Wenn von einer Organisation die Rede ist, kann sowohl eine Einrichtung (ein Unternehmen, ein Verband, etc.) als auch ihr Aufbau samt Strukturen und Prozessen gemeint sein. Doch in vielen Organisationen ist es mit der Organisation so eine Sache. Statt gezielt gestaltet ist sie gar nicht so selten „historisch gewachsen“. Von einem gepflegten System kann dann natürlich nicht die Rede sein. Manche Regelungen waren vielleicht früher einmal sinnvoll, andere von Anfang an nur Stückwerk. Dass sie „ungestört“ historisch wachsen konnten, liegt gewöhnlich daran, dass es niemanden in der Organisation gibt, der fürs Organisieren verantwortlich ist.

Solch einen Verantwortlichen braucht aber jede Organisation, um das Optimum aus sich herauszuholen – auch ein Verein. Was du wissen solltest, um das Aufgabenfeld zu strukturieren und die Hebel dort anzusetzen, wo sie Wirkung zeigen, erläutert dir dieser Baustein: Organisation im Verein. Er rückt statt der „Hardware“, also den Elementen der Aufbau- und Ablauforganisation, die „Software“ in den Mittelpunkt: Welches methodische Vorgehen bringt Dich der Lösung organisatorischer Probleme näher? Denn an Lektüre zur Hardware herrscht kein Mangel, wohingegen von Methoden eher selten und nur kurz die Rede ist.

Organisation im Verein – ein Begriff viele Bedeutungen

Organisationen organisieren ihre Organisation

Eine verwirrende Überschrift, nicht wahr? Aber sie hat ihre Berechtigung. Denn der Begriff Organisation hat gleich drei unterschiedliche Anknüpfungspunkte, die man auseinanderhalten muss, nämlich die Organisation …

  • als System
    Ob eine Mannschaft, ein Unternehmen oder ein Verein: Sie alle bilden abgrenzbare Systeme von Personen. Meist sind sie darauf angelegt, durch die Zusammenarbeit bestimmte Ziele zu erreichen. Dieser Zweck verbindet sie über ihre gemeinsamen Werte, Beziehungen und Regeln zu einer organisatorischen Einheit (Einrichtung).
  • als Ordnung
    Die Strukturen und Prozesse, Regelungen und Beziehung, die einen Personenverbund zu einer Art Organismus formen, bilden die organisatorische Ordnung einer Einrichtung.
  • als Gestaltungsaufgabe
    Um Ordnung zu schaffen, muss man etwas unternehmen, nämlich organisieren. Die Aufgabe besteht insbesondere darin, die bestehenden Strukturen und Prozesse zu durchleuchten (Analyse) und an veränderte Bedingungen anzupassen (Planung und Gestaltung).

Dauer- und Sonderaufgaben

Die meisten organisatorischen Regelungen beziehen sich auf Daueraufgaben, all das also, was tägliche Routine ist. Sonderaufgaben hingegen erfassen sie meist nicht. Es hat sich nämlich als unzweckmäßig erwiesen, Aufgaben, die darauf ausgerichtet sind, in einem vorgegebenen Zeitraum ein spezielles Ziel zu erreichen, „irgendwie“ in die Alltagsabläufe zu quetschen; es funktioniert nicht. Stattdessen werden sie in Form von Projekten organisiert. Und weil wir in Zeiten ständigen Wandels leben, der schnelles, konzentriertes Handeln verlangt, sind Projekte im vergangenen Jahrzehnt fast schon zur Routine geworden. Trotzdem knirscht es oft im Getriebe, wenn sie „angeworfen“ werden. Denn auch sie funktionieren nicht von selbst. Vereine, die auf Projektarbeit setzen, sollten sich also auch mit den Herausforderungen des Projektmanagements befassen.