Mitgliederversammlung: Die Aufgaben des Versammlungsleiters

Der Versammlungsleiter erfüllt wichtige Aufgaben bei der Mitgliederversammlung des Vereins.

Die Aufgaben des Versammlungsleiters sind dabei vielseitig und reichen von organisatorischen Themen bis hin zum Einsatz seiner Fähigkeiten als Moderator.

Damit dir nun besser klar wird, welche Aufgaben der Versammlungsleiter in der Regel zu erfüllen hat, habe ich für dich eine kleine Übersicht zusammengestellt.

Die Aufgaben des Versammlungsleiters auf der Mitgliederversammlung

Die Aufgaben des Versammlungsleiters auf der Mitgliederversammlung

Die Versammlungsleiter leitet – wie der Name es bereits verrät – die Mitgliederversammlung.

Wer diese Aufgabe übernimmt, ist meist in der Vereinssatzung geregelt.

Sollte es keine spezielle Regelung geben, übernimmt der Vorstandsvorsitzende diese Aufgabe. Ist dieser verhindert, so rutscht der 2. Vorsitzende in diese Funktion. Sollte keiner der Vorsitzenden an der Versammlung teilnehmen, kann auch ein anderes Vorstandsmitglied vom Vorsitzenden beauftragt werden, die Sitzung zu leiten.

Im Normalfall ist eine Mitgliederversammlung ohne den Vorsitzenden allerdings nicht wirklich zu empfehlen, schließlich werden hier grundlegende Entscheidungen getroffen, die (nicht nur, aber vor allem) der Vorsitzende mittragen und in Zukunft mit gestalten muss.

1. Eröffnung und Festellen der Beschlussfähigkeit

Was sich nach reiner Höflichkeit anhört, ist in Wirklichkeit ein wichtiger Akt bei der Mitgliederversammlung. Erst dann, wenn diese offiziell vom Versammlungsleiter eröffnet wurde, gilt die Versammlung rechtsverbindlich für den Verein. Deshalb sollte der Versammlungsleiter möglichst pünktlich eröffnet (niemals zu früh!) und zwar so, dass es alle teilnehmenden Personen mitkriegen.

Weiterhin ist der Versammlungsleiter für die Feststellung der Beschlussfähigkeit der Versammlung zuständig. Diese ist nur dann beschlussfähig, wenn alle Mitglieder ordnungsgemäß eingeladen wurden und die Teilnehmeranzahl für die Beschlussfähigkeit ausreicht (in der Satzung geregelt).

2. Verkündung der Tagesordnungspunkte

Der Versammlungsleiter führt die Mitglieder durch die Tagesordnung. Ratsam ist es, diese zu Beginn nochmals vollständig zu verkünden und etwaige Anträge auf Ergänzungen aufzunehmen.

Die einzelnen Punkte werden vom Versammlungsleiter angekündigt und zur Diskussion gestellt.

Während der Aussprachen sollte er auch darauf achten, dass die Redebeiträge wirklich zum jeweiligen Tagesordnungspunkt gehören.

3. Kontrolle der Wortmeldungen

Wie ein „Moderator“ übernimmt der Versammlungsleiter die Kontrolle der Wortbeiträge der teilnehmenden Mitglieder.

Er sorgt also auch dafür, dass alle, die etwas zu sagen haben, wirklich zu Wort kommen und legt eine sinnvolle Reihenfolge für die Redebeiträge fest.

Weiterhin sollte er auch darauf schauen, dass die Redeanteile der einzelnen Personen ungefähr gleich sind und nicht ausufern. Im Sinne des roten Fadens der Versammlung sollte er immer wieder geschickt zum Tagesordnungspunkt zurücklenken, damit die ganze Zusammenkunft am Ende auch ertragreich ist. Dazu später noch ein wenig mehr.

4. Überwachung der Protokollführung

Natürlich liegt die Verantwortung für das Protokoll beim Protokollführer. Der Versammlungsleiter sollte sich aber darüber vergewissern, dass dieser alle wichtigen Punkte niederschreibt und die Abstimmungsergebnisse möglichst genau notiert. Auch Anträge sollten so penibel wie möglich dokumentiert werden.

5. Verkünden der Beschlüsse

Nach den Debatten gibt der Versammlungsleiter nochmals das Ergebnis der Abstimmung bekannt Im Anschluss sollte er nochmal darlegen, welches Ergebnis und Ziel durch die Abstimmung erreicht wurde und was dies für die Zukunft des Vereins bedeutet.

5. Schließen der Sitzung

Ebenso wie die förmliche Eröffnung, gehört auch eine förmliche Schließung der Sitzung zu den Aufgaben des Versammlungsleiters. Nach dem offiziellen Schließen können keine Tagesordnungspunkte mehr hinzugefügt werden. Alle jetzt gemachten Äußerungen haben keinen Einfluss mehr auf die Versammlung.

Aufgaben des Versammlungsleiters: Nützliche Regeln und Tipps

Damit die Sitzung nicht im völligen Chaos endet, empfiehlt es sich, einige Regeln aufzustellen. So kann der Versammlungsleiter gewährleisten, dass die Mitgliederversammlung auch wirklich zielführend und produktiv ist.

Ein paar Vorschläge, die sich bewährt haben:

1. Festlegung einer Redezeit

Vor dem ersten Wortbeitrag sollte der Versammlungsleiter eine Zeitgrenze für die Wortbeiträge festlegen. Immer wieder gibt es Mitglieder, die so ausufernd von ihren Belangen erzählen und die Versammlung somit am Voranschreiten hindern. Diese Regel ist auch wie ein Antrag zu behandeln, den der Versammlungsleiter im Vorfeld an die Geschäftsordnung richtet. Letztendlich kann aber auch jedes andere stimmfähige Mitglied diesen Antrag stellen. Die Aufgabe des Versammlungsleiters ist es nun, darauf zu achten, dass die Redezeit eingehalten wird.

2. Wortenzug

Im Ausnahmefall, z.B. wenn ein Mitglied sich bei seiner Aussprache massiv im Ton vergreift, andere Mitglieder beleidigt oder gegen die guten Sitten verstößt, kann und sollte der Versammlungsleiter diesem Mitglied das Wort entziehen.

3. Verweisung aus dem Versammlungsraum

Zu diesem Mittel sollte man auch nur im allergrößten Notfall greifen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Denn oftmals bringt das Verweisen von der Versammlung unschöne Szenen mit sich. Zunächst sollte natürlich eine Ermahnung erfolgen, dann der Wortentzug und als allerletzte Maßnahme der Verweis.

4. Beendigung einer Debatte

Manchmal sind Diskussionen – so angeregt und schön sie auch sein mögen – nicht zielführend. Durch einen Antrag an die Geschäftsordnung kann der Versammlungsleiter (theoretisch auch wieder jedes andere Mitglied) die Beendigung der Debatte herbeiführen.

5. Unterbrechung der Versammlung

Bei umfangreichen Tagesordnungen und groß angelegten Debatten, kann sich die Versammlung schon mal ganz schön in die Länge ziehen. Dann sollte der Versammlungsleiter an geeigneten Stellen Pausen herbeiführen. Mit klarem Kopf kann dann produktiver weitergearbeitet werden.

Jessica Diehl

Hallo! Ich heiße Jessica Diehl, bin 26 Jahre alt und blogge hier für MEINVEREIN. Auch privat beschäftige ich mich sehr viel mit der Vereinswelt, denn ich bin selbst in mehreren Vereinen tätig - sowohl als Mitglied als auch in der Vereinsverwaltung.

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