Deshalb solltest du bei der Finanzplanung im Verein mit Misserfolgen rechnen

Immer vom finanziellen Erfolg des Vereins auszugehen ist eine ganz schön heikle Angelegenheit. Warum? Und was sollte man bei der Planung des Vereinshaushaltes unbedingt beachten? Das verrate ich euch in diesem Beitrag.

Finanzplanung im Verein – auch mal mit Misserfolgen rechnen

Jeder ordentlich geführte Verein hat auch eine mittel- bis langfristige Finanzplanung bzw. einen Haushaltsplan. 

Doch bei dieser Planung gehen die Vorstands- und Vereinsmitglieder meist davon aus, dass alles so weiter läuft, wie zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Dass keine finanziellen „Pannen“ geschehen, keine Fehler gemacht werden und die Geldquellen stabil bleiben. Kurz gesagt: Dass der Verein weiterhin erfolgreich Einnahmen erzielt.

Doch das kann zum Debakel werden, wenn es zu Misserfolgen kommt, die sich negativ auf die Vereinseinnahmen auswirken.

Natürlich rechnet niemand mit Misserfolgen oder gar dem Scheitern des Vereines an einem bestimmten Projekt.

Optimismus ist immer noch eine wichtige Grundeinstellung.

Dennoch gehören Misserfolge zum Vereinsleben hinzu.

Ich gebe euch ein kleines Beispiel eines Sportvereins:

Praxisbeispiel: Der Abstieg des FC Erzgebirge-Aue

Der MDR berichtete über den Fußball-Club „FC Erzgebirge-Aue“, der sich aus der zweiten Bundesliga verabschieden musste.

Das finanzielle Ergebnis: Der zu erwartende Etat hat sich fast halbiert. Insbesondere der Wegfall der TV-Gelder macht sich für den Verein besonders schmerzhaft bemerkbar. Außerdem dürfte der Abstieg auch negative Einflüsse auf die Besucherzahlen im Stadion haben.

Um mit dem Sparhaushalt zurecht zu kommen, waren einschneidende Maßnahmen nicht zu vermeiden. So bangten festangestellte Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.  Leihspieler in der ersten Mannschaft konnten ebenfalls nicht in der Mannschaft gehalten werden. Ein Wiederaufstieg wurde dadurch natürlich in der nächsten Saison erschwert – die sportliche und damit auch finanzielle „Rezession“ setzte sich fort.

Warum du bei der Finanzplanung im Verein auch mal mis Misserfolgen rechnen solltest. Liquidität hat stets die oberste Priorität im Haushaltsplan.
Bei der Finanzplanung im Verein steht Liquidität stets im Vordergrund!

Warum du bei der Finanzplanung im Verein unbedingt mit Misserfolgen rechnen solltest

Wie es dem FC Erzgebirge Aue erging, so kann es jedem Verein ergehen. Wenn der Erfolg ausbleibt, brechen schnell Sponsorengelder weg, Veranstaltungen werden schlechter besucht und es wird auch noch schwieriger, an öffentliche Gelder heranzukommen.

Deshalb sollte jeder Vereinsvorstand etwaige Misserfolge unbedingt mit in den Finanzplan aufnehmen.

Im Mittelpunkt dieser Planung steht als oberstes Ziel und Priorität Nummer 1: Die Liquidität des Vereins.

Eine Messgröße, die leider viel zu oft vernachlässigt wird.

Maßnahmen für eine stabile Finanzplanung im Verein

  • Bestandsaufnahme: Was wissen wir schon? Sich auf reinen Zukunftsprognosen auszuruhen gleicht Wahrsagerei! Deshalb gilt: Daten der Vergangenheit  aufnehmen und genau analysieren!
  • Für eine stabile Einnahmequelle sorgen, die unter keinen Umständen wegbrechen kann. Hier bietet es sich an, einen Mitgliedsbeitrag zu erheben, der den größten Teil der Ausgaben des Vereines bereits deckt. Wie man einen fairen Mitgliedsbeitrag berechnet oder aber Mitgliedsbeiträge schonend erhöhst ohne dabei an Sympathie zu verlieren, haben wir dir bereits  in einem anderen Beitrag verraten.
  • Rücklagen bilden: Die „fetten Jahre“ eines Vereines sollten immer dazu genutzt werden, Ersparnisse für schlechtere Zeiten zu sammeln.
  • Finanziellen Engpässen von vorherein vorbeugen: Ausgaben immer an die Einnahmen anpassen, sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, Puffer einplanen.

 

Mein Tipp: Wirtschaftlich haushalten, liquide Mittel stets bereithalten. Aber nur soviel, wie nötig wäre, um die größtmöglichen Engpässe zu beseitigen. Es nutzt keinem – und vor allem nicht der finanziellen Weiterentwicklung des Vereins – wenn das Geld auf Sparbüchern und Girokonten „versauert“ und nicht zur Förderung und Zufriedenstellung der Vereinsmitglieder genutzt wird.