Umweltschutz im Verein – Eine gesellschaftliche Verantwortung?

Ozonloch, Klimaveränderungen, Waldsterben, Trinkwasserverschmutzung und nicht zuletzt die Unmengen an Plastikmüll, die sich in den Weltmeeren und auch an Land ansammeln. Der Mensch hat Spuren auf der Erde hinterlassen. Spuren, die immer größer werden.

Inwiefern ist Umweltfreundlichkeit bzw. Umweltschutz im Verein ein Thema? Besteht eine gesellschaftliche Verantwortung, sich im Verein (unabhängig von Vereinszweck) für die Umwelt einzusetzen?

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie das in verschiedenen Bereichen des Vereinslebens aussehen könnte.

 

Umweltschutz im Verein: Unsere Umwelt geht jeden etwas an!

Die Aufgabe, unsere Biosphäre vor schädigenden Einflüssen zu schützen und bereits eingetretene Schäden zu beseitigen oder zu mildern, betrifft jeden. Auch der Verein sollte den Umweltschutz in seinem Leitbild verankern und sich Gedanken über die Reinhaltung von Luft und Wasser, die Abfallbeseitigung, den Lärmschutz etc. machen. Umweltschutz ist heute mehr und mehr im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Natürliche Ressourcen stehen nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Es gibt immer mehr Gesetze, Verordnungen und andere Regelungen, die zum Schutz der Umwelt beitragen sollen, indem …

  • Umweltbelastungen vermieden werden
  • der Verbrauch von Rohstoffen und der Einsatz von Umwelt- und gesundheitsschädigenden Stoffen reduziert wird
  • die durch Haushalte und Wirtschaft verbrauchten Rohstoffe wiedergewonnen werden
  • die Umweltschäden durch den Verursacher beseitigt werden sollen.

Umweltschutz dient der Bewahrung unserer Lebensgrundlagen. Er kann nicht allein dem Staat oder den Umweltschützern überlassen werden; jeder einzelne kann seinen Beitrag leisten.

Öko-Quick-Check für Vereinsveranstaltungen

Die Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen hat in den vergangenen Jahren einen immer höheren Stellenwert erhalten. Umweltschutz sollte heute bereits bei Beginn der Planung mit einbezogen werden. Die folgende Checkliste ist eine Hilfestellung für den bewussten Umgang mit Ressourcen. Die aufgelisteten Punkte stellen eine Überblick über verschiedene Möglichkeiten dar und können in den meisten Fällen vermutlich nicht insgesamt umgesetzt werden. Eine Umstellung auf eine umweltfreundlichere Veranstaltungsorganisation ist in der Regel nicht von heute auf morgen machbar. Zunächst sind kleine konkrete Ziele zu setzen, um ein umweltgerechtes Verhalten aktiv zu fördern.

  • Verantwortung für die Einhaltung der ökologischen Richtlinien festlegen
  • ökologische Hauptproblemfelder und Ziele definieren
  • Handlungsbedarf feststellen
  • Schwerpunkte setzen
  • Konflikte mit dem Naturschutz (z. B. durch Open-Air-Veranstaltungen) oder mit anderen Interessengruppen (z. B. durch Lärm, Abfall, Raumnutzung) ausfindig machen
  • konkreten Aktionsplan erarbeiten
  • vorhandene Materialien und Konzepte anderer Organisationen auswerten
  • Mitarbeiter schulen und sensibilisieren
  • sich über rechtliche Regelungen und Schutzanforderungen informieren
  • Belastungen von Lärm, Luft, Boden, Wasser, Vegetation, Landschaftsbild etc. vermeiden

Brandschutz gewährleisten

Beim Brandschutz geht es in erster Linie darum, das Entstehen von Bränden wirksam zu verhindern. Zum anderen sollen sich alle Betroffenen bei Ausbruch eines Feuers umsichtig verhalten und sinnvoll handeln können. Dabei ist zunächst die Feuerwehr zu alarmieren und genaue Angaben zum Brand zu machen. Eigene Löschversuche sollten nur mit den richtigen Mitteln unternommen werden.

Die folgende Checkliste soll helfen, das Sicherheitsniveau zu erhöhen und die Brandschutzplanung zu erleichtern.

  • Wer ist für den Brandschutz im Verein zuständig?
  • Findet ein Austausch zwischen dem Brandschutzbeauftragten und dem Umweltbeauftragten statt?
  • Werden regelmäßig Sicherheitsanalysen erstellt?
  • Gibt es eine Brandschutzordnung?
  • Besteht Kontakt zur (freiwilligen) Feuerwehr?
  • Führt die Feuerwehr Probeübungen durch?
  • Gibt es einen Verantwortlichen für den Brandfall, der dafür sorgt, dass alle Betroffenen das Gebäude verlassen?
  • Gibt es eine Brandmeldeanlage?
  • Wird sie regelmäßig gewartet?

 

Umweltschutz

Die folgende Checkliste soll helfen, umweltschutzbezogene Fragestellungen und Vorgänge im Verein zu erkennen, vorhandene Daten zu erfassen und erforderliche Maßnahmen einzuleiten.

  • Ist Umweltschutz Bestandteil des Leitbilds und der Vereinssatzung?
  • Gibt es im Verein einen Verantwortlichen für den Bereich Umweltschutz?
  • Findet der Umweltbeauftragter Unterstützung durch ein Umweltteam?
  • Wer ist im Vorstand für den Bereich Umweltschutz verantwortlich?
  • Wird im Verein eine Ökobilanz erstellt?
  • Gibt es eine Input-Output-Analyse, die alle Informationen über Energieverbrauch, Materialeinkauf, Luftemissionen (Heizung, Elektrizität, Dienstreisen etc.), Abfall, Abwässer und andere umweltrelevante Größen sammelt und systematisch zusammenstellt?
  • Existiert im Verein ein Verzeichnis der wichtigsten umweltrechtlich relevanten

     Rechts- und Verwaltungsvorschriften?

Wasser sparen

Wasser gehört zu den kostbarsten Ressourcen der Erde. Ein guter Grund sich auch im Verein dafür zu entscheiden, mit Wasser sparsam und damit auch kosten-günstig umzugehen. Das mögliche Energiesparpotenzial ist gewaltig: Wassersparen lohnt sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel.

Büroartikel und ihre ökologischen Alternativen

Im Büro werden täglich eine Reihe von Büroartikeln gekauft, verwendet und entsorgt. Häufig handelt es sich dabei um eine große Belastung für die Umwelt. Doch inzwischen bieten eine Reihe von Anbietern ökologisch verträgliche Alternativen an. Achte bei deinem nächsten Einkauf oder deiner nächsten Bestellung einfach darauf. Die Umwelt wird es dir danken.

  • Ablagekörbe und Zeitschriftenständer aus Plastik lassen sich durch Kästen aus Holz oder Hartpappe ersetzen. Insbesondere die Farben gelb, rot und orange enthalten teilweise cadmiumhaltige Pigmente, die Gesundheitsschäden hervorrufen können.
  • Anspitzer aus Plastik lassen sich durch Anspitzer aus Holz oder Metall ersetzen.
  • Lackierte Bleistifte können durch unlackierte Modelle aus einheimischen Hölzern ausgetauscht werden. Auch Buntstifte werden aus einheimischen Hölzern gefertigt und sind unlackiert im Handel zu kaufen. Eine umweltfreundliche Alternative bieten hier auch Stifte aus Recycling-Werkstoff mit Minen aus Lebensmittelfarben.
  • Büroklammern mit bunten Plastiküberzügen lassen sich durch reine Metallklammern ersetzen.
  • Statt konventionell gebleichter Briefumschläge finden Umschläge aus Um-weltschutz- oder Recyclingpapier Verwendung. Auch Fensterbriefumschläge können durch Modelle mit Sichtfenstern aus Pergamin ausgetauscht werden. Versandtaschen mit Plastik-Polsterungen lassen sich durch Modelle aus Recycling-papier mit einer Füllung aus Altpapier oder anderen unbedenklichen Materialien ersetzen.
  • Disketten so genannter “no name”-Produkte zeigen häufig eine höhere Fehlerquote als Markenprodukte, die weniger oft ausgetauscht/entsorgt werden müssen. Diskettenboxen oder -taschen gibt es statt in der Plastik-Variante auch aus Holz bzw. stabiler Recyclingpappe.

Fazit: Umweltschutz im Verein

Umweltschutz ist eine gesellschaftliche Verantwortung und daher auch im Vereinsbereich anzusiedeln und umzusetzen – schließlich repräsentieren Vereine einen großen Anteil unserer Gesellschaft. Jeder einzelne steht hier in der Verantwortung, sein Bestmöglichstes zu tun, um somit auf sich und seine Umwelt Acht zu geben.

Jessica Diehl

Hallo! Ich heiße Jessica Diehl, bin 25 Jahre alt und blogge hier für MEINVEREIN. Auch privat beschäftige ich mich sehr viel mit der Vereinswelt, denn ich bin selbst in mehreren Vereinen tätig - sowohl als Mitglied als auch in der Vereinsverwaltung.

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