Wie für alle Kommunikationskonzepte gilt auch für den Internetauftritt: mach dir die Perspektive deiner Zielgruppe- mit ihren Bedürfnissen, aber auch Behinderungen, ihrem Vorwissen und Interessen- zu eigen. Damit garantierst du dir eine gute Leitlinie für die Gestaltung von Barrierefreiheit auf der Vereinswebsite.

Barrierefreiheit auf der Vereinswebsite – Damit jeder ankommt

Vor dem Start: Mache einen Selbstversuch!

Du musst kein Profi sein, um mit einem Webdesigner über Realisierungskonzepte zu diskutieren oder seine Vorschläge zu beurteilen. Alles, was man benötigt, sind ein paar Minuten Zeit für einen Selbstversuch: Begib dich in die Rolle des Internetnutzers, um herauszufinden, was ihn überzeugt und was nicht. Am besten schaust du dir unbekannte Websites von Betreibern an, die deinem Verein ähneln.

1. Schritt: Verweile nur wenige Sekunden auf jeder Seite und bewerte die Seite danach:

• Hast du gleich verstanden, worum es ging? Oder fandest du die Darstellung eher verwirrend?
• Fühltest du dich angeregt, auf der Seite zu verweilen oder zog es Dich gleich wieder fort?
• Fühltest du dich persönlich angesprochen oder schien es dir eher, als wäre die Seite nur für Eingeweihte gemacht?

2. Schritt: Rufe die Seite danach erneut auf und analysiere im zweiten Schritt, was genau dir an der Seite ge- oder missfallen hat.

 

Fehlschuss oder Treffer – Der Nutzer entscheidet

Das Internet ist eine bunte Welt: Grafiken, bewegte Bilder, Farbenspiele – das alles ist im Überfluss zu haben. Doch viele Nutzer bevorzugen etwas anderes: Übersichtlichkeit, Verständlichkeit und Schnelligkeit. Sie wissen eine interessante und abwechslungsreiche Gestaltung zwar zu schätzen, aber nur, solange sie die Bedienungsfreundlichkeit („Usability“) fördert, statt sie zu behindern. Ihr Maßstab ist nicht die Machbarkeit, sondern die Nützlichkeit.

Auf vielen Websites hat man schon selbst die Erfahrung gemacht: was für den Designer eine Herausforderung war, ist für den Nutzer eher eine Überforderung:

  • Oftmals verdirbt die bescheidene technische Ausstattung die Freude am „Luxus-Layout“.  Vergleichsweise taugen ambitionierte Grafiken auf einem kleinen Monitor nur noch zum Bilderrätsel.
  • Das multimediale Angebot ist Experten exklusiv vorbehalten, weil nur sie wissen, wie man die nötigen Veränderungen der Browser-Einstellungen vornimmt.
  • Die Gestaltung enthält einen Gesundheitscheck, den viele Nutzer nicht bestehen. Immerhin haben rund acht Prozent der männlichen Bevölkerung eine Rot-Grüne-Sehschwäche, die zum Problem werden könnte. Es kann sogar Gefahr drohen: Auf Websites mit vielen blinkenden Flashanimationen riskieren Epileptiker einen Anfall!

Wenn der Internetauftritt deines Vereins sich an alle Interessierte wenden soll, an Ältere wie Jüngere, Kundige wie Unkundige und auch an behinderte Menschen, dann solltest du keine dieser Hürden aufbauen. Das Erfolgsrezept lautet: Weniger ist mehr und einfach ist besser als trickreich. Die Gestaltung ist kein Selbstzweck, sie soll der Nützlichkeit und der Barrierefreiheit auf der Vereinswebsite dienen!

Tipp: Was die Zielgruppen deines Vereins als förderlich oder hinderlich betrachten, findest du heraus, wenn du ihnen die geplante Website – unter realen technischen und persönlichen Bedingungen! – vorführst und ein Feedback einholst.