Das Vereinswesen ist in Deutschland ein wichtiges Standbein des sozialen Lebens. Über 600.000 Vereine sind momentan registriert. Egal ob Sport, Kultur oder Naturschutz – es gibt unzählige Möglichkeiten in allen Bereichen. In der Vereinskultur engagieren sich zurzeit mehr als 30 Millionen Menschen ehrenamtlich.

Auch erhalten Sie für Ihre Zeit und Mühen im Verein Entschädigungen – wenn auch nur in Form eines kleinen Taschengeldes. Doch muss die Aufwandsentschädigung versteuert werden? Wir zeigen, was Sache ist.

Was ist ein Ehrenamt?

Das Ehrenamt findet im Verein statt. Damit wird, ganz allgemein, bürgerschaftliches Engagement bezeichnet. Die größten Tätigkeitsfelder finden sich in folgenden Bereichen:

  • Sport
  • Musik
  • Kultur
  • Soziale Arbeit
  • Freizeit
  • Gesundheit
  • Kindergarten
  • Schule
  • Bildungsarbeit
  • Tierschutz
  • Naturschutz
  • Umweltschutz
  • Kirche
  • Politik
  • Rettungsdienste
  • Wirtschaftliche Selbsthilfe

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Aufwandsentschädigung deckt Auslagen ab

Die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein ist freiwillig, orientiert sich am Gemeinwohl und erfolgt unentgeltlich. Doch: gänzlich unbezahlt ist sie nicht. Denn Ihr Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr oder andere öffentliche Interessen wird belohnt. Oft gibt es eine Aufwandsentschädigung. Und die ist teilweise steuerfrei.

Wie hoch ist die Ehrenamtspauschale?

Im Verein ehrenamtlich arbeitende Menschen können im Jahr bis zu 720 Euro steuerfrei einnehmen – quasi als Entschädigung für die freiwillig geleistete Arbeit. Sozialversicherungsbeiträge müssen darauf ebenfalls nicht gezahlt werden. Selbstverständlich dürfen Sie auch mehr für ihre ehrenamtliche Arbeit verdienen. Dies hat allerdings zur Folge, dass für die Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit, die über 720 Euro liegen, Steuern und Sozialabgaben fällig werden.

Was sind die Voraussetzungen einer Ehrenamtspauschale?

Wichtigstes Merkmal eines Ehrenamtes: Die Tätigkeit im Verein muss einem mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Zweck dienen. Dieser Zweck muss vom Vorstand in der Satzung eines Vereins festgeschrieben sein. Anders bei wirtschaftlichen Zwecken: Dies schließt eine Gemeinnützigkeit aus. Die Ehrenamtspauschale kann dann nicht mehr in Anspruch genommen werden.

Auch muss die Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt werden. Heißt, Sie dürfen im Jahr nicht mehr als ein Drittel der Zeit aufwenden, die Sie für Ihren Hauptberuf verwenden. Wichtig hierbei: Ihr Hauptberuf muss keine bezahlte Arbeit im Sinne des Steuerrechts sein. Die Ehrenamtspauschale können Sie also auch als Hausfrau, Student, Arbeitsloser oder Rentner geltend machen.

Beide Voraussetzungen liegen bei Ihnen vor? Dann gilt: Egal wie viele Tätigkeiten für Vereine Sie ausüben, die Bezahlung der Tätigkeiten sind bis 720 Euro pro Jahr sozialabgaben- und steuerfrei. Doch Vorsicht: Alle Beträge darüber hinaus fallen unter die Steuer.

Welche Tätigkeit ist begünstigt?

Die ehrenamtliche Tätigkeit müssen Sie im ideellen Bereich des Vereins ausüben. Also in der Vereinsarbeit oder in einem Zweckbetrieb. Das sind zum Beispiel Alten- und Pflegeheime, Mahlzeitendienste, Religionsgemeinschaften, Jugendherbergen oder Werkstätten für behinderte Menschen.

Begünstigte Tätigkeiten sind zum Beispiel:

  • Betreuer
  • Schiedsrichter
  • Fahrer
  • Vorsitzender
  • Schatzmeister
  • Jugendleiter
  • Schreibkraft in der Geschäftsstelle
  • Hausmeister
  • Platzwart
  • Gerätewart
  • Reinigungskraft

Welche Tätigkeiten werden nicht begünstigt?

Nicht durch die Ehrenamtspauschale begünstigt sind Tätigkeiten, die dem wirtschaftlichen Nutzen des Vereines dienen. Dazu zählen beispielsweise

  • das Kassieren von Eintrittsgeldern für Veranstaltungen des Vereins
  • der Verkauf von Lebensmitteln während dem Vereinsfest
  • das Anwerben von Werbesponsoren

Nicht verwechseln mit der Übungsleiterpauschale!

Neben der Ehrenamtspauschale gibt es noch die so genannte Übungsleiterpauschale. Das Prinzip der steuerlichen Vergünstigung ist ähnlich. Pro Person und Jahr können hier sogar 2.400 Euro steuer- und sozialabgabenfrei hinzuverdient werden. Wie auch bei der Ehrenamtspauschale gilt: Den diesen Freibetrag übersteigenden Teil müssen Sie versteuern.

Die Tätigkeit müssen Sie im Dienst oder Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution, eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke ausgeübt haben. Wie bei der Ehrenamtspauschale auch darf die Tätigkeit nicht im Hauptberuf ausgeübt werden.

Der Name der Pauschale ist übrigens irreführend: nicht nur Übungsleiter im Sinne von Trainern können von der Pauschale profitieren. Die Vergünstigung gibt es auch für:

  • Ausbildungsleiter
  • Erzieher
  • Betreuer
  • künstlerische Tätigkeiten
  • Pflege behinderter, kranker oder alter Menschen

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Wo trage ich die Ehrenamtspauschale in der Steuererklärung ein?

Arbeitnehmer: Sie haben die Aufwandsentschädigung als Arbeitnehmer erhalten? Dann tragen Sie Ihre steuerfreie Aufwandsentschädigung oder Einnahmen bis zu 720 Euro in der Anlage N in Zeile 26 ein. Die Zahlungen, die Sie steuerfrei erhalten haben, übersteigen den Ehrenamtsfreibetrag? Dann tragen Sie den übersteigenden Betrag als Arbeitslohn in Zeile 20 der Anlage N ein.

Selbstständiger: Wenn Sie die steuerfreie Entschädigung als Selbständiger erhalten haben, tragen Sie Ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen in den Zeilen 9 und 36 der Anlage S ein

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0 Kommentare  ↓

2 Gedanken zu „Ehrenamtspauschale – die
Aufwandsentschädigung steuerlich absetzen“

  1. Hallo,
    ich bin ehrenamtlich in einem Vereinsvorstand tätig, wofür ich wirklich keine Aufwandsentschädigung erhalte (ehrenamtlich halt). Ich hatte es dann so verstanden, dass man die 720 € als Pauschalbetrag absetzen kann. Das scheint die Steuersoftware aber anders zu sehen, denn solange ich da keinen Betrag eingebe, ändert sich auch meine Erstattung nicht.

    Vielen Dank für Feedback

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