Geschenke und Erbschaften müssen versteuert werden. Doch nicht alles unterliegt der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer: je nach Verwandtschaftsgrad gibt es Freibeträge. Was Sie beachten sollten, lesen Sie hier.

Wie sind die Beteiligten miteinander verwandt?

Für Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer gelten die gleichen steuerlichen Regeln. Ob und in welcher Höhe tatsächlich auf ein Geschenk oder ein Erbe Steuern gezahlt werden müssen, ist von zwei Faktoren abhängig: Steuerklasse und Freibetrag. Maßgeblich dafür ist das Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Erblasser und dem Schenker sowie dem Verhältnis zwischen dem Erben und dem Beschenkten.

Übrigens, wenn du wissen willst, wie viel Rückerstattung dir zusteht, dann teste jetzt unverbindlich unsere WISO steuer:Web online!

Welche Steuerklassen und Freibeträge gibt es?

 FreibetragSteuerklasse
für Ehepartner und Lebenspartner500.000 €I
für Kinder und Enkelkinder, deren Eltern verstorben sind, sowie für Stief- und Adoptivkinder400.000 €I
für Enkelkinder200.000 €I
für Eltern und Großeltern beim Erwerb durch Erbschaft100.000 €I
für Eltern und Großeltern beim Erwerb durch Schenkung, für Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner und Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft20.000 €II
für alle anderen Empfänger einer Schenkung oder Erbschaft20.000 €III

Bei Erbschaften wird den engsten Angehörigen zusätzlich zum persönlichen Freibetrag noch ein sogenannter besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt.

Dieser beträgt:

256.000 Eurofür den überlebenden Ehepartner und den überlebenden Lebenspartner
10.300 Euro bis 52.000 Eurofür die Kinder (je nach Alter, höchstens bis 27 Jahre)

Welche Steuersätze gibt es bei Erbschaften und Schenkungen?

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlichProzentsatz in der Steuerklasse
EuroIIIIII
75.0007 %15 %30 %
300.00011 % 20 %30 %
600.00015 %25 %30 %
6.000.00019 %30 %30 %
13.000.00023 %35 %50 %
26.000.00027 % 40 %50 %
über 26.000.00030 %43 %50 %

Wann müssen Sie Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer zahlen?

Die Erbschaftssteuer entsteht bei Erbschaften am Todestag des Erblassers; die Schenkungsteuer am Tag der Schenkung. Die Freibeträge an nächste Angehörige und Ehepartner sind zwar relativ hoch. Doch fällt tatsächlich eine Steuer an, kann so manche Erbschaft den Erben in finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Dann kann es sogar dazu kommen, dass der Nachlass insbesondere aus Vermögenswerten besteht, die ganz oder teilweise veräußert werden müssten, um die darauf entfallende Erbschaftsteuer entrichten zu können.

Du willst wissen, wie viel der Staat dir schuldet? Dann berechne heute noch unverbindlich deine Rückerstattung mit der WISO steuer:Web!

Wann müssen Sie eine Steuererklärung abgeben?

Im Gegensatz zur Einkommensteuer gibt es bei Schenkungsteuer und Erbschaftsteuer keinen festen Termin zur Abgabe einer Steuererklärung. Es gilt: Sie müssen dann eine Erklärung abgeben, wenn Sie das das Finanzamt dazu auffordert.

Allerdings besteht die Pflicht zur Anzeige des Erwerbs. Die sogenannte Erwerbsanzeige soll binnen einer Frist von drei Monaten ab Kenntnis von dem Erbe bzw. der Schenkung dem zuständigen Finanzamt schriftlich angezeigt werden.

Tags , ,
Newsletter abonnieren
0 Kommentare  ↓

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.