Trinkgeld – doch nicht immer steuerfrei?

27. September 2019

Ob im Restaurant, beim Frisör oder als Extra einmal im Jahr für den Zeitungszusteller –  jeder freut sich über Trinkgeld! Manche Kunden zeigen sich besonders spendabel, da kann schon ein nettes Sümmchen zusammenkommen. Doch schaut der Fiskus mit in deinen Geldbeutel? Ob du dein Trinkgeld versteuern musst oder nicht, erfährst du in diesem Beitrag.

Trinkgeld ist grundsätzlich steuerfrei!

Steuerfrei oder nicht – das ist hier die Frage. Die gute Nachricht: Trinkgelder sind nach dem Einkommensteuergesetz immer dann steuerfrei, wenn du sie von Dritten freiwillig und zusätzlich zum Arbeitslohn bekommst.

Das bedeutet: Warst du beim Kaffeeservieren besonders engagiert und gibt dir der Kunde dafür freiwillig ein üppiges Trinkgeld, bleibt es steuerfrei. Das Finanzamt geht in einem solchen Fall davon aus, dass sich in einem gewissen Maß eine „persönliche Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Trinkgeldgeber entwickelt hat“. In deine Steuererklärung muss diese Einnahme also nicht.

Gibt es auch Trinkgeld, das nicht steuerfrei ist?

Im Steuerrecht fehlt es an einem nicht: Ausnahmen. Deshalb gibt es auch Trinkgeld, für welches Steuern anfallen. Das ist immer dann der Fall, wenn es nicht freiwillig gezahlt wird, sondern aufgrund einer Vereinbarung ein Anspruch darauf besteht und der Arbeitgeber es gemeinsam mit dem Lohn auszahlt. Sogar Beiträge zur Sozialversicherung müssen darauf bezahlt werden. Dazu gehören zum Beispiel Bedienzuschläge im Gastgewerbe oder Metergeld im Möbeltransportgewerbe.

Gemeinsame Trinkgeldkasse

Du und deine Kollegen habt eine gemeinsame Kasse, in die das Trinkgeld von allen kommt, um später gerecht aufgeteilt zu werden? Auch hier gilt: keine Steuern! Mit dem Fiskus müsst ihr die Kasse also nicht teilen.

Pourboire im Casino: Die persönliche Beziehung zählt

Schlechte Karten hast du allerdings, wenn du im Casino jobbst: Denn bei dem sogenanntem „Tronc“ gilt – wer hätte es gedacht – eine Ausnahme bezüglich Steuern. Troncs sind z. B. Jetons, die von Besuchern eines Casinos in die Trinkgeldkasse der Angestellten gezahlt werden – meistens nach einem Gewinn. Bei dem mageren Grundgehalt der Casino-Angestellten ist das eine wichtige Einnahmequelle.

Aber der Bundesfinanzhof als höchstes Steuergericht hat entschieden, dass es keine ausreichende „persönliche Beziehung“ zwischen Spielbankbesucher und Angestellten gibt. Den ausgezahlten Tronc musst du daher versteuern!

Nice to know: der „Toilettengroschen“

Für alle, die mit ihrem Wissen angeben möchten: Die paar Cent, die man nach einem Gang auf eine Toilette aus Gefälligkeit auf den Teller legt, geht in der Regel an den Pächter der WC-Anlage und ist daher kein Trinkgeld für das dortige Personal. Wenn der Pächter das Geld nutzt, um seine Angestellten zu bezahlen, handelt es sich dann um normalen, Arbeitslohn, den man versteuern muss.

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2019-09-27T10:21:42+02:00