Du hast die Instrumente der Marktforschung genutzt? Bestimmt bist du auf interessante Ergebnisse gestoßen! Jetzt gilt es, sie in attraktive Leistungen „zu übersetzen“. Was sagen dir also die gesammelten Informationen über eine erfolgreiche Marketingstrategie für den Verein? Leider gibt es kein Patentrezept für die perfekte Marketingstrategie. Schon deshalb nicht, weil große oder aber kleinere Vorhaben unterschiedliche Anforderungen mit sich bringen. Einige grundsätzliche Tipps sind aber auf jedes Marketingkonzept anwendbar:

Vorbereitung einer Marketingstrategie für den Verein

  1. Konzentriere dich auf das Wesentliche!

Die Welt ist voll von Informationen. Das ist eine Chance. Aber auch eine Gefahr. du entgehst ihr, wenn du deine Marketingziele im Blick behälst und dich auf Informationen beschränkst, die du dafür benötigst.

  1. Prüfe, wo Marktbedürfnisse und das Leitbild des Vereins zusammenpassen!

Wo decken sich die Anliegen deine Vereins und die Bedürfnisse der (potenziellen) Kunden? Hier solltest du aktiv werden. Aber natürlich sind die Erwartungen der Kunden auch Anlass, über die Weiterentwicklung des Leitbildes nachzudenken.

  1. Ergänze einzelne Maßnahmen zu einer Strategie!

Wichtig ist, dass du alle Daten im Zusammenhang interpretierst. Gleich, ob du Leistungen oder Kommunikation gestaltest – herauskommen sollte ein stimmiges Bild, dessen Rahmen das Leitbild ist. So gewinnst du ein glaubwürdiges Profil mit klaren Identifikationsmerkmalen.

  1. Denke an die Kommunikation!

Angebote sind leichter zu gestalten als die Kommunikation. Aber sie ist wichtig! Das gilt für den Dialog im Verein. Das gilt auch für den Dialog mit Menschen aus dem Vereinsumfeld. Nur wenn sich die Zielgruppen angesprochen fühlen, entsteht Kontakt. Nur wenn Kontakt entsteht, wirst du Mitglieder binden und neue gewinnen.

  1. Prüfe, ob Ihnen ausreichende Ressourcen zur Verfügung stehen!

Das Machbare zu realisieren – so funktioniert erfolgreiches Marketing. Aber was ist machbar? Oftmals mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Die präzise Planung von

  • Geldmitteln
  • Sachmitteln
  • Personalkapazitäten

zeigt, was möglich ist. Und sie verhindert, dass deinem Marketingkonzept die Luft ausgeht.

 

Vier wegweisende Antworten

Marketing wirft grundsätzliche Fragen auf und sucht neue Antworten. Eine Marketingstrategie wird daraus, wenn du vier wichtige Antworten zu einem Handlungskonzept verbindest. Der Baustein Projektarbeit ist dein Wegweiser, um das einzelne Marketingvorhaben zu realisieren.

  1. Welche Angebote erfüllen die Bedürfnisse unserer Zielgruppe?

Zielgruppenbestimmung

Bevor du über attraktive Leistungen und Service nachdenkst, stellt sich natürlich die Frage: für wen? Senioren haben andere Erwartungen als Jugendliche, Frauen vielleicht andere als Männer. Eine genau Zielgruppenbestimmung ist die Grundlage für maßgeschneiderte Angebote und wirksame Kommunikation.
Welche Zielgruppe möchte also dein Verein ansprechen?

Kundenorientierung

Auf den Kunden kommt es an! Es sind deine heutigen Mitglieder – und die von morgen. Was aber erwarten sie von deinem Verein? Entscheidend ist nicht, was die Macher im Verein machen wollen, sondern was andere Menschen mitmachen wollen.
Was ist den Kunden wichtig?

Leistung und Service

Wie solltest du  Angebote gestalten, damit sie für die Zielgruppen interessant sind? Dabei geht es zunächst natürlich um die Leistung selbst, zum Beispiel ein Programm für Jugendliche. Welche Aktivitäten begeistern sie?

Der Service ist Teil der Leistung. Welche Erwartungen haben Kunden an die Dienstleistungen deines Vereins? Dazu gehören natürlich Bedingungen, wie Orte und Zeiten. Sind Jugendliche zum Beispiel eher am Nachmittag zu erreichen oder am Abend?

Identifikation und Kommunikation

Es geht nicht nur um Leistungen. Genauso kommt es vielen Menschen vor allem auf den Platz in der Gemeinschaft an. Sie möchten sich in deinem Verein zuhause fühlen.
Das wirft Fragen auf:

  • Wie nehmen Mitglieder und Menschen im Umfeld den Verein wahr?
  • Können sie sich mit ihm identifizieren?
  • Was muss geschehen, um die Identifikation zu stärken?

 

Widersprüchliche Bedürfnisse

Vor allem in den Städten ist es schwieriger geworden, Identifikation zu stiften. Gesellschaftliche Strukturen brechen immer mehr auf. Nehmen wir die Familie oder den Arbeitsplatz: Wo früher feste Zugehörigkeit herrschte, bestehen heute oft nur noch lockere Bindungen. Viele möchte es gar nicht mehr anders; sie fühlen sich freier. Viele aber auch einsamer.
Wie reagiert dein Verein auf diese gegenläufigen Bedürfnisse? Wie sprichst du Menschen an, die Zugehörigkeit suchen, aber zugleich ihre Selbstständigkeit schützen wollen? Frage die Mitglieder und Interessenten, wie sie den Verein wahrnehmen. Ein Image-Diagramm hilft Ihnen, Kriterien festzulegen und die Ergebnisse abzubilden.

Kommunikation kennt viele Spielarten

Ein Teil des Angebots ist also auch die Kommunikation. Damit sind alle Prozesse gemeint, die Einfluss auf die Identifikation haben.
Im Vordergrund steht natürlich die Sprache. Welcher „Tonfall“ wird in deinem Verein gepflegt? Entscheidenden Einfluss haben sicherlich die einzelnen Übungsleiter. Ihre Art zu kommunizieren sollte zur Zielgruppe passen.
Auch Rechte und Pflichten wirken auf die Wahrnehmung. Wie weit reicht zum Beispiel das Mitspracherecht der Mitglieder? Können sie aktiv Einfluss nehmen oder wird „für sie“ entschieden?
Die Mitgliedschaft selbst in ein Signal. Jugendliche zum Beispiel möchten vielleicht nicht Vereinsmitglied werden, weil feste Zugehörigkeit ihrem Abgrenzungsbedürfnis entgegenstehen. Vielleicht willst du ihnen trotzdem anbieten, mitzumachen – aber ohne Mitgliedsausweis?
Sogar die „Kleiderordnung“ ist Teil der Kommunikation. Kleider machen Leute, da ist viel dran. Nehmen wir Jugendliche: Wie sollte zum Beispiel ein Trikot aussehen, mit dem sie gern in der Öffentlichkeit auftreten?
Die Liste der Faktoren, die sich auf die Kommunikation auswirken, ist hier noch nicht abgeschlossen. Aber sie gibt Ihnen Anhaltspunkte, um weitere, oft versteckte Einflüsse aufzuspüren.

  1. Welche Beiträge kann und will unsere Zielgruppe zahlen?

Die Vereinsangebote müssen (auch) über Mitgliedsbeiträge finanziert werden. Das wirft die Frage nach der Beitragshöhe auf. Möglicherweise sind die Mitglieder bereit, für neue, attraktive Leistungen mehr zu zahlen. Eine Befragung verschafft dir Klarheit.In Betracht kommt auch, ein spezielles Angebot nicht über den Mitgliedsbeitrag zu finanzieren, sondern über Teilnahmegebühren. Vielleicht schafft ein neues Angebote auch Anreiz für neue Sponsoren. So flexibel und kreativ das Finanzierungskonzept sein mag –lasse den gemeinnützigen Auftrag deines Vereins nicht außer acht. Er sollte nicht beeinträchtigt werden.