Setz dein Studium von der Steuer ab

1. Juli 2019

Steuern – das war noch nie dein Ding? Wenn du studierst, kann sich ein Blick auf die Steuererklärung jedoch lohnen. Denn egal ob FH oder Uni: Du kannst alle Ausgaben rund um dein Studium von der Steuer absetzen.

Einen Haken gibt es allerdings: Die Erst- und die Zweitausbildung werden steuerlich unterschiedlich behandelt. Die Ersteren dürfen nur als Sonderausgaben und die Letzteren als Werbungskosten geltend gemacht werden. Für dich liegt der Hauptunterschied darin, wie viel Kohle du in deiner Steuererklärung ansetzen kannst.

Erst- oder Zweitausbildung – nice to know

Aber was bedeutet überhaupt erste Berufsausbildung genau? Ne, 13 Jahre Gymi zählen leider nicht dazu. Das Finanzamt versteht darunter etwas anderes: Nämlich jede Ausbildung, nach deren Abschluss du die nötigen Skills hast, um eine Arbeitsstelle anzutreten. Dein (erster) Bachelor zum Beispiel gehört also dazu. Als Berufsausbildung gelten aber auch rein schulische Ausbildungen, die zu einem durch die IHK oder HWK anerkannten Berufsabschluss führen (Berufskollegs).

Seit 2015 gibt es bei der Erstausbildung auch eine offizielle Mindestdauer: Sie muss zwölf Monate (in Vollzeit) dauern und mit einem Abschluss beendet werden.

Erstausbildung: Bis 6.000 Euro als Sonderausgaben absetzbar

Auf, zu den Zahlen! Wenn du deine Ausgaben als sogenannte Sonderausgaben geltend machst, hat diese Einordnung leider mehrere Nachteile für deinen Geldbeutel:

  • Du kannst maximal 6.000 Euro im Jahr bei deiner Steuererklärung absetzen.
  • Die Sonderausgaben mindern deine Steuer nur in dem Jahr, in dem du sie gezahlt hast. Hast du in dem Jahr keine Steuern gezahlt, verpufft auch dein Steuervorteil.

Zweitausbildung: Werbungskosten unbegrenzt abzugsfähig

Und jetzt zur guten Nachricht: Die Kosten für jede weitere Ausbildung – also etwa für deinen Master – werden als Fort- und Weiterbildungskosten behandelt. Das heißt, du kannst sie in der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen.

Übrigens ist es dabei egal, ob die erste und die zweite Berufsausbildung in einem inhaltlichen Zusammenhang stehen. Sobald du einen Berufsabschluss hast, kannst du die Kosten für jede weitere Berufsausbildung als Werbungskosten absetzen. Die einzige Voraussetzung ist, dass du vorhast, in dem neu gelernten Beruf zu arbeiten.

Deine Vorteile auf einen Blick:

  • Die Kosten werden nicht gedeckelt – du kannst sie also uneingeschränkt in deiner Steuererklärung ansetzen.
  • Außerdem kannst du mit jeder Steuererklärung einen sogenannten Verlustvortrag beim Finanzamt aufbauen. Heißt: Verluste sammeln! Solange du keine Einnahmen hast und keine Steuern zahlen musst, kannst du deine Ausgaben (Verluste) in der Steuererklärung angeben und diese in die Zukunft vortragen. Sobald du erstmalig Geld verdienst, gibt es dann Kohle vom Finanzamt zurück. Ganz automatisch, nur indem du deine Steuererklärung für das Jahr machst.

Duale Ausbildung: Alle Studienkosten sind Werbungskosten

Aus steuerlicher Sicht sind duale Ausbildungen und Studiengänge ideal. Bei einer dualen Ausbildung schließt du mit deinem Ausbildungsbetrieb einen Vertrag über deine Arbeitsleistung und das Erreichen eines bestimmten Ausbildungsziels ab.

In diesem Fall sind die Kosten, die durch deine Ausbildung oder dein Studium entstehen, immer in vollem Umfang in deiner Steuererklärung abzugsfähig! Warum? Denn die Kosten aus dem Studium stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis und werden daher sofort als Werbungskosten abgezogen. Eine Steuererklärung kann dir also richtig Cash bescheren!

Aktuelles

Ob diese grundlegende Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitausbildung auch weiterhin bestehen soll, darüber gibt es seit geraumer Zeit Diskussionen. Das letzte Wort soll nun aber das Bundesverfassungsgericht aussprechen. Wir halten dich auf dem Laufenden, falls es hierzu eine Entscheidung gibt.

 Welche Kosten bringen Cash?

Was du alles fürs Studium gekauft hast – die Liste ist sicherlich so lang wie Dumbledores Bart. Hier haben wir eine Liste mit den gängigsten Ausgaben zusammengestellt:

  • Studien-, Seminar-, Prüfungs- oder Zulassungsgebühren etc.
  • Arbeitsmittel: Alle Kosten die du für Fachliteratur, Büromaterial (Stifte, Papier, Ordner, Porto, Kopien, Büchereiausweis etc.) hattest, fallen hierunter. Doch hier heißt es: Das ganze Jahr über Belege sammeln. Wenn du dafür zu faul bist, hilft dir das Finanzamt. Bis zu 110 Euro für Arbeitsmittel werden in der Regel nicht hinterfragt.
  • Telefon- und Internetkosten: Hier kannst du es 20 Prozent der monatlichen Rechnung und max. 20 Euro absetzen pro Monat. Macht 240 Euro im Jahr! Doch aufgepasst: Einen rechtlichen Anspruch auf diese Pauschale hast du leider nicht.
  • Fahrtkosten: Fährst du B. zu Klausuren oder Präsenzveranstaltungen (beim Fernstudium), kannst du für jeden gefahrenen Kilometer 30 Cent absetzen! Heißt: Es gibt Geld für Hin- und Rückweg. Bist du mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, kannst du auch diese Ausgaben als Fahrtkosten absetzen. Vergiss nicht, deine Tickets aufzuheben.
  • Übernachtungskosten: Wenn z. B. du am Ort deiner Fernuni übernachten musstest, auch kein Problem: Du kannst die reinen Übernachtungskosten laut Hotelrechnung bei deiner Steuererklärung absetzen. Wichtig: Kosten fürs Frühstück im Hotel kannst du leider nicht absetzen.
  • Verpflegungskosten: Bist du aufgrund deines Studiums außerhalb deines Wohnortes unterwegs, sei es zu Klausuren, Vorlesungen oder auch Lerngruppen, kannst du für die Zeit der Abwesenheit Verpflegungspauschalen bei der Steuererklärung abziehen:
  • 12 Euro, wenn du zwischen 8 und 24 Stunden von zu Hause abwesend bist,
  • 24 Euro, wenn du den ganzen Tag von zu Hause abwesend bist.
  • Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten kannst du auch für Praktika, Studienreisen oder auch ein Auslandsemester geltend machen.

ilovetax – easy peasy zur Steuererstattung

Übrigens kannst du es dir super einfach machen und deine Steuererklärung mit ilovetax erledigen. Die Steuer-App hilft dir beim Sparen: Beantworte einfach Fragen, die auf dich abgestimmt sind, gib deine Einnahmen, Ausgaben etc. ein und die App sagt dir, ob es für dich Geld regnet!

Heißt: Verluste sammeln! Solange du keine Einnahmen hast und keine Steuern zahlen musst, kannst du deine Ausgaben (Verluste) in der Steuererklärung angeben und diese in die Zukunft vortragen. Sobald du erstmalig Geld verdienst, holst du deine Studienkosten dann vom Finanzamt zurück.

Werbungskosten

…sind alle Ausgaben, die du auf dich nehmen musst, um einer Arbeit nachgehen zu können oder eine Ausbildung bzw. Studium abzuschließen. Das sind etwa Kosten für Stifte und Co., Fahrten oder Bewerbungsfotos.

Sonderausgaben

…sind Ausgaben, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind und nicht als Werbungskosten abgesetzt werden können. Dazu gehören z. B. deine Spenden fürs Tierheim oder dein Mitgliedsbeitrag für einen Verein. Aber ebenso die Kosten der Erstausbildung.

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Überlass dein Geld nicht dem Finanzamt! Denn es ist deine Kohle. Worauf wartest du noch? Probier’s einfach aus!
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2019-07-30T10:06:09+01:00