Wollen Sie ein Au-pair in Ihrer Familie aufnehmen? Dies hat sogar Vorteile bei der Steuer. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Infos zu Ihrem Steuervorteil.

Au-pair in der Familie

Ein Au-pair ist ein junger Erwachsener zwischen 18 und 30 Jahren, der für eine begrenzte Zeit in ein fremdes Land reist, um dort bei einer Gastfamilie zu leben. Während des Aufenthaltes unterstützt das Au-pair die Familie bei der Kinderbetreuung und leichten Hausarbeiten.

Im Gegenzug erhält das Au-pair freie Unterkunft, Verpflegung, ein monatliches Taschengeld und die Möglichkeit am Familienleben teilzunehmen. So kann das Au-pair durch das Leben in der Familie seine Sprachkenntnisse vervollständigen und das Gastland besser kennen lernen.

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Welche Kosten tragen die Gasteltern?

Neben der kostenlosen Unterkunft und Verpflegung zahlen die Gasteltern ein Taschengeld. Dieses beträgt üblicherweise 260 Euro monatlich. Dazu kommen die Beiträge zur Kranken- und Unfallversicherung, Vermittlungsprovision und meist auch die Reisekosten.

Daneben zahlen die Gasteltern meist auch eine Monatskarte des örtlichen Nahverkehrs sowie Ausgaben für Sprachkurse. Sozialversicherungsbeiträge müssen seit 2002 nicht mehr gezahlt werden.

Welche Steuervergünstigung erhalten Gasteltern?

Ein Au-pair-Verhältnis ist weder eine geringfügige Beschäftigung noch eine sozialversicherungspflichtige Anstellung. Vielmehr handelt es sich um ein „Betreuungsverhältnis besonderer Art“, für das keine Sozialabgaben und auch keine Pauschalabgaben zu zahlen sind.

Für den Abzug der Kosten kommen in der Steuererklärung zwei Steuervergünstigungen in Betracht:

  • Abzug als Kinderbetreuungskosten mit zwei Drittel bis max. 4.000 Euro als Sonderausgaben
  • Abzug als für haushaltsnahe Dienstleistungen, die mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro, direkt von der Steuerschuld abziehbar sind.

Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug

Die Ausgaben für ein Au-pair sind in der Steuererklärung als Kinderbetreuungskosten absetzbar, „soweit das Au-pair ein Kind betreut“. Am besten wäre es, wenn der Anteil der Tätigkeiten für Kinderbetreuung und Haushaltsarbeiten im Au-pair-Vertrag festgelegt wäre. Mit dem – möglichst großen – Zeitanteil für die Betreuung wären dann die anteiligen Aufwendungen für das Au-pair als Sonderausgaben absetzbar.

  • Falls Sie mittels Au-pair-Vertrag nachweisen, dass das Au-pair so gut wie ausschließlich die Kinder hüten soll, können Sie die Aufwendungen in vollem Umfang als Kinderbetreuungskosten geltend machen.
  • Falls im Au-pair-Vertrag keine Angaben zum Zeitanteil für Kinderbetreuung und Haushaltsarbeiten enthalten sind, können Sie die Hälfte der Au-pair-Kosten als Kinderbetreuungskosten und die andere Hälfte als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen.

Weitere Voraussetzung für die Steuervergünstigungen in der Steuererklärung ist, dass Sie für die Ausgaben eine Rechnung erhalten haben und die Zahlung auf ein Konto des Au-pairs erfolgt ist. Als „Rechnung“ reicht hier der Au-pair-Vertrag mit Angaben über den zeitlichen Anteil der Kinderbetreuung.

Au-pair als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Es kommt auch vor, dass Au-pairs keine Kinder betreuen sondern wie Hausangestellte tätig sind. Hier kann die Beschäftigung auf zwei Arten erfolgen:

  • Minijob: Als geringfügige Beschäftigung mit unter 450 Euro Monatslohn
  • Aushilfsjob: Kurzfristige Beschäftigung von längstens drei Monaten oder 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr

Bei geringfügiger Beschäftigung können die Aufwendungen direkt von der Steuerschuld abgezogen werden, und zwar mit 20 Prozent, höchstens 510 Euro im Jahr.

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Bei einer kurzfristigen Beschäftigung können die Aufwendungen – ebenso wie bei haushaltsnahen Dienstleistungen – mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro im Jahr, direkt von der Steuerschuld abgezogen werden.

Wichtig: Bei einer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung müssen Sozialabgaben gezahlt werden. Beitragspflichtig ist neben der Vergütung auch der Sachbezugswert für freie Unterkunft und Verpflegung.

Bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung können die Aufwendungen direkt von der Steuerschuld abgezogen werden, und zwar mit 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro.

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