Ernten, pflanzen, Hecken schneiden – auch im September gibt es im Garten jede Menge Arbeit. Doch auch der Fiskus hilft bei der Gartenpflege: Beauftragen Sie einen Dienstleister, um ihren Garten zu verschönern, können Sie einige Kosten steuerlich geltend machen.

Feiner Unterschied

Prinzipiell sind viele Kosten rund um den häuslichen Garten abziehbar. Doch aufgepasst! Denn die Finanzverwaltung macht dabei einen feinen Unterschied:

  • Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen werden übliche Gartenpflegearbeiten, wie Rasenmähen, Hecken schneiden, Unkrautjäten u. Ä. gerechnet. Diese sind also bis zum Höchstbetrag von 20.000 Euro begünstigt und mit 20 Prozent abziehbar, also also 4.000 Euro.
  • Zu den Handwerkerleistungen werden hingegen umfangreiche Erd- und Pflanzarbeiten, Maßnahmen der Gartengestaltung, Anlegen eines Steingartens, Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück usw. gerechnet. Derartige Arbeitskosten sind jedoch nur bis zum Höchstbetrag von 6.000 Euro begünstigt und mit 20 Prozent abziehbar, also 1.200 Euro.

Nicht begünstigt sind handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme. Aber: Der Bundesfinanzhof hat 2011 bestätigt, dass umfangreiche Erd- und Pflanzarbeiten für die erstmalige Gartenanlage – ebenso wie die Errichtung einer Stützmauer zum Nachbargrundstück – zu den Handwerkerleistungen zu rechnen sind.

Ob der Garten neu angelegt wird (Herstellungskosten) oder ein naturbelassener Garten umgestaltet wird (Erhaltungsaufwand), spielt keine Rolle.

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Was ist abzugsfähig?

Folgende Kosten inkl. MwSt. können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen:

  • Arbeitskosten
  • Maschinenkosten
  • Fahrkosten
  • Verbrauchsmittel (wie Schmier-, Reinigungs- oder Spülmittel, Streugut)
  • Kosten der Entsorgung, allerdings nur, wenn diese Nebenleistung zur Hauptleistung sind (z. B. Grünschnittabfuhr bei Gartenpflege)

Nicht abziehbar sind dagegen Materialkosten wie die Pflanzen an sich oder Verwaltungsgebühren. Die Kosten für Entsorgung und Gutachtertätigkeiten können Sie dann nicht geltend machen, wenn diese die Hauptleistung darstellen.

Rechnung? Bitte überweisen!

Um die Steuervergünstigung zu erhalten, brauchen Sie unbedingt eine Rechnung von Ihrem Dienstleister. Darauf müssen Lohn- und Materialkosten getrennt voneinander ausgewiesen sein.

Und diese müssen Sie dann per Überweisung begleichen. Lassen Sie sich daher nicht zur Barzahlung überreden, auch wenn es nur um eine vergleichsweise geringe Summe geht. Das Finanzamt erkennt nur Ausgaben an, die Sie überwiesen haben und die Sie anhand eines Kontoauszugs auch belegen können. Die nötigen Unterlagen müssen Sie zudem mindestens zwei Jahre aufbewahren.

Steuertipp zum Jahresende: Lassen Sie die Rechnung aufteilen

Haben Sie in den letzten Wochen dieses Jahres Handwerker beauftragt? Dann könnte dieser Tipp bares Geld für Sie wer sein: Prüfen Sie zuerst, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits wahrgenommen haben. Ist die Rechnung hoch und liegt über der Höchstsumme von 6.000 Euro?

Reden Sie mit Ihrem Handwerker und versuchen Sie, einen Teil der Zahlung ins neue Jahr zu verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Zahlung, nicht das der Arbeiten.

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