MeinBürofür Mac
MeinBüro-All-in-One-Bürosoftware

Forderungen abrechnen: Auf die Reihenfolge kommt es an

Viele Unternehmen und Selbstständige leiden unter der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden. Unbezahlte Rechnungen machen Mühe, belasten die eigene Liquidität und können sogar wirtschaftlich kerngesunde Betriebe in Existenznöte bringen. Schadenersatz in Form von Mahngebühren und Verzugszinsen sind da nur ein schwacher Trost. Doch selbst dabei machen manche säumigen Zahler es ihren Gläubigern noch schwer.

Hintergrund: Leistet ein Schuldner Teilzahlungen, stellt sich die Frage, in welcher Reihenfolge sie auf die verschiedenen Forderungs-Bestandteile angerechnet werden. Eine Gesamtforderung besteht üblicherweise aus…

  • der Hauptforderung (Nettoentgelt plus Umsatzsteuer),
  • dem Schadenersatz für Mahnkosten gemäß § 280 BGB sowie
  • den Verzugszinsen gemäß § 286 BGB.

Da für Verzugszinsen laut § 289 BGB ein „Zinseszinsverbot“ gilt, kann die Reihenfolge der Teilzahlungs-Verrechnung spürbare finanzielle Konsequenzen haben. In § 367 Abs. 1 BGB ist daher die folgende standardmäßige Abrechnungs-Reihenfolge festgelegt: „Hat der Schuldner außer der Hauptleistung Zinsen und Kosten zu entrichten, so wird eine zur Tilgung der ganzen Schuld nicht ausreichende Leistung zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die Hauptleistung angerechnet.“

Vorteil für den Gläubiger: Bei der standardmäßigen Verrechnung…

  1. Kosten
  2. Zinsen
  3. Hauptforderung

…fallen aufgrund der bis zuletzt anteilig offenen Hauptforderung zusätzliche Verzugszinsen an. Und zwar solange, bis die Gesamtforderung beglichen ist.

Wahlrecht des Schuldners

Laut Absatz 2 der Vorschrift kann der Schuldner allerdings eine für ihn günstigere Verrechnungs-Reihenfolge bestimmen. Dabei gilt bereits das centgenaue Begleichen der Hauptforderung üblicherweise als Hinweis darauf, dass die Zahlung als Ausgleich des ursprünglichen Rechnungsbetrags gedacht ist.

Der Gläubiger darf in dem Fall zwar „die Annahme der Leistung ablehnen“. Das wird wohl nur in Ausnahmefällen geschehen. Es hindert Sie allerdings niemand daran, auf Ihrer eigenen Verrechnungs-Reihenfolge zu bestehen und die entsprechenden Verzugszinsen bei einer Mahnung der Restforderung in Rechnung zu stellen. Ob Sie letztlich auf deren Durchsetzung beharren oder nicht, können Sie später immer noch nach Lage der Dinge im Einzelfall entscheiden.

Hinweis

Bitte beachten Sie:

Sondervorschriften für die Forderungsabrechnung gelten für Verbraucher-Darlehensverträge. Gemäß § 497 BGB gilt in dem Fall generell die für Schuldner günstigere Abrechnungsreihenfolge „Kosten à Hauptforderung à Zinsen“.

Hinweis

Diese Beiträge könnten
Ihnen auch gefallen

Hier finden Sie aktuelle Themen rund um die Themen MeinBüro, Features & Funktionen sowie News & Trends und vieles mehr.
12.12.2018

Ab Januar 2019: EU-Richtlinie regelt Umgang mit Gutscheinen neu

Ein Gutschein ist juristisch gesehen eine Urkunde, die in § 793 BGB als „Schuldverschreibung auf den Inhaber“ ...
05.12.2018

Selbstständigen Report 2018: Zukunft von Selbstständigen und Gründern

Unter dem Motto „Jetzt Zukunft gestalten – Wir geben Selbstständigen und Gründern eine Stimme“ haben wir Sie ...
29.11.2018

Selbstständigen Report 2018: Frauen und Selbstständigkeit

Wie ist die Lage für Gründerinnen und selbstständige Frauen in Deutschland? MeinBüro und der Verband der Gründer ...

Newsletter abonnieren

Gerne ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen, wie unsere flexible Cloudlösung Sie bei Ihrer mobilen Büroarbeit unterstützen kann.