Studienkosten absetzen: So profitierst du und deine Eltern

14. Januar 2020

Das Studium gehört zwar bekanntlich zur schönsten Zeit des Lebens, kann jedoch auch ganz schön teuer werden. Zum Glück gibt es einige Möglichkeiten, zumindest einen Teil der Ausgaben wiederzubekommen. Und zwar nicht nur für dich, sondern auch für deine Eltern! Wie das geht erfährst du in diesem Beitrag.

So spare ich: Werbungskosten vs. Verlustvortrag

Grundsätzlich kannst du alle deine Ausgaben für dein Studium bzw. deine Ausbildung absetzen. Hier kommt es jedoch darauf an, ob du bereits Steuern zahlst oder nicht. Denn du kannst – logischerweise – nichts von deinen Steuern abziehen, wenn du noch gar keine zahlst.

Werbungskosten

Bist du in der Ausbildung oder arbeitest du parallel zu deinem Studium, heißt das, dass du womöglich auch schon Steuern zahlen musst. Und zwar dann, wenn du im Jahr mehr als 9.408 Euro verdienst (Stand 2020). Dein Ausbildungsbetrieb bzw. dein Arbeitgeber führt dann für dich alle Steuern an das Finanzamt ab. Dieses Verfahren nennt sich Lohnsteuerabzug. Über deine Steuererklärung kannst du aber alle deine Ausgaben rund um deine Ausbildung als Werbungskosten absetzen. So kannst du dich am Ende vermutlich über eine Erstattung von deinem Finanzamt freuen. Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem Beitrag „Was sind Werbungskosten?“.

Verlustvortrag

Wenn du studierst bzw. weniger als 9.408 Euro verdienst, heißt das aber noch nicht, dass du leer ausgehst. Denn du hast die Möglichkeit, deine Werbungskosten als Verlustvortrag mit ins nächste Jahr zu nehmen. Dabei sammelst du sämtliche Ausgaben rund um dein Studium bzw. deine Ausbildung und teilst diese in einer Steuererklärung deinem Finanzamt mit. Wenn du dann in Zukunft Steuern zahlst, wird dir der Betrag steuermindernd angerechnet.

So sparen deine Eltern: Kinderfreibetrag und Co.

Auch deine Eltern haben die Möglichkeit, für dich Geld zurück zu bekommen. Schließlich unterstützen Sie dich vermutlich auch während deiner Ausbildung. Um einen Teil ihrer Ausgaben zurück zu erhalten, haben sie folgende Möglichkeiten:

Kindergeld

Bis zu deinem vollendeten 18. Lebensjahr bekommen deine Eltern in jedem Fall Kindergeld für dich, wenn sie ihren dauerhaften Wohnsitz in Deutschland haben bzw. hier steuerpflichtig sind. Das beträgt 204 Euro im Monat für die ersten beiden Kinder, 210 Euro für das dritte und 235 Euro für das vierte Kind (Stand 2020).

Bist du hingegen schon volljährig, wird es etwas komplizierter. Bis zu deinem 25. Geburtstag können deine Eltern weiterhin Kindergeld für dich erhalten, wenn du dich in diesem Zeitraum in einer Ausbildung bzw. einem Studium befindest. Der Staat geht nämlich davon aus, dass du in dieser Zeit auf die Hilfe deiner Eltern angewiesen bist und unterstützt wiederum deine Eltern mit dem Kindergeld. Bist du hingegen bereits 25 Jahre alt, verlischt der Anspruch auf Kindergeld endgültig.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag ist ein fest vorgeschriebener Betrag, den deine Eltern von ihrem Einkommen abziehen können und somit weniger Steuern zahlen. Er setzt sich zusammen aus dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes sowie dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf (BEA). Insgesamt können deine Eltern pro Jahr 7.812 Euro (Stand 2020) absetzen. Doch Vorsicht: Das geht nur, wenn deine Eltern kein Kindergeld für dich bekommen, denn man kann leider nicht beides haben.

Ausbildungsfreibetrag

Haben deine Eltern grundsätzlich Anspruch auf den Kinderfreibetrag bzw. das Kindergeld, können sie auch einen Ausbildungsfreibetrag erhalten. Doch dafür müssen noch einige weitere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Du bist volljährig
  • Du befindest dich in einer Ausbildung bzw. einem Studium
  • Du wohnst nicht mehr bei deinen Eltern

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können deine Eltern pauschal 924 Euro ansetzen. Dabei ist es völlig egal, wie viel deine Eltern tatsächlich für dich bzw. deine Ausbildung/dein Studium ausgegeben haben. Sie müssen dem Finanzamt auch keine Belege vorlegen.

Doch aufgepasst: Der Ausbildungsfreibetrag gilt auch nur für die Monate, in denen deine Eltern Kindergeld bzw. einen Kinderfreibetrag erhalten. Bist du z.B. im Oktober fertig mit deinem Studium und beginnst zu arbeiten, haben deine Eltern für die Monate November und Dezember keinen Anspruch auf das Kindergeld/den Kinderfreibetrag für dich. D.h., dass sie auch den Ausbildungsfreibetrag nur anteilig bis Oktober ansetzen dürfen.

Unterhalt absetzen

Wenn du volljährig bist und deine Eltern keinen Anspruch mehr auf Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag für dich haben, können sie die Kosten für deinen Unterhalt absetzen. Sie können in diesem Fall bis zu 9.408 Euro (Stand 2020) pro Jahr als sogenannte „außergewöhnliche Belastung“ steuerlich geltend machen. Aber Achtung: Der Höchstbetrag von 9.408 Euro mindert sich zeitanteilig für die Monate, in denen du keine Unterstützung von den Eltern bekommen hast.

Doch auch hier gibt es wie immer einen Haken: Wenn du nebenher jobbst, wird alles über einem Verdienst von 624 Euro pro Jahr von den maximal 9.408 Euro abgezogen.

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2020-01-14T11:14:57+01:00