Oftmals wissen Angehörige nicht, dass sie einen großen Teil der Beerdigungskosten von der Steuer absetzen können. Doch wer muss die Bestattung überhaupt zahlen? Und wie kann man die Kosten steuerlich beim Finanzamt geltend machen? steuer:web hat die Antworten.

Kosten wirken sich erst ab einer gewissen Höhe aus

Beerdigungskosten sind außergewöhnliche Belastungen. Dazu zählen auch Krankheitskosten, Scheidungskosten, Pflegekosten oder bestimmte Unterhaltsleistungen. Diese wirken sich nicht immer steuermindernd aus. Denn die Kosten müssen zuerst die zumutbare Belastung überschreiten.

Diese zumutbare Belastung richtet sich nach der Höhe des Einkommens, der Anzahl der Kinder und dem Familienstand. Das ist Ihr Selbstbehalt, den Sie von den Aufwendungen übernehmen müssen, bevor die Allgemeinheit der Steuerzahler Ihnen hilft.

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Wer zahlt die Beerdigung?

Stirbt eine Person, sind dessen Erben rechtlich verpflichtet, die Kosten für die Bestattung zu zahlen. Dies ist in Paragraph 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) so geregelt. Besteht eine Erbengemeinschaft, so ist diese zur Zahlung verpflichtet. Sollte der Erblasser seinen Nachlass nicht in einem Testament festgelegt haben, gilt die gesetzliche Erbfolge.

Doch was, wenn der Verstorbene keine Erben hat? Oder wenn die Erben das Erbe ausgeschlagen haben? Dann muss die Person die Beerdigungskosten zahlen, die gegenüber dem Verstorbenen zuletzt unterhaltspflichtig war. Dies ist zuerst der Ehepartner. Danach folgen Kinder, Eltern, Großeltern und Enkel des Erblassers.

Erbt ein Verwandter vom Verstorbenen nichts, ist er zivilrechtlich nicht verpflichtet, die Bestattungskosten zu übernehmen. Doch es kann sein, dass er trotzdem verpflichtet ist, die Beerdigung zu zahlen: und zwar aus sittlichen Gründen. Solche liegen vor, wenn die nähere Umgebung – wie Verwandte, Nachbarn, oder Freunde – die Übernahme der Kosten erwartet. Nichterben, die für die Beerdigungskosten aufgekommen sind, können aber unter Umständen die Kosten von den Erben zurückverlangen.

Wer kann die Kosten für die Bestattung steuerlich absetzen?

Wie so oft im Steuerrecht gilt auch hier: Derjenige, der die Kosten gezahlt hat, kann diese in seiner Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung absetzen. Es ist egal, ob er diese aus rechtlichen oder aus sittlichen Gründen gezahlt hat.

Für den Ansatz der Kosten muss jedoch das Erbe geringer sein als die Kosten für die Bestattung. Sprich: Kann der Erbe aus dem Nachlass alle Kosten tragen, können keinerlei Ausgaben angesetzt werden.

Was gehört zum Nachlass des Verstorbenen?

  • Barvermögen
  • Bankguthaben
  • Wertpapiere
  • Immobilien (Verkehrswert)
  • Lebensversicherung
  • Schmuck
  • Zahlungen von Versicherungen
  • Sterbegelder

Welche Kosten einer Beerdigung können Sie absetzen?

Grundsätzlich können Sie alle Ausgaben absetzen, die mit der Bestattung des Verstorbenen zusammenhängen. Dazu zählen:

  • Ausgaben durch den Tod: Arztkosten, Totenschein, Sterbeurkunde, Überführung, Totenwäsche, Einäscherung, Seebestattung, Beerdigungsinstitut, Traueranzeige, Sarg, Urne, Kreuz, Sterbehemd, Leichenschau, Danksagung, Porto, Fahrtkosten
  • Ausgaben für die Grabstätte: Nutzungsgebühren der Grabstätte, Vorbereitung der Grabstätte, Grabstein, Inschrift, Erstbepflanzung, Grabpflege
  • Ausgaben für die Trauerfeier: Gebühren für Trauerhalle und Kirche, Blumenschmuck für Sarg, Kränze, Gestecke, Sträuße, Honorare für Pfarrer, Organist, Küster, Trauerredner, Sargträger und die musikalische Darbietung
  • Weitere Ausgaben: Darlehenszinsen zur Finanzierung der Bestattung, Zahlungsrückstände des Verstorbenen, Reinigung der Wohnung des Verstorbenen

Wichtig: Die Ausgaben für die Beerdigung müssen angemessen sein. Der Fiskus sieht die Grenze bei 7.500 Euro.

Damit Sie keine Kosten rund um die Bestattung vergessen anzugeben, hilft Ihnen WISO steuer:Web bei der Eingabe.

Welche Bestattungskosten erkennt das Finanzamt nicht an?

  • Kosten für die Bewirtung der Trauergäste
  • Ausgaben für Trauerkleidung für die Trauerzeit / Beisetzung
  • Grabpflege
  • Erneuerung des Grabmals
  • Umbettung
  • Reisekosten für die Teilnahme Angehöriger an der Bestattung

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Welchen Betrag können Sie in der Steuererklärung absetzen?

Ganz einfach: Zählen Sie alle Beerdigungskosten zusammen, die Sie gezahlt haben. Davon ziehen Sie das Erbe ab. Auch Leistungen, die Sie von dritter Seite erhalten haben, wie z.B. von der Sterbegeldversicherung, müssen Sie abziehen. Die Summe, die übrig bleibt, tragen Sie in Ihrer Steuererklärung bei den außergewöhnlichen Belastungen ein.

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