Fehler in der Steuererklärung korrigieren – so geht‘s

28. August 2019

Alle Jahre wieder kommt der Zeitpunkt, in dem die Steuererklärung fällig wird. Und wenn du dann mal unter Strom stehst und neben den Steuerformularen auch noch das richtige Finanzamt suchst, passieren auch Fehler.

Grundsätzlich gilt: Wenn du deine Steuererklärung unterschrieben und losgeschickt hast (auch elektronisch mit einem Elster-Zertifikat), bestätigst du damit, dass alle Angaben vollständig und richtig sind. Zur Wahrheit und Vollständigkeit ist nämlich jeder laut Abgabenordnung verpflichtet.

Einnahmen in der Steuererklärung vergessen 

Das kann übel ausgehen! Ein 450-€-Job ist zwar immer steuerfrei, aber wenn es um andere Einnahmen geht, kennt das Gesetz kein Pardon. Gibst du Einnahmen nicht in deiner Steuererklärung an, drohen Strafen wegen Steuerverkürzung oder gar Steuerhinterziehung – und das sogar bis zu 10 Jahre rückwirkend.

Hast du vergessen bestimmte steuerpflichtige Einnahmen in der Steuererklärung anzugeben, musst du das dem Finanzamt unbedingt auch nachträglich mitteilen – und das bis zur Verjährung, in der Regel sind das 4 Jahre. Dazu bist du gesetzlich verpflichtet.

Ausgaben in der Steuererklärung vergessen 

Hast du noch Belege gefunden, die du in deiner Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen möchtest? Hier musst du Folgendes unterscheiden:

Noch keinen Steuerbescheid erhalten: Wenn dein Steuerbescheid noch gar nicht da ist, kannst du deine zusätzlichen Angaben dem Finanzamt einfach formlos mitteilen. Dann werden sie vom Finanzamt noch berücksichtigt. Das gilt auch, wenn du noch einen Beleg für ein Fachbuch gefunden hast z. B.

Steuerbescheid schon erhalten: Ist der Steuerbescheid schon zuhause eingetrudelt, wird es ein bisschen komplizierter. Allerdings hast du dann immer noch einen Monat Zeit, den Steuerbescheid zu ändern. Dafür hast du folgende Möglichkeiten:

  • Antrag auf schlichte Änderung

Wenn du noch z. B. einen Beleg für ein Fachbuch, Studiengebühren oder andere Arbeitsmittel gefunden hast, kannst du einen sog. „Antrag auf schlichte Änderung“ stellen. Du teilst deinem Sachbearbeiter einfach mit, was du noch vergessen hast und das Finanzamt kann dann einen neuen Steuerbescheid erstellen. Dies gilt auch bei vergessenen Einnahmen. Aber Achtung: Das geht nur einen Monat nach Erhalt des Steuerbescheids!

  • Einspruch

Die andere Möglichkeit, für die du einen Monat Zeit hast, ist der Einspruch. Eigentlich wirkt er auf den ersten Blick wie der Antrag auf schlichte Änderung – aber der Einspruch ist doch anders. Der Einspruch soll dem Steuerpflichtigen „vollumfänglichen Rechtschutz bieten“. Du hast dann nämlich einen Anspruch darauf, dass das Finanzamt sich um dein Anliegen kümmert und du kannst bei einer Ablehnung auch Klage erheben.

Wenn du Einspruch einlegst, wird deine Steuererklärung eventuell komplett neu geprüft. Kann aber auch bedeuten: Findet das Finanzamt dann doch noch Fehler, kann der Steuerbescheid auch zu deinem Nachteil geändert werden (sog. Verböserung“).

Übrigens: Sowohl der Antrag auf schlichte Änderung als auch der Einspruch sind kostenfrei.

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2019-08-27T12:19:50+02:00