Haben Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung, können die Kosten für den doppelten Haushalt die Steuer mindern. Welche Kosten Sie bei der doppelten Haushaltsführung in der Steuererklärung absetzen können, lesen Sie hier.

Voraussetzungen für die doppelte Haushaltsführung

Arbeitnehmer müssen heutzutage flexibel sein. So ist es nicht selten, dass ein Angestellter unter der Woche beispielsweise in Frankfurt arbeitet und am Wochenende zu seiner Familie nach München fährt. Was der Arbeitgeber honoriert belohnt auch das Finanzamt: Alle Aufwendungen rund um Ihren doppelten Haushalt können Sie als Kosten der doppelten Haushaltsführung bei den Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung absetzen. Doch für den Kostenansatz müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie beziehen die Zweitwohnung aus beruflichen Gründen.
  • Die Zweitwohnung liegt nahe an Ihrem Beschäftigungsort, der „ersten Tätigkeitsstätte“.
  • Sie behalten weiterhin Ihren eigentlichen Hauptwohnsitz. Dieser muss dauerhaft Ihr Lebensmittelpunkt sein, weil hier beispielsweise Ihre Familie lebt.

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Berufliche Gründe für den zweiten Hausstand

Die doppelte Haushaltsführung bzw. Ihre zweite Wohnung müssen Sie aus beruflichen Gründen begründet haben. Ein beruflicher Grund liegt zum Beispiel vor, wenn Sie

  • an einen auswärtigen Arbeitsort versetzt worden sind oder
  • eine neue Arbeitsstelle antreten, die sich weit entfernt außerhalb des eigenen Wohnorts befindet oder
  • aus privaten Gründen Ihren Hauptwohnsitz von Ihrem Arbeitsplatz weg verlegen und eine Wohnung am Arbeitsort als Zweithaushalt nutzen.

Zeitersparnis– darum muss es bei der Zweitwohnung gehen. Es muss klar sein, dass Sie täglich schneller von der Zweitwohnung an den Arbeitsplatz gelangen als von Ihrem Lebensmittelpunkt aus.

Einen Steuervorteil erhalten Sie übrigens auch bei umgekehrter Konstellation: Wenn Sie Ihre Hauptwohnung aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegen und anschließend am Beschäftigungsort einen zweiten Hausstand gründen, um von dort aus weiter Ihrem bisherigen Job nachzugehen.

Allgemeine Daten zu Ihrem doppelten Haushalt haben Sie im Nu in WISO steuer:Web eingetragen.

Eigener Haushalt: Zimmer, WG oder Wohnung

Als Zweitwohnung wird übrigens jede Unterkunft anerkannt, in der Sie eine Möglichkeit zur Übernachtung haben. Wie oft Sie diese tatsächlich nutzen, ist unerheblich. Jedoch darf die Zweitwohnung keinesfalls zu Ihrem neuen Lebensmittelpunkt werden. Denn dann ist es vorbei mit der steuerlichen Begünstigung.

Unterkünfte können beispielsweise sein:

  • eine Mietwohnung,
  • ein eigenes Haus,
  • ein Hotelzimmer,
  • möbliertes Zimmer
  • Übernachtungsmöglichkeiten bei Freunden

Welche Kosten können Sie in der  Steuererklärung ansetzen?

Unterkunftkosten bis 1.000 Euro monatlich

Erfüllen Sie alle Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug der Kosten, können Sie zuerst die tatsächlich entstandenen Kosten für die Unterkunft im zweiten Hausstand in der Steuererklärung geltend machen.

Zu den Unterkunftskosten gehören:

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Kosten für Reinigung
  • Garagenmiete
  • Stellplatzmiete
  • Rundfunkbeitrag
  • Zweitwohnungssteuer
  • Abschreibung und Schuldzinsen (bei Eigentum)

Wichtig: Monatlich können Sie bis zu 1.000 Euro bei den Kosten für die Unterkunft absetzen – macht maximal 12.000 Euro im Jahr. Positiv: Schöpfen Sie in einem Monat den Höchstbetrag nicht aus, kann er auf andere Monate im selben Jahr übertragen werden.

Ausgaben für Wohnungssuche

Die doppelte Haushaltsführung beginnt bei der Wohnungssuche. Alle Kosten, die Ihnen dabei entstehen, können Sie bei den Werbungskosten absetzen.

Zu den Kosten für die Wohnungssuche gehören:

  • Fahrtkosten zur Wohnungsbesichtigung (30 Cent je Kilometer)
  • Telefonkosten
  • Portogebühr
  • Ausgaben für Anzeigen in Zeitung etc
  • Makler – und Besichtigungskosten

Umzugskosten: Transport, Reise und Co.

Ist die Zweitwohnung gefunden, steht der Umzug vor der Tür. Auch diese Ausgaben können Sie als Kosten der doppelten Haushaltsführung bei der Steuererklärung absetzen.

Als Umzugskosten zählen zum Beispiel:

  • Ausgaben rund um Einpacken, Auspacken und Verladen
  • Transportkosten
  • Reisekosten um den Umzug vorzubereiten
  • Reparaturen von Transportschäden
  • sonstige Auslagen rund um den Umzug wie z. B. Ummeldegebühren, Telefonanschlusskosten, Installation von Küchengeräten und Lampen etc.

Diese Kosten sollten Sie mittels Belegen dem Finanzamt nachweisen. Haben Sie keine Nachweise mehr, können Sie sich jedoch auch einen Pauschalbetrag ansetzen. Dieser wird von Jahr zu Jahr erhöht. Er beträgt für Umzüge vom 01.03.2016 bis 01.02.2017 746 Euro, ab 01.02.2107 können Sie pauschal 764 Euro absetzen.

Auch Verpflegungsmehraufwendungen absetzbar

Für die ersten drei Monate nach dem Einzug in Ihre Zweitwohnung können Sie Pauschbeträge für Ihre Verpflegung geltend machen. Hier zählt jeder Kalendertag, an dem Sie von Ihrer Hauptwohnung am Lebensmittelpunkt abwesend waren. Die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen betragen bei einer Abwesenheitsdauer von

  • 24 Stunden: 24 Euro
  • 8 bis 24 Stunden: 12 Euro

Wird Ihre Berufstätigkeit innerhalb der ersten drei Monate für mindestens vier Wochen unterbrochen, gibt es eine Besonderheit: Die dreimonatige Frist für die Verpflegungsmehraufwendungen beginnt erneut zu laufen! Dies gilt selbst für Urlaub oder Krankheit.

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Fahrtkosten: Fahrten zur Familie

Auch Fahrtkosten gehören zu den Kosten der doppelten Haushaltsführung. Sind Sie die Strecke mit Ihrem Auto gefahren, können Sie die erste Hinfahrt und die letzte Rückfahrt mit den tatsächlichen Kosten ansetzen; dies sind 30 Cent je gefahrenem Kilometer. Weil es sich um eine Pauschale handelt, müssen Sie hierfür keine Belege abgeben. Zusätzlich dazu mindern die wöchentlichen Heimfahrten zum Haupthaushalt Ihre Steuer. Hierfür können Sie die Pendlerpausche mit 30 Cent je Entfernungskilometer absetzen.

Bei Heimreisen mit dem Zug, Flugzeug oder Bus können Sie die tatsächlich entstandenen Kosten absetzen. Diese müssen Sie mittels Belegen dem Finanzamt nachweisen.

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