Der Flur bräuchte bald wieder einen neuen Anstrich. Auch neue Fliesen könnten auf der Terrasse mal verlegt werden. Und die Waschmaschine macht seit Wochen auch schon komische Geräusch.

Doch: mit gefährlichem Halbwissen selbst daran gehen? Meist kostet das nämlich eine Menge Zeit – und vor allem Nerven. Dann doch lieber den Fachmann machen lassen. Das dankt auch die Steuererklärung. Denn Sie können mit den Handwerkerkosten bis zu 1.200 Euro direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Wir zeigen, wie Sie den Steuervorteil erhalten.

1.200 Euro direkt von der Steuerschuld abziehbar

Kosten für Handwerkerleistungen mindern Ihre Steuerlast. Sie können die Ausgaben als so genannte „haushaltsnahe Dienstleistung“ in der Steuererklärung absetzen. Lassen Sie Handwerker in Ihrer selbst genutzten Eigentumswohnung, Ihrem selbst bewohnten Eigenheim oder dem dazu gehörigen Grundstück für sich arbeiten, dürfen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer absetzen. Ebenfalls anrechnen können Sie Fahrt- und Maschinenkosten sowie Verbrauchsmittel. Dabei gilt eine Höchstgrenze von 6.000 Euro jährlich. Damit lassen sich bis zu 1.200 Euro Steuern im Jahr sparen.

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Handwerker bar zahlen? Bloß nicht!

Vorsicht Falle! Zahlen Sie die Rechnung Ihres Handwerkers keinesfalls in bar. Denn sonst ist die komplette Steuerersparnis futsch. Grund: Der Fiskus will Schwarzarbeit eindämmen. Sie müssen eine offizielle Rechnung vorweisen können, die Sie nicht bar, sondern per Überweisung beglichen haben. Nur dann erkennt das Finanzamt Ihre Kosten an. Barzahlung zählt auch dann nicht, wenn Sie eine Quittung einreichen.

Lassen Sie sich daher nicht zur Barzahlung überreden, auch wenn es nur um eine vergleichsweise geringe Summe geht. Das Finanzamt erkennt nur Ausgaben an, die Sie überwiesen haben und die Sie anhand eines Kontoauszugs auch belegen können. Die nötigen Unterlagen müssen Sie zudem mindestens zwei Jahre aufbewahren.

Arbeiten müssen in der selbst genutzten Wohnung stattfinden

Zweite wichtige Voraussetzung für den Steuervorteil: Sie als Privatperson müssen dem Handwerker den Auftrag vergeben. Und dieser muss in Ihrer selbst genutzten Wohnung, Ihrem eigenen Haus oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden. Denn wie schon die Bezeichnung „haushaltsnahe Dienstleistung“ nahe legt, müssen die Arbeiten eben in ihrem Haushalt stattfinden. Auch möglich: Zweitwohnung oder Ferienwohnung.

Renovierung, Wiederherstellung und Verschönerung

Den Steuervorteil gibt’s für Renovierung, Wiederherstellung und Verschönerung von Räumen, Einrichtung oder Haushalts- und Elektrogeräten. Auch die Kosten für den Schornsteinfeger können Sie in der Steuererklärung angeben. Schaffen Sie neue Wohn- oder Nutzfläche, können Sie hingegen die Kosten nicht absetzen.

Hier tragen Sie die Kosten in der Steuererklärung ein

Anlaufpunkt für die Handwerkerkosten ist der Mantelbogen der Steuererklärung , genauer gesagt die Seite 3. In der Zeile 73 tragen Sie den kompletten Betrag ein – inklusive Umsatzsteuer.

In WISO steuer:Web sehen die Eintragungen wie folgt aus:

Welche Handwerkerkosten können Mieter absetzen?

Als Mieter können Sie die Steuervergünstigung nutzen, wenn Sie Handwerkerarbeiten im Haushalt selbst in Auftrag geben. Aber auch manche Kosten, die in Ihrer Nebenkostenabrechnung aufgelistet sind, mindern Ihre Steuer .

Aus der Nebenkostenabrechnung müssen drei Details hervorgehen:

  • Art der Dienstleistung
  • Höhe des eigenen Kostenanteils
  • Bestätigung, dass Zahlungen nicht bar geleistet wurden

Damit Sie die steuerliche Vergünstigung nutzen können, müssen die Handwerkerleistungen detailliert auf der Jahresrechnung ausgewiesen sein. Oder Sie lassen sich von Ihrem Vermieter eine gesonderte Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt für Ihren Anteil an den Gesamtkosten ausstellenFalls Sie an den Vermieter Nebenkosten nachzahlen müssen, machen Sie diese Kosten in dem Jahr geltend, in dem Sie diese bezahlt haben.

Begünstigte Handwerkerleistungen

  • Rohrreinigung – und Arbeiten innerhalb des Grundstücks
  • Arbeiten an Dach, Bodenbelägen, Fassade, Garagen, Innenwänden
  • Asbestsanierung
  • Aufstellen eines Baugerüsts
  • Überdachung eines bereits vorhandenen Pkw-Stellplatzes oder Terrasse
  • Dachrinnenreinigung
  • Wartung und Reparatur von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen, Fahrstuhl, Feuerlöscher, Pumpen, Öltankanlagen, CO2-Warngeräte, Abwasser-Rückstau-Sicherungen
  • Gartengestaltung
  • Reparatur und Wartung von Gemeinschaftsmaschinen ( z.B. Waschmaschine und Trockner)
  • Graffitibeseitigung
  • Austausch von Heizungszählern
  • Schornsteinfeger
  • Mauerwerksanierung
  • Pflasterarbeiten innerhalb des Grundstücks
  • Trockenlegung von Mauerwerk
  • Wärmedämmmaßnahmen
  • Legen von Hausanschlüssen für Strom, Fernsehen, Internet über Kabelfernsehen

Welche Handwerkerkosten können Vermieter absetzen?

Keine. Zumindest nicht bei den Handwerkerkosten. Sie können diese Ausgaben aber als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung in der Steuererklärung steuerlich geltend machen.

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Steuertipp zum Jahresende: Lassen Sie die Rechnung aufteilen

Haben Sie in den letzten Wochen dieses Jahres Handwerker beauftragt? Dann könnte dieser Tipp bares Geld für Sie wer sein: Prüfen Sie zuerst, wie weit Sie Ihre Möglichkeiten zum Steuerabzug bereits wahrgenommen haben. Ist die Rechnung hoch und liegt über der Höchstsumme von 6.000 Euro?

Reden Sie mit Ihrem Handwerker und versuchen Sie, einen Teil der Zahlung ins neue Jahr zu verschieben. Denn für das Finanzamt zählt das Datum der Zahlung, nicht das der Arbeiten.

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