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Versicherungen

Es gibt wohl kaum ein Land, in dem es so viele Versicherungen gibt wie in Deutschland. In vielen Fällen sind sie nützlich aber manchmal auch überflüssig. Auch ein Verein kommt ohne Versicherungsschutz meist nicht aus. Für alle Versicherungen gelten einige Grundregeln:

Wichtig: Der Versicherungsmarkt ist sehr unübersichtlich und für den Laien kaum zu überschauen. Ihr solltet euch deshalb möglichst an einen neutralen Fachmann wenden. Solltet ihr einen freien Versicherungsmakler einschalten, denkt bitte daran, dass auch dieser von den Provisionen der Versicherungen lebt. Unterstützung bei der Festlegung welche Versicherungen benötigt werden und an wen man sich ihr wenden sollte, findet man oft auch bei den Verbänden.

Die Haftpflichtversicherung

Eine Vereinshaftpflichtversicherung ist auch für euren Verein unverzichtbar. Sie deckt etwaige Schadenersatzansprüche Dritter gegenüber eurem Verein oder seinen Organen (Mitglieder, Vorstand) ab.

Wichtig: Die Haftpflichtversicherung greift nicht immer, wenn die Schäden aufgrund von Fehlentscheidungen eures Vorstands entstehen. Deshalb kann es sinnvoll sein für den Vorstand eine sogenannte „D&O-Versicherung“ abzuschließen. Diese Versicherung werden wir in diesem Beitrag noch besprechen.

Die Haftpflichtversicherung greift in Fällen, bei dem gegen § 823 BGB verstoßen wird. Danach ist zum Schadenersatz verpflichtet, „wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt“

Die Versicherung würde beispielsweise greifen, wenn sich ein Besucher in eurem Vereinsheim verletzt, weil er über ein ungesichertes Kabel stolpert. Hier könnte dem für die Verlegung verantwortlichen Vereinsmitglied Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Darüber hinaus könnte auch der Verein wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht belangt werden. Hier kämen dann horrende Kosten auf euch zu: Behandlungskosten und Schmerzensgeldforderungen.

Die Haftpflichtversicherung wird individuell gestaltet. Ihr entscheidet darüber, was versichert werden soll. Auch hier solltet ihr euch von einem Fachmann beraten lassen. Im Rahmen der Haftpflicht können die folgenden Schadensfälle abgesichert werden:

Je nachdem, für welchen Zweck die Versicherung abgeschlossen wird, haben die Haftpflichtversicherungen unterschiedliche Bezeichnungen (z.B. Rechtsschutz, Vermögens- und Diensthaftpflicht, Unfall-, Diebstahl- und Feuerversicherungen). Hier sollte man vor allen Dingen sehr genau prüfen, ob bestimmte Leistungen nicht in mehreren Verträgen vorgesehen sind. Denn im Extremfall kann dies zu großem Ärger führen: Versicherung A verlangt, dass Versicherung B den Schaden übernimmt und Versicherung B verlangt dies vom Versicherung A.

Unfall-Versicherung der Mitglieder

Ihr solltet natürlich auch bei Unfällen eurer Vereinsmitglieder ausreichend versichert sein. Hier sollte man zunächst Kontakt mit dem Verband aufnehmen, dem euer Verein angeschlossen ist. In den meisten Fällen bestehen hier Rahmenabkommen, über die die Mitglieder eures Vereins automatisch mitversichert sind. Meist müsst ihr dann in regelmäßigen Abständen (üblicherweise einmal jährlich) die Anzahl eurer Mitglieder an den Verband melden.

Gibt es keine Absicherung über den Verband, bieten die Versicherungsgesellschaften Gruppenunfallversicherungen für Vereine an. Diese versichern die Organe des Vereins bei Unfällen während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit und auf dem direkten Weg zu dieser Tätigkeit beziehungsweise von der Tätigkeit zurück nach Hause.

Die Höhe der Beiträge einer Versicherung richten sich grundsätzlich nach dem Risiko. Deshalb unterscheiden die Versicherungsgesellschaften Vereine mit und ohne Sportbetrieb.

Als Verein ohne Sportbetrieb solltet ihr darauf achten, dass die Versicherung auch Unfälle abdeckt, die während der Vereinsarbeit passieren, aber außerhalb der Vereinsräume bzw. des Vereinsgeländes eintreten. So sollte der Versicherungsschutz sich auch auf die Teilnahme an Festveranstaltungen anderer Vereine erstrecken. Auch die Hin.- und Rückfahrten zu diesen Veranstaltungen sollten unbedingt mitversichert sein.

Wichtig: Bitte weist eurer Vereinsmitglieder aber ausdrücklich darauf hin, dass kein Versicherungsschutz besteht, wenn man unter Alkoholeinfluss mit dem Auto unterwegs ist.

Bei Vereinen mit Sportbetrieb muss man die Versicherungspolicen ganz besonders genau studieren. Zum einen sind diese Versicherungen wegen des höheren Risikos um einiges teurer als die Versicherungen bei Vereinen ohne Sportbetrieb. Gerade wegen dieses Risikos schränken die Versicherungsgesellschaften aber auf der anderen Seite ihr Leistungsspektrum sehr stark ein.

So sind grundsätzlich nur die Sportarten versichert, die in der Versicherungspolice aufgeführt sind. Allerdings können auch Übungen in anderen Sportarten mitversichert sein, wenn diese dazu dienen, die Fähigkeiten in den versicherten Sportarten zu fördern, und wenn diese ausdrücklich von den dazu befugten Vereinsorganen angeordnet wurden.

Wichtig: Wollt ihr euer Angebot an sportlichen Aktivitäten erweitern denkt bitte daran, dass die neuen Aktivitäten nachversichert werden müssen.

Ist eine Rechtsschutzversicherung notwendig?

Euer eingetragener Verein ist eine sogenannte juristische Person, die auch verklagt werden kann. Deshalb sollten die Vereinsverantwortlichen über eine Rechtsschutzversicherung nachdenken. Die Rechtsschutzversicherungen werden individuell zusammengestellt. Der Rechtsschutz besteht dann grundsätzlich nur für die in der Police genannten Situationen. Auch das Leistungsspektrum wird in der Police genau festgelegt. Hier gilt also erst recht: was ihr nicht schwarz auf weiß habt, ist auch nicht abgedeckt.

Eine Rechtsschutzversicherung kann beispielsweise die folgenden Leistungen umfassen:

Folgende Mindestanforderungen solltet ihr an eure Rechtsschutzversicherung stellen:

Der Rechtsschutz gilt immer für den eingetragenen Verein als juristische Person. Daraus ergibt sich, dass auch seine gesetzlichen Vertreter, Angestellte und Mitglieder mitversichert sind, wenn sie satzungsgemäße Aufgaben des Vereins erfüllen. Er greift allerdings nicht,

Je nach Art und Größe des Vereins sind Rechtsschutzversicherungen für die folgenden Fälle überlegenswert bzw. zu empfehlen:

Absicherung des Vorstands ist es auf jeden so wie wir

Während wir bisher immer die Haftung eures Vereins als juristische Person im Auge hatten, wollen wir uns jetzt mit der Haftung des Vorstands befassen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Fällen, in denen es möglich ist, dass die Vorstandsmitglieder persönlich haften. Hier einige Beispiele:

Für diese Fälle gibt es eine spezielle Versicherung: die „D&O-Versicherung“ (das D&O steht für Directors and Officers). Diese Versicherung bietet Versicherungsschutz, wenn der Vorstand beispielsweise wegen einer Pflichtverletzung für einen Vermögensschaden verantwortlich gemacht wird und Schadenersatz gefordert wird. Die Versicherung leistet grundsätzlich nur bei Vermögensschäden und Ansprüchen, die an das Vorstandsmitglied herangetragen werden. Erleidet ein Vorstandsmitglied im Rahmen seiner Tätigkeit persönlich Vermögensschäden, so werden diese von der Versicherung nicht übernommen. Die Versicherung ist personenbezogen. In der Police muss genau angegeben werden, welche Personen versichert werden. Im Übrigen bleibt die Haftung eures Vereins als „juristische Person“ unverändert bestehen.

Zu den wichtigsten Leistungen einer D&O-Versicherung gehören:

Die Versicherung kann von jedem Vorstandsmitglied privat abgeschlossen werden. Es kann aber auch eine Satzungsregelung getroffen werden, wonach der Verein seine Vorstandsmitglieder versichert. Ohne gültigen Satzungsbeschluss ist eine Kostenübernahme durch den Verein nicht möglich.