5 Gründe, warum man Durststrecken im Verein akzeptieren kann

Bereiten unmotivierte Vereinsmitglieder auch dir – als Vereinsverwalter – von Zeit zu Zeit Sorge? Hast auch du hin und wieder das Gefühl, dass eure Vereinsarbeit und euer Vereinsleben gelegentlich stagnieren? Dann gerate nicht in Panik, denn: Wir verraten dir heute 5 Gründe, warum man Durststrecken im Verein getrost akzeptieren kann!

Durststrecken gibt’s auch in Deinem Verein

Dass die Vereinsarbeit und das Vereinsleben auf Dauer nur dann funktionieren können, wenn sie gewissermaßen Früchte tragen und ihre selbst gesteckten Ziele erreichen, ist allen bekannt. Doch was, wenn sich plötzlich eine „Durststrecke“ ankündigt, weil keine Ziele und Termine in Sichtweite sind?
Sicher kennt auch ihr das Phänomen der „Durststrecken“ aus eurem eigenen Vereinsleben.
Es ist kein greifbares Ziel in Sicht, weil der nächste Auftritt eures Musikvereins noch eine Weile auf sich warten lässt?
Euer Vereinsleben pausiert gerade völlig, da ihr aktuell eine saisonale Trainingspause im Sportverein einlegt?
Die Gründe für solche Durststrecken im Verein können vielfältig sein.
Und doch sind die Folgen dieser  „Ruhephasen“ häufig recht ähnlich: mangelnde Proben- oder Trainingsbeteiligung, Antriebslosigkeit und Langeweile, unmotivierte Vereinsmitglieder.

 

Können Durststrecken im Verein nicht auch sinnvoll sein?

Um Leerlauf-Phasen im Vereinsleben zu vermeiden, neigt manch ein Vereinsverwalter dazu, den Vereinskalender lückenlos zu füllen.

Hinsichtlich einer ausgewogenen Work-Life-Balance ist das jedoch sowohl für den Vereinsvorstand, als auch für die Vereinsmitglieder sicher nicht die angenehmste Lösung.
Und: Wer jahrelang in der Vereinsarbeit tätig ist, der weiß, dass sich eben jene Durststrecken meistens auch mit aller „Gewalt“ nicht vermeiden lassen. Irgendwann kommt nun mal der Punkt, an dem das Vereinsleben ausgebrannt ist und eine Pause braucht.

Dann ist jedoch das Wichtigste: Nicht in Panik verfallen! Durststrecken sind für meine Begriffe nämlich völlig okay und sogar enorm wichtig für eine gesunde Fluktuation eures Vereinslebens!

Wieso das so ist?

Ich verrate euch hier meine Top 5 Gründe, warum man Durststrecken im Verein (hin und wieder) akzeptieren kann. 

1. Man kann nicht immer auf Hochtouren laufen

Was der Popsänger Tim Bendzko uns mit seinem Song  „Ich bin doch keine Maschine“ sagen möchte, hat einen wahren Kern: Jeder braucht ab und zu eine Pause. Niemand kann dauerhaft auf Hochtouren laufen und sich in seiner Bestform zeigen.
Gerade als motivierter und engagierter Vereinsverwalter sollte man sich deshalb ab und zu eingestehen, dass man auch an eine gesunde Work-Life-Balance denken muss. Der Verein ist wichtig, aber unser Privatleben ist es auch.
Deshalb mein Tipp: Baut solche Phasen ganz bewusst in eure Jahresplanung ein, gönnt euch Ruhezeiten, in denen ihr auch mal die „Seele baumeln“ lassen könnt. In diesen Zeiten besteht die Möglichkeit zur Entspannung, Zeit für Ausgleich und Rückbesinnung. Damit die Vorstandsarbeit und das Engagement für den Verein nicht irgendwann zum Zwang wird und weiterhin unsere größte Leidenschaft bleibt, sollten wir „Durststrecken im Verein“ gelegentlich mit offenen Armen begrüßen. 🙂

2. Leerläufe entspannen Konfliktsituationen

Nicht nur den einzelnen Mitgliedern des Vereins geht irgendwann mal die Puste aus – auch das „Vereinsleben“ als feste Institution unseres Alltags leidet unter dauerhaftem Leistungsdruck.  
Oftmals birgt dieser Leistungsdruck vor allem eins: Konfliktpotenzial.

Um unliebsamen Konflikten und Streitigkeiten den Garaus zu machen, kann eine vorübergehende Durststrecke im Verein wahre Wunder bewirken. Leistungs- und Erwartungsdruck ist der Nährboden aller Konflikte. Durch diese Zustände geraten wir aneinander, verteidigen unsere eigenen Interessen vor denen des Gemeinwohls, sind uneinsichtig und stur. Eine Ruhephase dient der Regeneration von Konflikten, weil sie eben jenen Druck herausnimmt und uns Zeit der Besinnung schenkt. Man gewinnt etwas Abstand zur Debatte und hat die Chance zu erkennen, dass der Konflikt vor allem durch zu große Anspannung zu Stande gekommen ist.

Falls auch die kleine Ruhephase den Konflikt nicht entspannt, zeigt euch ein anderer Beitrag 4 Kniffe für mehr Harmonie im Verein.

3. Kleine Durststrecken sind Sammelbecken für neue Motivation

Was gibt es Schöneres, als sich eine Weile auf seinen Lorbeeren auszuruhen und sich an erfolgreiche Zeiten zurück zu erinnern?
Richtig: Nichts.
Doch nach einer schönen Zeit der Entspannung kommt häufig recht schnell das Gefühl von Langeweile auf. Und grundsätzlich gilt: Wer sich langweilt, sucht eigentlich nach Beschäftigungen und hat gewissermaßen Tatendrang. Das ist der Punkt, an dem ihr als Vereinsverwalter anknüpfen könnt.
Wer sich offensichtlich langweilt, hat wohl genug entspannt und Zeit für neue Projekte! Neue Aufgaben! In Zeiten des Leerlaufes merkt man oftmals, wie sehr die Vereinsarbeit den eigenen Alltag begleitet und wie sehr sie fehlt, wenn es mal etwas weniger zu tun gibt. So schöpft man nicht nur Kraft für bevorstehende Projekte, sondern auch geballte Motivation!

4. Ruhigere Phasen lassen Highlights noch mehr strahlen

Erfolg ist toll. Da sind wir uns alle einig. Doch wie bedeutsam erscheint der kleine Erfolg einem erfolgsverwöhnten Menschen?
Richtig. Er wird ihn kaum als solchen wahrnehmen.
Was ich damit sagen will ist einfach: Ein Verein steht – in der Regel – nicht unter dem Druck, pausenlos große Erfolge erzielen zu müssen. Umso schöner ist es, wenn die Arbeit dennoch Früchte trägt und nicht erfolglos bleibt. Doch kommen diese kleinen und großen Erfolge nicht vor allem dann zur Geltung, wenn es hin und wieder auch mal kleine Flauten gibt?
Jedem – und insbesondere jedem Verein – sei natürlich dauerhafter Erfolg gegönnt. Aber mal realistisch betrachtet: Wer hat noch nie Rückschläge erlebt? Diese sind natürlich nicht wünschenswert. Jedoch helfen uns solche Leerlaufphasen dabei, uns auf die schönen Momente und die Highlights zu fokussieren und diese in ihrer vollen Bandbreite zu genießen, statt „erfolgsblind“ durch das Vereinsjahr zu hetzen.

5. Zeit um zu memorieren – sortieren – archivieren

Neben all der Verwaltungsarbeit und den alltäglichen Verpflichtungen, die man als Vereinsverwalter hat, kommt eines oftmals viel zu kurz: die Pflege des Vereinsarchives!
Während man in Zeiten der Hochkonjunktur bereits mit der Vor- und Nachbereitung bevorstehender Termine und Veranstaltungen beschäftigt ist, kann man sich in ruhigeren Zeiten getrost anderen Aufgaben widmen. Die Pflege eines Archives kann lästig sein – muss es aber nicht. Denn bewusstes Memorieren bestimmter Ereignisse des Vereinslebens kann wunderbar positive Wirkungen auf den eigenen Gemütszustand und den Stolz haben. „Schaut mal, was wir  im vergangenen Jahr alles erreicht haben.“ – eine Phrase, die absolute Zufriedenheit ausstrahlt. Und zufrieden können wir Vereinsverwalter hin und wieder wirklich sein! 🙂

 

Durststrecken im Verein: Meine Tipps für die „richtige“ Balance

Die richtige Balance zwischen Hochzeiten und Durststrecken zu finden ist sicher nicht einfach. Hierfür gibt es kein ultimatives Rezept, das vorschreibt, wie viel Leerlauf prozentual zu tollen Ereignissen stehen muss. Manche Vereine sind an saisonale Pausen gebunden. Ein Ski-Verein erlebt im Sommer oft zwangsläufig eine Durststrecke (und hier ganz im wörtlichen Sinne ;-)).  Viele Gruppierungen hingegen fallen in das berüchtigte „Sommerloch“. Wichtig ist meines Erachtens jedoch nur, dass sich die Pausen und Ruhezeiten euren persönlichen Bedürfnissen anpassen. Achtet auf euch und eure Vereinsmitglieder und wehrt euch nicht vehement gegen Durststrecken im Verein – aus oben genannten Gründen können sie sich durchaus positiv auf euer gemeinsames Vereinsleben auswirken.
Nach erfolgreicher Entspannung darf aber auch durchaus wieder gearbeitet werden. 😉

Jessica Diehl

Hallo! Ich heiße Jessica Diehl, bin 26 Jahre alt und blogge hier für MEINVEREIN. Auch privat beschäftige ich mich sehr viel mit der Vereinswelt, denn ich bin selbst in mehreren Vereinen tätig - sowohl als Mitglied als auch in der Vereinsverwaltung.

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