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Crowdfunding

Immer mehr Freunde findet das sogenannte Crowdfunding. Hierbei werden die Möglichkeiten des Internets genutzt, um möglichst viele Förderer – auch mit Klein- und Kleinstbeiträgen – an einem Projekt zu beteiligen.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Auf den ersten Blick ist Crowdfunding ziemlich simpel: Du versuchst via Internet möglichst viele Menschen für das Projekt Deines Vereins zu gewinnen, damit diese die Maßnahme mit mehr oder weniger großen Spenden unterstützen.  Auf speziellen Crowdfunding-Plattformen präsentierst du Euer Projekt einer breiten Öffentlichkeit. Interessenten können sich dann als Förderer am Projekt beteiligen, wobei es jedem freigestellt ist, welchen Betrag er zur Verfügung stellt. Dadurch, dass ihr sehr viele Interessenten erreicht, kommt gerade durch die vielen Kleinspender eine beträchtliche Summe zusammen.

Das Projekt bekannt machen

Crowdfunding lebt davon, dass man im Internet innerhalb kurzer Zeit sehr viele Menschen erreicht. Für das Geldsammeln gibt es spezielle Plattformen wie beispielsweise

Wichtig: Bei der Aufzählung der Plattformen handelt es sich nur um einige Beispiele. Zahl der Crowdfunding-Plattformen steigt unaufhörlich. Es lohnt sich deshalb, auch nach anderen Plattformen zu suchen.

Die Plattformen sind meist auf bestimmte Bereiche spezialisiert. Suche also eine aus, die auch zu dem Projekt passt, das Du vorstellen willst. Hast du deine Seite gefunden, musst du dich dort anmelden und einige Pflichtangaben hinterlegen.

Wie viel willst du sammeln?

Zunächst musst Du den Betrag festlegen, den Du sammeln willst. Leg‘ die Summe nicht zu hoch an, denn sie muss in einer bestimmten Zeit (siehe nächstes Kapitel) erreich werden. Wird in dieser Zeit der Betrag nicht erreicht, erhalten die Spender ihr Geld zurück.

Andererseits darf der zu sammelnde Betrag auch nicht zu niedrig angesetzt werden. Denn die Betreiber der Seite verlangen eine Art „Gewinnbeteiligung“: Von jedem eingehenden Betrag verlangen Sie einen bestimmten Prozentsatz als Gebühr. Bis zum Erreichen des vorgesehenen Betrags ist dieser Prozentsatz häufig recht klein. Wird aber der Zielbetrag erreicht, steigt der Prozentsatz, den der Betreiber der Plattform kassiert. So kannst du den Crowdfunding-Betrag ermitteln:

Gesamtsumme der Kosten für das Projekt
Abzüglich Zuschüsse, Vereinseigenanteil und andere Einnahmen 
Ergibt den benötigten Betrag 
Zuzüglich Kosten für Nutzung der Crowdfunding-Plattform 
Zuzüglich Kosten für „Dankeschön“ an Spender (siehe Kapitel „Das Dankeschön“) 
Crowdfunding-Wunschbetrag 


Bevor Du den Wunschbetrag hochlädst, überlege genau, ob es realistisch ist, diesen Betrag zu erwirtschaften. Im Zweifelsfall lieber eine kleinere Summe angeben – denn in den meisten Plattformen kann eine einmal eingegebene Summe nicht mehr gelöscht werden.

Viele Plattformen unterscheiden zwischen der Fundingschwelle und dem Fundinglimit. Mit der Fundingschwelle ist der Betrag gemeint, den Du erzielen willst. Ist dieser Betrag erreicht, kriegt der Verein das Geld. Mit Fundinglimit kann eine Obergrenze definiert werden, bis zu der maximal – über die Fundingschwelle hinaus – Geld eingesammelt wird.

Wie lange soll gesammelt werden?

Außerdem legst Du fest, wie lange gesammelt werden soll, also bis zu welchem Termin das Sammelziel erreich werden soll. Auch hier muss man überlegen. In einem zu kurzen Zeitraum wird das Ziel nicht erreicht. Be zu langen Zeiträumen kann es schnell passieren, dass die Zahl der Spender nach einiger Zeit stark absinkt, weil die Besucher Seite denken „Das hat ja noch Zeit“ und ihre Spende verschieben – und dann häufig ganz vergessen.

Das „Dankeschön“

Im Crowdfunding ist es üblich, sich bei allen Unterstützern zu bedanken. Die „Dankeschöns“ werden bei der Projektvorstellung auf der Internetseite genannt. Meist werden sie davon abhängig gemacht, wie viel der Einzelne an Fördersumme bereitstellt. Die „Dankeschöns“ reichen von der einfachen Namensnennung innerhalb von Projektveröffentlichungen bis hin zu recht wertigen Auszeichnungen oder Geschenken.

Wichtig: Das auf der Plattformseite veröffentlichte „Dankeschön“ darf nicht mehr geändert werden, wenn das Crowdfunding gestartet wurde. Pass auf, dass die „Dankeschöns“ nicht teurer werden als der Betrag, der gespendet wurde. Zu wertige Prämien können auch die Skepsis der Interessenten wecken, ob wirklich das Projekt im Mittelpunkt steht.

Welche Art von Crowdfunding passt zu unserem Projekt?

Das Crowdfunding lässt sich in vier verschiedene Gruppen aufteilen:

Für Deinen Verein kommt fast ausschließlich das klassische Crowdfunding und das Spenden-Crowdfunding infrage.

Trommeln gehört zum Geschäft

Crowdfunding ist für die Geldgeber in mancher Hinsicht dem Spenden sehr ähnlich: Förderer beteiligen sich nur, wenn sie dem Bittsteller vertrauen. Da Dein Verein aber den meisten Besuchern der Crowdfunding-Plattform unbekannt ist, musst Du ihn vorstellen. Überlege, was ein potenzieller Unterstützer wissen will und beantworte diese Fragen in klarer und offener Weise. Die wichtigsten Fragen dürften dabei sein:

Wie Du Sie diese Fragen beantwortest? Zunächst in einer Sprache, die zu Deinem Verein passt. Potenzielle Spender schaue auch auf eure Internetseite. So wie dort geschrieben wird, schreibst Du auch auf der Plattformseite.  Außerdem gilt die Faustregel: „offen, ehrlich, unverkrampft“. Gerade im Crowdfunding kommt es entscheidend darauf an, einen „menschlichen Kontakt“ aufzubauen.

Wichtig: In deiner Vereinsvorstellung auf der Crowdfunding-Plattform sollte der Link zu Ihrer Vereins-Internetseite nicht fehlen. Da das Crowdfunding eine digitale Angelegenheit ist, haben Vereine ohne eigene Homepage hier nur sehr geringe Erfolgschancen.

Das Paket schnüren

Crowdfunding ist keine einfache Sache. Außerdem wächst die Konkurrenz. Immer mehr Initiativen, Vereine, Gruppen und Einzelpersonen drängen auf die Plattformen, um sich dort zu präsentieren und Geld zu sammeln. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, musst Du ein Paket von Maßnahmen schnüren.

Auch hier gilt der Grundsatz „Bilder sagen mehr als 1.000 Worte“. Präsentiere deinen Verein mit visuellen Mitteln. Dazu gehören nicht nur Fotos. Auch Grafiken, Zeichnungen und „bewegte Bilder“ (Slideshows aus Fotos oder Videos) gehören dazu. Es muss nicht alles vor Professionalität strotzen – allerdings ist ein total verwackeltes Handy-Video auch nicht der Brüller, wenn es um die Präsentation eines Projekts geht. Bei Fotos sollten Sie überlegen, ob Sie nicht eine Art „Dia-Show“ erstellen können.

Um möglichst viele potenzielle Unterstützer zu erreichen, ist es nicht genug, auf der Plattform vertreten zu sein. Du musst die potenziellen Förderer aktiv dorthin führen. Da sich das Crowdfunding im Internet abspielt, ist es klar, dass ihr hier alle Register ziehen solltet. Aber nicht nur dort solltest Du für Eure Aktion werben. Hier einige Vorschläge, wie ihr aktiv werden könnt:

Tipp: Du musst das Rad nicht neu erfinden. Schau Dir an, wie sich andere erfolgreiche Crowdfunding-Projekte präsentiert. Gerade auf der Plattform, auf der Ihr Euer Projekt durführen wollt, solltest du dich genau umsehen. Scheu Dich auch nicht bei den Vereinen, die sich deiner Meinung nach besonders gut präsentiert haben, um Tipps zu bitten. Meist wird man Dir gerne helfen.

Misslungener Start = Ziel nicht erreichbar

Wenn ihr eine Crowdfunding-Kampagne starten wollt, ist der Start entscheidend für den Erfolg der Sammelaktion. Je mehr sich gleich zu Beginn der Aktion beteiligen, umso interessanter wird das Projekt für andere. Darum solltest du schon vor dem Start hinter den Kulissen die Fäden ziehen und beispielsweise Freunde und Bekannte vor dem Beginn des Crowdfundings informieren und darum bitten, sich möglichst früh an der Aktion zu beteiligen. Wer vom Start weg einen Anteil von 20 bis 25 % der Gesamtsumme verzeichnen kann, kann auch damit rechnen, dass das Gesamtprojekt erfolgreich sein wird.