Hat dein Verein ein klares Selbstbild, kannst Du es nach außen tragen und ein positives Image schaffen: durch die Kommunikation (Corporate Communication), das Verhalten (Corporate Behaviour) und das Erscheinungsbild (Corporate Design) Deines Vereins. Nutze diese Elemente der Corporate Identity gezielt, um den Zielgruppen Deines Vereins ein einheitliches, überzeugendes Gesamtbild zu vermitteln – um seine Identität, die Corporate Identity, auf den Punkt zu bringen.

Elemente der Corporate Identity – Dein Verein und sein Image

Corporate Communication (CC)

Du siehst: Kommunikation hat viele Gesichter – je nach Ansprechpartner, Situation und Botschaft.

Geht Dein Verein gezielt an die Öffentlichkeit, spricht man von Corporate Communication: dem gebündelten, koordinierten Einsatz aller Maßnahmen und Instrumente, die dazu dienen, den Verein bei seinen Zielgruppen darzustellen, zum Beispiel um

  • sich bekannt zu machen
  • ein positives Image zu schaffen und zu pflegen
  • neue Mitglieder zu werben
  • Unterstützung zu gewinnen

Das geschieht mit den Mitteln von Werbung und Öffentlichkeitsarbeit:

Nach außen zum Beispiel durch

  • Medienarbeit
  • Printwerbung
  • Veranstaltungen
  • Aktionen

Nach innen zum Beispiel durch

 

  • Vereinszeitung
  • Schwarzes Brett
  • Versammlungen
  • Seminare
  • Informationsmaterial
  • Feiern

Kommunikation ist erfolgreich, wenn sie kontinuierlich betrieben, sinnvoll koordiniert und konsequent von den Elementen des Corporate Designs flankiert wird. Denn Deine Botschaft wird auf Dauer nur gehört, wenn sie einprägsam, einfühlsam und einheitlich ist. Wenn sie eindeutig einem bestimmten Absender zugeordnet werden kann. Und natürlich: wenn sie hält, was sie verspricht.

Und damit sind wir beim nächsten – und schwierigsten – CI-Element: Corporate Behaviour.

Corporate Behaviour (CB)

Schön reden reicht natürlich nicht, um langfristig Sympathien zu gewinnen: Lippenbekenntnisse finden nicht lange Gehör. Eine clevere Kommunikationspolitik allein macht noch keine erfolgreiche Corporate Identity – sie muss gelebt werden! Worauf es vor allem ankommt, ist Corporate Behaviour.

Darunter versteht man das nachhaltig am Leitbild ausgerichtete Verhalten aller Angehörigen eines Vereins. Sieht sich Dein Verein als offen und dienstleistungsorientiert, darf er auf Veränderungen nicht schwerfällig und bürokratisch reagieren. Steht ein gutes Vereinsklima ganz oben auf der Werteskala, sind Intrigen tabu. Spricht Dein Leitbild von Familienfreundlichkeit, kannst Du den Wunsch nach einer Kinderturngruppe nicht achselzuckend ignorieren.

Corporate Behaviour hat viele Aspekte und zieht sich durch alle Bereiche des Vereinslebens. Am besten, Du hälst die Spielregeln dafür in einem verbindlichen Verhaltenskodex fest. Hier einige Beispiele:

Das interne Miteinander

  • Wir gehen respektvoll und gleichberechtigt miteinander um.
  • Wir kommunizieren offen miteinander.
  • Kritik ist willkommen, weil sie uns zu neuen Lösungen führt.
  • Wir nehmen auf unterschiedliche Bedürfnisse Rücksicht.

Der Führungsstil

  • Entscheidungen werden demokratisch getroffen
  • Wir delegieren nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung.
  • Wir vergeben (attraktive) Aufgaben allein nach Qualifikation und Eignung.
  • Motivation, Dank und Anerkennung für Mitarbeiter und Ehrenamtliche sind unsere täglichen Herausforderungen.
  • Wir erläutern Sinn und Hintergrund von Entscheidungen und informieren ausreichend, umfassend und rechtzeitig.
  • Wir suchen den Konsens, vermitteln, erklären, bitten.

Das Verhalten gegenüber „Kunden“

  • Wir informieren uns regelmäßig und umfassend über Wünsche und Erwartungen unserer Mitglieder und Interessenten.
  • Wir richten unser Angebot zielstrebig daran aus.
  • Qualitätsgrundsätze stehen bei uns nicht nur auf dem Papier.
  • Die Preisgestaltung ist fair und für alle tragbar.
  • In Beschwerden, Kritik und Anregungen sehen wir das Potenzial für Verbesserungen.

Der Umgang mit Öffentlichkeit und Gesellschaft

Wir:

  • stellen uns gesellschaftlichen Anforderungen.
  • engagieren uns sozial und in Umweltfragen.
  • kümmern uns um Randgruppen oder Menschen, die einen besonderen Betreuungsbedarf haben.
  • leisten Jugendarbeit.
  • setzen uns ein für unser Dorf oder unseren Stadtteil.
  • sind ein lebendiger Teil der Gemeinschaft

Die Kooperation mit Partnern und Sponsoren

  • Wir halten Vereinbarungen ein und erfüllen unsere Verpflichtungen.
  • Wir setzen auf Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil.
  • Probleme sehen wir als Ansporn für bessere Lösungen.
  • Wir suchen das Gespräch und setzen auf regelmäßige Begegnungen.
  • Wir zeigen unsere Wertschätzung.

Das sind nur einige Anregungen. Wie Corporate Behaviour in Deinem Verein und im Einzelnen aussieht, hängt von seinen Werten und Normen ab. Eine Grundregel aber solltest Du beherzigen:

Das Verhalten Deines Vereins– so wie es von den Mitarbeitern, Mitgliedern und Vorständen gelebt wird – muss in allen Bereichen stimmig sein und darf in keinem Punkt vom eigenen Leitbild abweichen.

Menschen spüren schnell, ob man es ernst meint und hinter dem Gesagten steht. Aber wie bekommt man viele Menschen unter einen Hut? Du musst sie für die gemeinsamen Anliegen gewinnen! Seminare und Schulungen können helfen, Sinn und Bedeutung von Corporate Behaviour zu vermitteln und Akzeptanz zu fördern. Am meisten kommt es aber auf Transparenz und Fingerspitzengefühl an – und darauf, viel Zeit für Veränderungsprozesse einzuplanen.

Corporate Design (CD)

Das Erscheinungsbild Deines Vereins macht sein Selbstverständnis nach außen kenntlich. Das, was sich anderen schnell einprägt und den ersten Eindruck bestimmt. Oft sind es wenige Puzzleteile, die das ganze Bild formen. Ein überzeugendes Corporate Design sorgt für die richtigen Akzente. Eine Herausforderung allerdings, die von Laien schwer zu meistern ist. Wer kennt sich schon aus mit der Wirkung von Farben, mit Schriftarten und Gestaltungsgrundsätzen und weiß, wie er sie geschickt nutzt, um das Selbstverständnis authentisch wieder zu geben? Deshalb:

Hole dir Hilfe!

Profis wissen, welche Gestaltungsregeln zu beachten sind und wie sie funktionieren. Beauftrage deshalb einen erfahrenen Grafikdesigner oder eine Agentur mit der Entwicklung Deines Corporate Designs – wenn Du keine Fachleute im Verein hast! Aber vielleicht gibt es ein grafisch versiertes Mitglied in Deinen Reihen und Du weißt es nur noch nicht? Fragen kostet nichts, kann aber viel Geld sparen.

Erteile einen klaren Auftrag!

Halte in einem schriftlichen Briefing fest, was Du willst, welchen Umfang der Auftrag hat, aber auch, wie das Selbstverständnis des Vereins aussieht. Dem sollen die Kreativen Ausdruck verleihen – dazu müssen sie es aber auch wirklich kennen. Sonst bekommst Du Ware von der Stange statt einen Maßanzug. Und die Investition soll sich doch lohnen, oder?

Entscheide in Ruhe!

Lasse Dir mehrere Entwürfe zeigen und nimm dir  Zeit bei der Auswahl. Stimme Dich auch mit anderen Vereinsverantwortlichen ab. Das Corporate Design wird Deinen Verein jahrelang begleiten, da darf die Entscheidung ruhig ein bisschen reifen.

Drei Grundregeln solltest Du dabei beachten:

  1. Das Corporate Design muss einheitlich sein.

    Schaffe ein wieder erkennbares Erscheinungsbild. Bleibe Deinen Vereinsfarben treu und halte Deine Markenzeichen, zum Beispiel das Logo konsequent treu.

  2. Es muss mit dem Selbstbild des Vereins in Einklang stehen.

    Corporate Design schafft keine Identität, sondern transportiert sie – umso erfolgreicher, desto glaubwürdiger die Gestaltung widerspiegelt, was Deinen Verein inhaltlich auszeichnet.

  3. Es muss kontinuierlich fortgeführt und angepasst werden.

    Dein Verein und seine Persönlichkeit entwickeln sich ständig fort – lasse es in seiner äußere Gestalt zum Ausdruck kommen (wer möchte heute schon noch aussehen wie auf den Fotos aus der Schülerzeit …)

Corporate Design Handbuch 

Ein Projektteam arbeitet an der Vereinshomepage, das nächste verschickt Einladungen zum Sommerfest. Die Kinderturngruppe bastelt Handzettel für den Tag der Offenen Tür und der Vorstand schreibt einen Brief an einen Sponsor. Schön für den Verein, wenn sich viele in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren – aber gefährlich für das Corporate Design: Jeder ist versucht, seine eigenen Akzente zu setzen. Die wichtigsten Richtlinien für die Gestaltung solltest Du deshalb in einem Leitfaden festschreiben, dem Handbuch fürs Corporate Design. Steuere dem Wildwuchs entgegen, indem Du die entscheidenden Gestaltungselemente verbindlich vorgibst, vor allem

  • das Logo
  • die Gestaltungsraster
  • die Vereinsfarbe
  • die Vereinsschrift

Diese Elemente kommen überall zum Einsatz, wo Dein Verein – nach außen oder innen – mit anderen kommuniziert, zum Beispiel:

  • auf Briefpapier
  • in internen und externen Werbemitteln (Broschüren, Flyern, Anzeigen, Werbegeschenken, Vereinszeitung, Newslettern, Rundschreiben)
  • der Vereinshomepage
  • auf Mannschaftstrikots und Fanartikeln (Fahnen, Wimpeln, Pokalen)
  • auf Materialien und exponierten Gegenständen, zum Beispiel dem Vereinsfahrzeug
  • bei der Gestaltung des Vereinsheims
  • bei der Ausrichtung von Feiern und Veranstaltungen

 

Zugegeben: Eine ganzheitliche Corporate Identity zu entwickeln, ist eine große Herausforderung. Aber eine, die sich lohnt! Konsequent gelebt, macht Corporate Behaviour Deinen Verein glaubwürdig, sympathisch und unverwechselbar. Wenn Du dazu Design und Kommunikation geschickt ins Spiel bringst und mit langem Atem am Ball bleiben, hast Du die Gunst des Publikums bald gewonnen.

Das gelingt Dir, wenn Du den Corporate Identity Prozess nicht (nur) als organisatorische Aufgabe verstehst, sondern als Reifeprozess, als Chance, die Menschen in und um Deinen Verein für gemeinsame Ideale zu gewinnen. Wenn Du die ganze Mannschaft ins Boot bringst und dafür begeisterst, die Segel zu setzen, um mit frischem Wind in die Zukunft zu segeln.

Mehr zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und PR im Verein findest du in unserer Vereinslounge.