Freiwillige Steuererklärung? Das lohnt sich!

3. Juli 2019

Freiwillig eine Steuererklärung abgeben… Wie bitte?! Wer tut sich das denn freiwillig an? Man geht ja auch nicht aus Spaß zum Zahnarzt. Oder zur Schwiegermutter. Doch die Mühe kann sich lohnen. Schließlich kann dabei eine ordentliche Erstattung herausspringen. Wer sagt schon Nein zu einem Geldsegen?

Wer darf?

Ob du die Steuererklärung abgeben musst oder nicht, kannst du dir nicht aussuchen. Das Steuerrecht spielt da nicht mit – wäre ja auch zu schön. Eine kleine Entwarnung: Die meisten Angestellten sind nicht zur Abgabe verpflichtet. Denn bei ihnen wurde ja bereits jeden Monat vom Gehalt die Lohnsteuer abgezogen. Deshalb ist Chance, bei der freiwilligen Steuererklärung Geld zurück zu bekommen, sehr groß. Und wann hat der Staat schon mal was zu verschenken?

Die freiwillige Abgabe lohnt sich also vor allem, wenn:

  • dein Einkommen schwankt;
  • du viele Werbungskosten hast wie etwa Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Bewerbungen oder außergewöhnliche Belastungen (z. B. bei Krankheit);
  • sich deine Steuerklasse geändert hat;
  • du Ausgaben für Handwerker oder deine Haushaltsfee hast etc.

Und wer muss?

Bist du freiberuflich oder selbstständig tätig oder hast ein Gewerbe? Dann möchte das Finanzamt deine Steuererklärung jährlich auf dem Tisch sehen.

Für Angestellte greift eine Pflicht, sobald einige Punkte erfüllt sind. In diesen Fällen nimmt das Finanzamt an, dass sie nicht genug Steuer gezahlt haben. Abgeben müssen Angestellte also z. B., wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • ein Freibetrag wurde eingetragen;
  • es bestand die Steuerklasse V oder VI oder Steuerklasse IV mit Faktorverfahren;
  • mehrere Jobs werden parallel ausgeübt werden;
  • du hast neben deinem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro im Jahr erhalten.

Übrigens: Ab dem Steuerjahr 2018 gilt für die Abgabe eine neue Frist: 31. Juli des Folgejahres. Die Steuererklärung für 2018 musst du also zum 31. Juli 2019 abgeben. Und wenn der Steuerberater dir dabei hilft, verlängert sich die Abgabefrist bis zum 28./29. Februar des Folgejahrs.

Achtung! Versäumst du die Frist, musst du blechen. Und zwar einen Verspätungszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent der Steuernachzahlung, aber mindestens 25 Euro je Monat.

Steuererklärung rückwirkend abgeben

Noch für 1978 die Steuererklärung abgeben? Das geht leider nicht. Denn: Alles hat ein Ende… Auch das Finanzamt hat irgendwann keine Geduld mehr und hat für Trödler die Festsetzungsfrist eingeführt. Sie beginnt mit Ablauf des betroffenen Jahres und beträgt vier Jahre. Heißt: Wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, hat vier Jahre dazu Zeit.

Bis Ende 2019 kannst du also noch die Steuererklärung für das Jahr 2015 abgeben.

Wie viel Geld gibt’s zurück?

Nun heißt es prüfen, ob überhaupt eine Erstattung der Steuer rumkommt. Für das Jahr 2018 kannst du das am schnellsten mit ilovetax machen – der Steuer-App für das Smartphone.

Geht’s um die Erklärungen aus den Jahren davor, kannst du auch den großen Bruder dazu holen: steuer:Web. Hier kannst du einfach für jedes Jahr die Zahlen eingeben und berechnen lassen, ob sich eine Abgabe lohnt.

Zeigt die Software eine Erstattung an? Glückwunsch! Nur noch schnell abgeben und bald ist ein nettes Sümmchen auf dem Konto zu finden. Besser und schneller als Zahnarzt war das doch jetzt allemal, oder?

Hol dir ilovetax auf dein Smartphone!

Überlass dein Geld nicht dem Finanzamt! Denn es ist deine Kohle. Worauf wartest du noch? Probier’s einfach aus!
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2019-07-09T08:41:54+01:00