Macht dein Verein diese 10 Fehler im Internet?

Ob und wie ein Verein im Internet auftreten möchte, ist ihm grundsätzlich selbst überlassen. Wir wissen jedoch bereits, wie wichtig ein professioneller Online-Auftritt für das Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitgliedergewinnung im Verein ist.  

Aber wenn schon – dann bitte richtig. 🙂 Halbe Sachen, ungepflegte Websites oder verwirrende Strukturen mag niemand. Schließlich hat heutzutage doch niemand mehr Zeit. Deshalb legen wir uns beim Aufbau unserer Internetpräsenz richtig ins Zeug und vermeiden die folgenden typischen Fehler!

Die häufigsten 10 Fehler im Internet

Die Wünsche und Erwartungen der Nutzer im Internet sind unterschiedlich. Dennoch ist es wichtig, Ärgernisse, die Websites bereiten können, zu beheben.  Die häufigsten 10 Fehler im Internet haben weder mit Erfahrung noch mit Technik zu tun, sondern mit der mangelnden Bereitschaft der Betreiber, sich für die Nutzer ins Zeug zu legen.

Top 10 – Fehler im Internet

1. Grafiken: Zu klein, zu groß?

Grafiken erfreuen das Auge. Deshalb sind sie sehr wichtig für den Internetauftritt. Sie ergänzen und gestalten die Vereinswebsite.  Der Nachteil: Sie setzen sich aus großen Datenmengen zusammen. Für Internetnutzer, die Zuhause über’s Kabel mit dem Internet verbunden sind und eine große Datenmenge in kurzer Zeit abrufen können, ist das kein Problem. Aber wir müssen weiter denken: Die meisten Nutzer rufen Internetseiten heutzutage mobil auf. Den Nutzer wird es nicht freuen, wenn er für das Aufrufen deiner Vereinswebseite sein Datenvolumen ausschöpfen muss. Deshalb sollte man unbedingt darauf achten, Bilder zu komprimieren. Hier muss man Abstriche machen und eine gute Balance zwischen Qualität und Datengröße finden.

Tipp: Das kostenlose Online-Tool TinyJPG kann dir dabei helfen, deine Bilder zu komprimieren, ohne an Qualität einzusparen.

2. Animationen: Verwirrendes Blitzen und Blinken

Eine gut gemachte Flash-Animation ist ein Hingucker. Zwei sind schon zu viel. Und Webseiten, auf denen es an allen Ecken und Kanten blitzt und blinkt wie auf dem Jahrmarkt, ermüden die Augen und die Konzentration. Das ist längst out! Minimalismus und Funktionalität stehen mittlerweile im Fokus – zurecht!

Tipp: Man kann nicht nur Bilder und Grafiken im Flash-Format erstellen, sondern auch die Texte einbinden. Doch das bringt zwei Nachteile mit sich: Erstens kann der Text dann nicht ausgedruckt werden. Zweitens können Suchmaschinen diese „Flash-Texte“ nicht erkennen – Dein Verein würde also nicht von ihnen gelistet und wäre für Interessenten nicht auffindbar. Also im Zweifel lieber Finger weg von Experimenten. Eine gute und informative Homepage kommt auch ohne oder mit wenig Animationen aus.

3. Fehlende Aktualität: Wieder nichts Neues für die Neugier

Aktualität hat im Internet höchste Priorität – zumindest in der Theorie. In der Praxis findet man hingegen leider viele Websites, auf denen sich Monate lang nichts verändert. Hier lohnt sich ein Besuch für die Stammleser gar nicht. Schließlich gibt es auch keine neuen Inhalte, die sie lesen könnten.

Tipp: Wenn Dein Verein die Website von einem kommerziellen Anbieter entwickeln lässt, solltest Du darauf achten, dass ein Vereinsmitarbeiter neue Inhalte ohne kostspielige externe Hilfe einpflegen kann. Dafür gibt es „Content-Management-Systeme“ (CMS); eines, das jedermann kostenlos nutzen kann, ist zum Beispiel „TYPO3“ – das gängigste CMS ist „WordPress“ (auch dieser Blog wird über WordPress gepflegt!). Die Pflege dieser Systeme kann man relativ schnell erlernen. Manche Agenturen bieten hierfür Schulungen oder Webinare an. Internet-affine Personen können auch mal bei YouTube stöbern, dort findet man sicher einige Tutorials, die einem die Bedienung der Systeme erklären.

4. Minischrift: Ein lupenreiner Fehlgriff

Selbst neue und interessante Informationen bereiten kein Vergnügen, wenn sie in einer Schriftgröße abgebildet werden, die man nur als Kurzsichtiger oder mit Vergrößerungsglas entziffern kann. Sie mag beim ersten Hinsehen schick aussehen, strapaziert die Augen auf Dauer aber enorm. Und auf einem kleinen Laptop-Monitor oder gar dem Mobiltelefon ist sie unzumutbar.

Tipp: Die ideale Schriftgröße  für’s Web liegt (anders als im Print-Bereich) bei Schriftgröße 15-16.
Wenn Dir die Schrift einer Internetseite zu klein ist, kannst Du sie vergrößern, indem Du zugleich die Tasten „strg“ und „+“ drücken (entsprechend zum Verkleinern: „strg“ und „–“).

5. Gemeines Gemeinschaftsprinzip

Internetauftritte haben meist ganz unterschiedliche Zielgruppen: Mitglieder, Kenner und Kunden auf der einen, Neugierige und Neulinge auf der anderen Seite. Doch die zweite Seite wird manches Mal vergessen – und dann fühlen sich die „Zuwanderer“ wie ungebetene Gäste.

Tipp: Einem Verein sollte das auf keinen Fall passieren, schließlich lebt er davon, dass immer wieder Neue mitmachen. Denke deshalb beim Konzipieren und Aktualisieren Deiner Website immer an diese Zielgruppen und schreibe so, dass es nicht nur die Kenner verstehen. Insider sind toll, aber bitte nicht auf der Vereinswebsite!

6. Cookies: Service- oder Spionageprogramm?

Cookies können den Service im Internet verbessern, zum Beispiel indem sie die Gewohnheiten des Nutzers registrieren und die Website daran individuell anpassen. Doch viele Internetnutzer empfinden ein Unbehagen, dass ihnen jemand im Netz „über die Schulter blickt“ und fühlen sich eher ausspioniert als wertgeschätzt. Sie schalten deshalb im Browser die Cookie-Funktion ab. Wenn sie eine Website informiert, dass sie die Funktion wieder einschalten müssen, um eine Anwendung nutzen zu können, suchen sie lieber das Weite.

Tipp: Überlege dir genau, wie deine Vereinswebsite zu Cookies steht und wie der Warnhinweise zum Einschalten der Cookies gestaltet ist. Er sollte nicht abschreckend geschrieben sein und den Nutzer nicht davon abhalten, deine Inhalte zu konsumieren.

7. Pop-ups: Ab dem zweiten ist man weg vom Fenster

Gemeint sind nicht solche Pop-ups, die der Nutzer selbst öffnen kann, um zum Beispiel vertiefende Zusatzinformationen zu erhalten. Gemeint sind diejenigen, die sich „aufdrängen“ und meistens Werbung enthalten. Die meisten Nutzer sind bereit, ein Pop-up zu akzeptieren. Doch wenn ein zweites bald folgt, reißt schnell der Geduldsfaden und statt des Pop-up-Fensters wird die Website weggeklickt.

Tipp: Pflege einen sparsamen Umgang mit Pop-Ups! Verwende auf keinen Fall mehr als eins und überlege dir, welches Ziel dieses Pop-Up verfolgt. Der Nutzer sollte die Möglichkeit haben, das Pop-Up einfach und mit einem Klick zu schließen.

8. Kleinteilige Klappmenüs

Die Navigation dient dazu, dem Nutzer einen schnellen Eindruck zu vermitteln, was eine Website im Angebot hat. Wenn aber eine Website sehr viele Rubriken enthält, passen sie bald nicht mehr in die waagerechte Navigationsleiste. Was nun? Eine elegante Lösung sind Aufklappmenüs. Auf den ersten Blick, also solange das Klappmenü nicht geöffnet wird, herrscht auf der Seite die schönste Ordnung. Öffnet der Nutzer aber das Menü, ist der Spaß vorbei. Er sieht sich unverhofft einer endlos langen, unübersichtlichen Liste von Menüpunkten gegenüber. Wer soll da den Überblick behalten?

Tipp: Halte die Menüstruktur so flach wie möglich! Auch die Bezeichnungen der Menüpunkte sollten einfach, klar und für die Zielgruppe verständlich sein. Falls dein Verein sich an die ältere Generation richtet, solltest du lieber von Anglizismen und englischen Bezeichnungen Abstand nehmen.

9. Plug-ins: Selbst kostenlose können Nerven kosten

Wer ein Plug-in benötigt, um eine Anwendung auf einer Webseite zu nutzen, findet es oft kostenlos im Internet. Doch manchen Nutzer beschleicht dann ein ungutes Gefühl: Ist die Software wirklich „sauber“? Enthält sie womöglich Viren? Oder Trojaner? Oder ein Spionageprogramm? Obwohl viele Nutzer nicht genau wissen, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, wissen sie doch, dass im Netz höchste Vorsicht geboten ist. Also entscheiden sie sich nur schweren Herzens, das Plug-in zu laden und zu öffnen – oder sie schließen stattdessen die „anspruchsvolle“ Website.

Tipp: Gestalte deine Website so, dass keine zusätzlichen Plug-Ins nötig sind, um sie barrierefrei zu nutzen.

10. Links: Wenn Nomen nicht Omen ist

Links sollen dem Nutzer die Navigation erleichtern. Das setzt voraus, dass sie verständliche Bezeichnungen haben – aber das haben sie längst nicht immer. Sei es, weil sich der Texter nicht genug Mühe gegeben hat, sei es, weil man den Nutzer auf eine Seite locken möchte, die er bei korrekter Bezeichnung nicht aufgerufen hätte. So oder so: Nutzer, die in die Irre geführt wurden, könnten der Website künftig den Rücken zukehren.

Tipp: Linktexte geben immer einen „Vorgeschmack“ auf das, was sich hinter dem Link verbirgt. Wer auf die Presseseite der Homepage verlinkt, sollte den Linktext nicht „Unser Vereinsfest“ nennen. Ein transparenter Umgang mit Links ist wichtig für einen seriösen Auftritt der Vereinswebsite.

Infografik: Vermeide diese 10 Fehler auf der Vereinswebsite für einen professionellen Internetauftritt deines Vereins
Infografik: Vermeide diese 10 Fehler auf der Vereinswebsite für einen professionellen Internetauftritt deines Vereins

In unserer Vereinslounge entsteht eine Beitragssammlung zum Thema „Verein online“ für alle, die sich weiterführend über das Thema „Verein im Internet“ informieren wollen. 

Jessica Diehl

Hallo! Ich heiße Jessica Diehl, bin 26 Jahre alt und blogge hier für MEINVEREIN. Auch privat beschäftige ich mich sehr viel mit der Vereinswelt, denn ich bin selbst in mehreren Vereinen tätig - sowohl als Mitglied als auch in der Vereinsverwaltung.

Schreibe einen Kommentar