Lass dich nicht von der anspruchsvollen Bezeichnung der Marktforschung irritieren! Zumal du auch mit einfachen Mitteln viel herausfinden kannst. Aber vielleicht meinst du, deinen Verein und sein Umfeld schon gut genug zu kennen? Also, probiere es aus! Marktforschung im Verein wird dir zeigen, wie viel sich von einer zur nächsten Untersuchung geändert hat.  du wirst dich wundern!

Wie kommst du an Informationen? Betreibe Marktforschung im Verein!

Reicher Fang im Internet

Viele Informationen, die dir weiterhelfen, gibt es bereits. Beispielsweise Marktforschungsinstitute, Behörden und andere Einrichtungen haben sie erhoben. Solche Daten nennt man Sekundärdaten – in Abgrenzung zu den Primärdaten, die man selbst erhebt. Sekundärdaten beschäftigen sich vor allem mit gesellschaftlichen Zuständen, beispielsweise dem Freizeitverhalten, der Bevölkerungs- oder Einkommensentwicklung.

Sekundärdaten findest du zum Beispiel in

  • Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes oder der Statistischen Landesämter
  • Veröffentlichungen von Vereinsverbänden
  • Verbandsnachrichten der kommerziellen Wettbewerber
  • Studien wie zum Beispiel die „Shell-Jugendstudie“

Beispielsweise das Internet ist eine beinahe unerschöpfliche Quelle. Bestimme das Rechercheziel möglichst genau. Dann surfst auf der Informationsflut sicher zu den benötigten Daten. Nutze Suchmaschinen, zum Beispiel „Google“. Aber überlege vorher, welche Suchbegriffe dich zu den richtigen Fundstellen führen.

Befragung

Sekundärdaten sind wichtig, um sich Orientierung zu verschaffen Schließlich zeigen sie Entwicklungen im großen Maßstab auf. Aber sie sagen nichts über die konkreten Bedürfnisse deiner Kunden. Die lassen sich nur durch eigene Untersuchungen ermitteln. Das wichtigste Instrument ist die Befragung.

Anhand einer Befragung kannst du zum Beispiel ermitteln, wie die Mitglieder

  • die Leistungen
  • den Service
  • die Stärken und Schwächen deines Vereins beurteilen.

Eine Befragung kann mündlich oder schriftlich durchgeführt werden.

Mitgliederbefragung

Natürlich willst du in deinem Verein unnötige Bürokratie vermeiden. Bei der Durchführung einer Mitgliederbefragung solltest du aber einige Regeln beachten. Sie gewährleisten, dass die Befragungsergebnisse repräsentativ sind und von allen Mitgliedern – auch denen, die nicht befragt worden sind – anerkannt werden.

  1. Definiere, was du erfragen möchtest, zum Beispiel:
    – allgemeines Stimmungsbild
    – Bewertung der Kommunikation, Verbesserungswünsche
    – Zufriedenheit mit den Leistungsangeboten
  2. Bestimme die Größe der Stichprobe:
    – Sollen alle Mitglieder befragt werden  oder reicht es aus, wenn nur ein Teil befragt wird?

Die Basis für den Erfolg der Befragung liegt in der Vorbereitung. Lege sorgfältig fest, wie du vorgehen wollen. Bestimmen du vor allem:

  • die zu befragenden Themen
  • die Art der Befragung
  • die Zielgruppe, die befragt werden soll
  • die Gestaltung des Fragebogens

 

Vier Tipps

Ein durchdachter Fragebogen entscheidet über den Erfolg. Ihn auszufüllen, macht den Befragten Arbeit. Demzufolge solltest du es ihnen so leicht wie möglich machen.Dazu solltest du folgendes beachten:

  • Der Aufwand für den Befragten sollte nicht mehr als 10 bis 15 Minuten betragen.
  • Um die Motivation zu stärken, stelle leichte und schnell zu beantwortende Fragen an den Anfang.
  • Sichere den Befragten Anonymität zu.
  • Wenn du eine Skala vorgibst (zum Beispiel zur Messung der Zufriedenheit), solltest du eine gerade Anzahl von Skalenstufen vorgeben. So müssen sich die Befragten entscheiden, zu welchem Ende der Skala sie eher tendieren; andernfalls kann es passieren, dass die Befragten sich häufig für die „goldene Mitte“ entscheiden.

 

Gruppendiskussion

Eine spezielle Form der Befragung ist die Gruppendiskussion. Sie eignet sich besonders, wenn dich folgende Aspekte interessieren

  • Meinungen und Einstellungen, zum Beispiel zu  geplanten Angeboten und Serviceleistungen Kommunikationsmaßnahmen oder -Mitteln (Newsletter, Logo)
  • Motivationen, zum Beispiel Mitglied in deinem Verein zu sein oder zu werden bestimmte Angebote zu nutzen oder nicht zu nutzen

 

Vorteile einer Gruppendiskussion

  • Sie sind für die Teilnehmer anregender als (schriftliche) Einzelbefragungen.
  • Der Moderator kann bei unklaren oder unerwarteten Antworten nachhaken.
  • In der Gruppe fühlen sich viele Teilnehmer sicherer als allein. Sie sind daher eher bereit, offen zu antworten.
  • Gruppendiskussionen sind flexibel. Je nach Verlauf kann der Moderator Fragen hinzufügen oder weglassen.

Nachteile einer Gruppendiskussion

  • Die Ergebnisse lassen sich oft nicht in Zahlen zusammenfassen. Die Analyse ist deshalb schwieriger und erfordert mehr Zeit.
  • Der Moderator kann unbewusst die Teilnehmer beeinflussen. Schließlich hängt der Erfolg stark von seinem Fingerspitzengefühl ab.
  • Der Moderator
    Die Wahl des richtigen Moderators ist für das Gelingen der Diskussion besonders wichtig. Dementsprechend ist es bei umstrittenen Vorhaben sinnvoll, einen externen Moderator hinzuzuziehen.

Ein guter Moderator

  • ist ein aktiver Zuhörer
  • lässt die Teilnehmer reden
  • verfügt über ein gutes Gedächtnis
  • kann sich in andere Menschen einfühlen
  • wirkt sympathisch und kompetent

Tipps für die Diskussionsleitung

  1. Kleide dich nicht so wie die Diskussionsteilnehmer. Aber nicht zu leger. Die Diskussion ist schließlich ein wichtiges Vorhaben für den Verein.
  2. Die entscheidende Frage heißt „warum?“. Warum? Weil du dann mehr über die Hintergründe von Antworten erfährst. Vielmehr das ist die Stärke der Gruppendiskussion.
  3. Unterbreche nicht zu oft mit neuen Fragen. Denn die Eigendynamik der Diskussion gibt dir Aufschluss über Aspekte, die du noch nicht bedacht hast.

 

Durchführung einer Gruppendiskussion

Die Gruppendiskussion ist ein wirksames Mittel, um mehr über Einstellungen, Meinungen und Motive von Zielgruppen zu erfahren.

Über die wichtigsten Planungsschritte informiert dich die Checkliste.

1. Analyseziel(e) schriftlich festlegen ………………………………………………………………………………………..
2. Teilnehmerkreis bestimmen ………………………………………………………………………………………..
3. Moderator auswählen ………………………………………………………………………………………..
4. Fragenkatalog erstellen ………………………………………………………………………………………..
5. Diskussionsraum auswählen ………………………………………………………………………………………..

 

Beobachtung

Vielmehr eignet sich die Beobachtung primär für die Konkurrenzanalyse. Um Kenntnisse über die Wettbewerber zu erlangen, hilft zum Beispiel der Blick in Selbstdarstellungen, Prospekte, Flyer und Jahresberichte der verschiedenen Anbieter. Genauso bringt der Blick in einschlägige Fachzeitschrifte Gewinn.

Daher: Betreibe Konkurrenzanalyse mit System! Dazu solltest du ein Archiv einrichten. Sortiere hierzu Unterlagen nach Konkurrenzideen, Zielgruppenideen, Daten über potenzielle Förderer usw.