Verlustvortrag – was ist das?

5. Februar 2020

Die Steuerwelt hält einige Begriffe bereit, die im ersten Moment abschreckend sein können. Doch keine Sorge: hinter dem Verlustvortrag verbirgt sich eine tolle Sache, die dir ordentlich Geld bringen kann! Wir zeigen dir was das genau ist und was du beachten musst.

Das steckt dahinter

Im Grunde steckt das schon im Wort: hier geht es um deine Verluste. Verluste machst du immer dann, wenn deine Ausgaben deine Einnahmen übersteigen. Das passiert in dein meisten Fällen während des Studiums. Ob Fachbücher, Laptop, Büromaterial oder sogar -möbel – die Kosten steigen schnell auf ein ordentliches Sümmchen. Und da du in der Regel während deines Studiums noch keine Einnahmen hast, auf die du Steuern zahlen musst, übersteigen deine Ausgaben schnell die Einnahmen und es entsteht für dich eben solch ein Verlust.

Nun kannst du all diese Kosten sammeln und dem Finanzamt in einer Steuererklärung vortragen. Wenn das Finanzamt alle Ausgaben akzeptiert und dir ein Verlust entsteht, erhältst du einen sogenannten „Bescheid über die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“. Und wenn du in einem späteren Jahr einen Job beginnst und Steuern zahlen musst, kannst du diese Verluste als Werbungskosten geltend machen. Das mindert den Betrag, auf den du Steuern zahlen muss und führt oft zu einer ordentlichen Steuerrückzahlung.

Es kann passieren, dass das Finanzamt deinen Verlust auch ins Vorjahr zurückträgt. In diesem Fall kannst du dem Bescheid widersprechen oder einen Vortrag beantragen.

Vorsicht beim Erststudium

Lange Zeit herrschte ein Streit darüber, ob es verfassungsgemäß ist, dass der Verlustvortrag nur für das Zweitstudium möglich ist. Nach langer Beratung hat das Bundesverfassungsgericht nun leider entschieden, dass es bei der bisherigen Regelung bleibt. Das bedeutet im Klartext: Nur Studenten, die bereits einen Studiengang abgeschlossen haben, können ihre Studienkosten als Werbungskosten in ein späteres Jahr mitnehmen. Für Bachelor-Studenten bleibt jedoch weiterhin die Möglichkeit, Studienkosten als Sonderausgaben abzusetzen.

Werbungskosten vs. Sonderausgaben

Nun stellt sich die Frage: Was ist eigentlich der Unterschied? Ganz einfach: Sonderausgaben kannst du nur in dem Jahr von der Steuer absetzen, in dem dir die Kosten entstanden sind. Für deine Studienkosten bedeutet das, dass du die Verluste nicht in das Jahr mitnehmen kannst, in dem du tatsächlich Steuern zahlen wirst. Leider bedeutet das im Umkehrschluss, dass du die Kosten für dein Bachelor-Studium nicht absetzen kannst, wenn dein Verdienst in diesem Jahr unter dem Grundfreibetrag lag (im Jahr 2020 z. B. 9.408 Euro ) und somit keine Steuern angefallen sind.

Ein weiterer Nachteil der Sonderausgaben: Du kannst Sonderausgaben nur bis zu einem maximalen Betrag von 6.000 Euro absetzen. Wenn du höhere Ausbildungskosten hattest, geht leider alles über 6.000 Euro verloren. Werbungskosten sind hingegen nicht auf einen Maximalbetrag beschränkt.

Wie kann ich den Verlustvortrag machen?

Für den Verlustvortrag musst du keinen Antrag stellen. Es reicht, wenn du eine normale Steuererklärung abgibst. In dieser gibst du in der Anlage N deine Studienkosten ein. Die entsprechende Stelle findest du auf der zweiten Seite bei „Fortbildungskosten“. In der Kopfzeile des Mantelbogens musst du dann nur noch ein Häkchen bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ setzen – fertig.

Und wenn du es dir noch einfacher machen möchtest: In ilovetax kannst du deine Studienkosten ganz bequem angeben. Alle Angaben werden dann in deiner Steuererklärung für dich an der richtigen Stelle platziert.

2020-02-11T07:53:14+01:00