falls dir schon der Steuerbetrag auf der ersten Seite komisch vorkam, findest du hier in der Regel eine Erklärung dafür.

Abweichungen im Steuerbescheid – was prüfen?

Zunächst kannst du natürlich die Erläuterungen im Steuerbescheid lesen. Vielleicht findest du dann schon einen Hinweis. Auf jeden Fall lohnt es sich dann, die Positionen zu überprüfen, die deine Steuerlast mindern. Das sind vor allem die Werbungskosten, also deine

  • Wege zur Arbeit,
  • Anschaffungen von Arbeitsmitteln,
  • Fachliteratur,
  • Bewerbungskosten,
  • Angaben zu haushaltsnahen Dienstleistungen oder
  • Angaben zu Handwerkerleistungen z. B.

Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf deine Lohndaten – stimmen sie mit deiner Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber überein?

Fehler oder Unstimmigkeiten im Steuerbescheid – was tun?

Du hast mit einer Erstattung gerechnet, aber sie ist kleiner ausgefallen, als du erwartet hast? Dann kann es lohnenswert sein, Einspruch bei deinem Finanzamt einzulegen. Dafür hast du aber nur einen Monat nach Zugang deines Steuerbescheids Zeit! Und wenn dein Steuerbescheid dir vielleicht wie eine Fremdsprache vorkommt, kannst du deinen Sachbearbeiter einfach anrufen und nachfragen. Aber der Einspruch muss auf jeden Fall innerhalb der Frist schriftlich oder elektronisch beim Finanzamt eingehen.

Was passiert bei einem Einspruch?

Zunächst das Wichtigste: Ein Einspruch beim Finanzamt kostet nichts! Der Einspruch ist ein Rechtschutz, der allen Steuerbürgern gesetzlich zusteht. Deinen Einspruch musst du allerdings auch begründen – also dem Finanzamt mitteilen, mit was du nicht einverstanden bist. Du kannst auch im Rahmen deines Einspruchs noch nachträglich Belege einreichen, für ein Fachbuch z. B.

Das Finanzamt überprüft dann deine Angaben und korrigiert – falls du Recht hast – deinen Steuerbescheid. So einfach ist das!

Wichtig – die Zahlung!

Eins musst du auf jeden Fall beachten: Auch wenn du Einspruch einlegst, musst du bei einer Nachzahlung auf jeden Fall das Geld überweisen! Der Einspruch verschiebt deine Zahlungspflicht leider nicht.

Auch hier gilt eine Frist: Nachzahlungen, die mit dem Steuerbescheid reinflattern, müssen innerhalb eines Monats nach Zugang des Steuerbescheids bezahlt sein. Verpasst du die Frist, musst du einen Säumniszuschlag von 1 Prozent des fälligen Steuerbetrags je angefangener Monat zahlen.

Diese Zahlungsverpflichtung kann man nur in gut begründeten Ausnahmen aussetzen. Dazu muss beim Finanzamt ein „Antrag auf Aussetzung der Vollziehung“ gestellt werden. Dies kannst du auch gleichzeitig mit deinem Einspruch machen.

Hol dir ilovetax auf dein Smartphone!

Überlass dein Geld nicht dem Finanzamt! Denn es ist deine Kohle. Worauf wartest du noch? Probier’s einfach aus!
Ok Hand
Suchst du was Bestimmtes?

Schlagwörter

2019-10-09T14:32:06+02:00