Der eine ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Der andere kann dies freiwillig tun. Und das kann sich durchaus lohnen. Wir zeigen, was Sie wissen sollten.

Wer ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet?

Grundsätzlich gilt: Jeder, der vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wird, muss auch eine Erklärung abgeben. Sie haben keine Aufforderung vom Fiskus erhalten?

Freuen Sie sich nicht zu früh: Es gibt es noch weitere Gründe, die Sie zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichten (Pflichtveranlagung). Beispielsweise wenn ein Freibetrag eingetragen wurde, man parallel mehrere Jobs hatte oder die steuerpflichtigen Nebeneinkünfte über 410 Euro betragen (Weitere Infos dazu gibt’s hier).

Wie viel Rückerstattung steht Ihnen zu? Einfach jetzt WISO steuer:Web testen!

Wann lohnt die freiwillige Abgabe?

Sind Sie nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet und wollen daher auch keine Erklärung abgeben? Das wäre sehr schade: Denn rund 90 Prozent der abgegebenen Erklärungen führen bei einer Antragsveranlagung zu einer Steuererstattung! Gerade bei der freiwilligen Abgabe -der so genannten Antragsveranlagung- winkt so gut wie immer ein Plus im Geldbeutel. Und wann hat der Staat schon mal was zu verschenken?

Liegt bei Ihnen einer oder mehrere der unten genannten Punkte vor? Dann ist eine Steuererstattung wahrscheinlich. Sie haben:

  • Werbungskosten über dem Pauschbetrag von 1.000 Euro.
  • Sonderausgaben über dem Pauschbetrag von 36 Euro (bzw. 72 Euro bei Zusammenveranlagung)
  • außergewöhnliche Belastungen oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung
  • aus einer Einkunftsart Verluste erzielt
  • Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen
  • letztes Jahr geheiratet
  • Sie und Ihr Ehepartner haben beide Steuerklasse IV ohne Faktor
  • Versicherungsbeiträge oberhalb der Vorsorgepauschale gezahlt
  • nur einen Teil des Jahres als Arbeitnehmer gearbeitet
  • unterschiedlich hohe Gehälter während des Jahres erhalten
  • für Ihr Kind Anspruch auf Kinderfreibeträge anstelle Kindergeld
  • eine Abfindung erhalten, ohne dass sie Fünftel-Regelung angewendet wurde
  • letztes Jahr zu viel Abgeltungsteuer bezahlt
  • Ihr volljähriges Kind ist für die Berufsausbildung auswärtig untergebracht.

Nachzahlen bei einer Antragsveranlagung?

Sie haben freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgegeben und nun müssen Sie Steuern nachzahlen? Keine Sorge: Sie können die Steuererklärung durch einen Einspruch zurücknehmen. Dafür haben Sie einen Monat nach Erhalt des Steuerbescheides Zeit. Konsequenzen müssen Sie keine befürchten: Sie stehen nach dem Rückzug so da, als hätten Sie nie eine Erklärung abgegeben.

Hier können Sie eine Vorlage des Einspruchs herunterladen: PDF-Format oder Word-Datei

Bis wann muss die Erklärung beim Finanzamt sein?

Auch bei der freiwilligen Einkommensteuererklärung gibt es eine Abgabefrist: Sie müssen Ihre Steuererklärung bis zum 31.12. des vierten Kalenderjahres, das auf das Jahr der Steuererklärung folgt, abgeben. Das heißt, für das Jahr 2013 haben Sie bis zum 31.12.2017 Zeit. Diese Frist kann grundsätzlich nicht verlängert werden.

Tipp: Erwarten Sie eine Steuer-Erstattung? Dann sollten Sie die Abgabe der Erklärung nicht auf die lange Bank schieben. Gewähren Sie dem Finanzamt keinen zinslosen Kredit. Ihr Bankkonto freut sich sicher über die Erstattung.

Wie hoch ist Ihre Steuererstattung?

Nun heißt es prüfen, ob überhaupt eine Erstattung der Steuer rumkommt. Das geht am schnellsten mit steuer:Web. Hier können Sie einfach für jedes Jahr die Zahlen eingeben und berechnen lassen, ob sich eine Abgabe lohnt.

Zeigt das Programm eine Erstattung an? Glückwunsch! Nur noch schnell abgeben und bald haben Sie eine nette Steuererstattung auf dem Konto.

Tags , ,
Newsletter abonnieren
0 Kommentare  ↓

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.