Kinderleicht: Erstattung für den Babysitter

29. Januar 2020

Als Eltern möchte man sich zwar am liebsten zerreißen, um rund um die Uhr selbst für die Kleinen da zu sein. In der Realität ist das aber nicht immer möglich. Umso besser zu wissen, dass die Kinder dann in guten Händen sind. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual: Tagesmutter, Kindergarten, Au-Pair oder doch zur Oma? Die Angebote sind zahlreich. In jedem Fall profitierst du doppelt: Während die Kids in deiner Abwesenheit gut betreut sind, kannst du dir einen Teil der Kosten dafür vom Staat zurückholen.

Darum geht‘s

Wenn du Kosten für die Betreuung deines Kindes hast, kannst du diese als sogenannte Sonderausgaben in deiner Einkommensteuererklärung angeben. Insgesamt darfst du zwei Drittel ansetzen – und zwar schon ab dem ersten Euro. Du musst also keine besonders hohen Betreuungskosten haben, damit du profitierst. Aber Achtung! Pro Kind ist der abzugsfähige Betrag auf 4.000 Euro im Jahr begrenzt. Eine zeitanteilige Aufteilung ist dabei nicht notwendig. Das heißt, auch wenn dein Kind erst im Dezember betreut wurde, kannst du den vollen Höchstbetrag nutzen.

Kita, Babysitter oder Oma und Opa?

Leider ist nicht jede Art der Betreuung steuerlich begünstigt. Wichtig ist, dass die Betreuung bei der Unterbringung deines Kindes wirklich im Mittelpunkt steht. Bei Musikschulen, Nachhilfe oder Sportvereinen zum Beispiel liegt der Fokus woanders: Musizieren, Pauken, Toben. Die reine Betreuung steht hier nicht im Vordergrund. Die Kosten darfst du in diesem Fall also nicht als Betreuungskosten in der Steuererklärung angeben.
Folgende Aufwendungen hingegen kannst du guten Gewissens berücksichtigen:

  • Kosten für die Unterbringung in z. B. Kindergärten, Kitas, Kinderhorten, Kinderkrippen
  • Kosten für die Nachmittagsbetreuung einer Schule
  • Kosten für eine Tagesmutter oder Pflegestelle
  • Kosten für die Betreuung zuhause (z. B. Erzieherinnen, Babysitter, Au-Pairs,)
  • Kosten für eine Haushaltshilfe, die gleichzeitig das Kind mitbetreut
  • Kosten für die Hausaufgabenbetreuung, wenn es sich um die reine Beaufsichtigung des Kindes handelt

Beachte aber, dass du nur die Kosten für die reine Betreuung der Kinder ansetzen kannst. Kosten für die Verpflegung fallen deswegen raus. Erstattest du dem Babysitter aber zum Beispiel die Fahrtkosten zu deinem Zuhause, darfst du diese auch angeben.
Nicht nur Geldleistungen mindern die Steuerlast: Als Ausgaben zählt auch der Wert einer Sachleistung, z. B. wenn du deine Wohnung zur Verfügung stellst.

Spielregeln

Betreuungskosten kannst du für dein Kind geltend machen, bis es 14 Jahre alt ist. Bei Kindern mit Behinderung gilt diese Altersbeschränkung nicht. Das Kind muss allerdings auch in deinem Haushalt wohnen. Bei getrenntlebenden Eltern entscheidet grundsätzlich, wo das Kind gemeldet ist. Du darfst natürlich auch das Gegenteil beweisen. Beispielsweise, wenn das Kind überwiegend bei dir lebt, aber beim anderen Elternteil gemeldet ist.
Wie bei allem ist es wichtig, dass alles in einem Betreuungsvertrag geregelt wird. Hier sollte stehen, welche Aufgaben der Betreuer erfüllen muss und wieviel du für die Leistungen zahlst. Sachleistungen müssen ebenfalls festgehalten werden.

Wer profitiert?

Wer von euch die Kosten in der Einkommensteuererklärung angeben darf, hängt von eurem Familienstand und eurer steuerlichen Veranlagung ab:
verheiratet, zusammenveranlagt: Die Kosten werden in der gemeinsamen Erklärung berücksichtigt und jedem wir die Hälfte zugeteilt. Dabei ist es egal, welcher Ehepartner tatsächlich bezahlt hat.
verheiratet, einzelveranlagt: Der, der bezahlt hat, darf die Kosten auch angeben. Wenn die Kosten gesplittet wurden, ist eine 50:50-Aufteilung möglich.
ledig, getrennt oder geschieden: Ähnlich wie bei der Einzelveranlagung ist der begünstigt, der tatsächlich die Kosten getragen hat. Voraussetzung ist, dass das Kind auch bei ihm wohnt. Die Kosten können bei getrenntlebenden Eltern zu 50:50 aufgeteilt werden, wenn das Kind gleichermaßen bei Mutter und Vater lebt.

Was muss ich belegen?

Um dem Finanzamt bei Rückfragen die Kosten beweisen zu können, empfehlen wir dir, deine Belege aufzuheben. Bei Betreuungskosten können das zum Beispiel sein:
• Vertrag
• Gebührenbescheid
• Rechnung, Quittung
• Au-Pair-Vertrag: Hier muss die Aufteilung der Tätigkeiten des Au-Pairs festgehalten werden. Ansonsten schätzt das Finanzamt, einen Betreuungs-Anteil von 50 %.

Um die Zahlung nachzuweisen, kannst du deine Kontoauszüge verwenden.

2020-02-03T16:38:07+01:00