Gefühlt jedes Jahr kommt ein neuer Ordner mit Papierkram im Regal hinzu. Doch: Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein!? Wir sagen dir, wie lange du deine Unterlagen aufheben musst.

Belege für die Steuererklärung: am besten 10 Jahre

Die Steuererklärung ist abgegeben, der Steuerbescheid längst da, selbst die Erstattung schon wieder ausgegeben. Wie lange müssen die Unterlagen für die Steuer eigentlich aufgehoben werden?

Das Grundsätzliche gleich vorweg: Eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist bei den Steuerunterlagen gibt es für Privatpersonen nicht. Es ist aber ratsam, diese trotzdem zu archivieren. Denn oftmals werden alte Nachweise von verschiedenen Stellen gefordert: beispielsweise wenn du Elterngeld oder BAföG beantragst.

Unser Rat: Hebe steuerrelevante Unterlagen und Steuerbescheide mindestens 10Jahre lang auf. Denn so lange kann auch das Finanzamt noch Unterlagen anfordern.

Anders bei Selbstständigen und Gewerbetreibenden: sie sind die Aufbewahrungsfrist gebunden. Zwischen 6 und 10 Jahren müssen Sie geschäftliche Aufzeichnungen und Rechnungen aufheben.

Wenn du wissen willst, wie viel Rückerstattung dir zusteht, dann teste jetzt unverbindlich WISO steuer:Web online!

Nebenkosten & Mietverträge: Bis zu 3 Jahre

Sobald du deine Nebenkostenabrechnung bezahlt hast, könntest du sie in den Mülleimer schmeißen. Also theoretisch. Doch diese Kosten kannst du bei der Steuer absetzen. Daher warte mit dem Entsorgen lieber doch noch ein wenig länger.

Mietverträge und Übergabeprotokolle solltest du bist zu 3 Jahren nach Beendigung des Mietverhältnisses aufgeben.

Kontoauszüge: 3 Jahre

In Zeiten des Onlinebankings braucht man sich über Kontoauszüge meist keine Gedanken zu machen. Doch wer seine Kontoauszüge noch am Drucker holt, sollte die Zettel 3 Jahre lang aufheben. Denn so kannst du bei Alltagsgeschäften im Zweifelsfall leichter Zahlungsgrund, Zahlungszeitpunkt und Beitragshöhe nachweisen.

Arztrechnungen: 3 – 30 Jahre

Stellt dein Arzt dir eine Rechnung und du zahlst nicht, hat dieser 3 Jahre Zeit, bis die Forderungen verjähren. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Behandlung abgeschlossen wurde. Schadensersatzansprüche hingegen verjähren erst nach 30 Jahren. Daher solltest du Arztrechnungen lieber länger aufgeben.

Handwerkerrechnungen: 2 – 5 Jahre

Egal ob Klemptner oder Schreier: Hast du einen Handwerker beauftragt, solltest du die Rechnung mindestens 2 Jahre aufbewahren. Hältst du diese Mindestfrist nicht ein, musst du mit einer Geldbuße von bis zu 500 Euro rechnen. Damit soll Schwarzarbeit eingedämmt werden. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde.

Hast du einen Handwerker für größere bauliche Maßnahmen beauftragt, solltest du die Rechnung 5 Jahre lang aufbewahren. Grund: die Mängelleistung. Bestenfalls solltest du Rechnungen bis zum Verkauf der Immobilie aufbewahren. So kannst du Investitionen und Instandhaltungen ganz einfach nachweisen.  Dazu gehören Rechnungen über

  • Bauleistungen
  • Renovierungen
  • Handwerkerleistungen
  • Planungsleistungen
  • Reinigungsarbeiten

Daneben kannst du auch diese Rechnung wieder von der Steuer absetzen.

Computer, Möbel und Co: Bis zum Ablauf der Garantie

Kaufverträge von Computern, Handys, Möbeln und ähnlichen Anschaffungen solltest du bis zum Ablauf der Garantie oder Gewährleistung aufheben. Hast du teure Gegenstände, die auch von deiner Hausratversicherung umfasst werden? Dann solltest du Belege hierüber solange behalten, wie du den Gegenstand besitzt.

Du willst wissen, wie viel der Staat dir schuldet? Dann berechne heute noch unverbindlich deine Rückerstattung mit WISO steuer:Web!

Rund um den Job: Bis zur Rente

Noch länger sieht es bei Unterlagen rund um deinen Job aus. Gehaltsabrechnungen, Arbeitsverträge, Studienbescheinigungen und Rentenversicherungsnachweise solltest du am besten bis zur Rente aufbewahren. Zwar sind die Daten auch beim Rentenversicherungsträger gespeichert. Doch sollte dort mal was schief gehen und die Daten abhanden kommen, kannst du mit den Belegen trotzdem noch alles nachweisen.

Newsletter abonnieren
0 Kommentare  ↓

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.