Neben den beliebten Monaten im Sommer steht auch der Dezember bei den Heiratswilligen hoch im Kurs. Und das aus gutem Grund: Ein Jawort kurz vor Silvester bringt dank Splittingtarif nette Steuervorteile.

Wer sich spät entscheidet, für den gibt’s trotzdem Bares

Sie wollen heiraten, konnten sich aber auf einen Termin nicht festlegen? Möglicherweise ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Denn finanziell gesehen ist es lohnenswert, kurz vor Jahresende zum Altar zu sprinten. Wer sich nämlich noch 2018 das Jawort gibt, kann für das gesamte zurückliegende Jahr vom Ehegattensplitting profitieren. Das gilt auch dann, wenn Sie erst am 31. Dezember in den Hafen der Ehe einlaufen.

Das Splitting erlaubt Ehepartnern, in ihrer Steuererklärung die Einkommen zu addieren, um so einen günstigeren Steuersatz für sich zu nutzen.

So funktioniert das Ehegattensplitting: Das Finanzamt rechnet zunächst das Jahreseinkommen beider Partner zusammen und halbiert die Summe anschließend. Aus der halbierten Summe wird die Einkommenssteuer berechnet, welche dann auf beide Steuerpflichtigen in gleicher Höhe verteilt wird. Das Ergebnis ist die Steuer, die das Ehepaar zahlen muss.

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Für wen lohnt sich der Splittingtarif?

Vom Splittingtarif profitieren Sie dann, wenn Sie

  • beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind,
  • nicht dauerhaft getrennt leben und
  • verheiratet sind.

Wichtig: Der Trauschein ist Ihre Eintrittskarte. Um in den Genuss der Steuerminderung zu kommen, müssen Sie nämlich gesetzlich bzw. standesamtlich verheiratet sein. Eine kirchliche Trauung ist steuerlich nicht relevant.

Besonders lohnt sich das Ehegattensplitting dann, wenn Sie und Ihr Partner unterschiedlich hohe Einkommen haben. Verdient ein Ehepartner alles während der andere zu Hause bleibt, ist der Steuervorteil am größten. Bei gleichem Bruttolohn ist es unerheblich, ob Sie das Splitting nutzen oder nicht.

 Einkommen Einzelveranlagung Ehegattensplitting Vorteil
Partner A
Partner B
75.000 Euro
0 Euro
24.136 Euro16.454 Euro7.683 Euro
Partner A
Partner B
65.000 Euro
30.000 Euro
25.347 Euro22.147 Euro3.201 Euro
Partner A
Partner B
55.000 Euro
52.000 Euro
29.239 Euro29.228 Euro12 Euro

(Berechnungsgrundlage: Einkommensteuertarif 2018, Einkommensteuer mit Solidaritätszuschlag, gerundete Werte)

Die richtige Steuerklasse macht’s

Damit die Kasse klingelt, muss die passende Steuerklasse her. In der Regel werden Verheiratete bzw. Verpartnerte zusammen veranlagt. In bestimmten Fällen kann eine Einzelveranlagung mehr Geld in die Kasse spülen. Grundsätzlich sollten Sie prüfen, welche Variante für Sie günstiger ist.

Nach der Heirat können Sie zwischen mehreren Steuerklassen-Kombinationen wählen. Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie stark sich Ihre Gehälter unterscheiden:

  • verdienen Sie beide ungefähr gleich viel, ist die Steuerklassen-Kombination IV/IV ratsam;
  • hat einer von Ihnen ein deutlich höheres Einkommen, lohnt sich für ihn der Wechsel in die Steuerklasse III. Der weniger verdienende Partner wird dann nach der Steuerklasse V besteuert.

Auch sollten Sie im Blick haben, dass die Steuerklasse die Grundlage für die Berechnung der Lohnersatzleistungen bildet. Steht etwa Nachwuchs an, sollten Sie nicht die Steuerklasse 5 wählen, weil sich das Elterngeld nach der Geburt am Nettogehalt vor der Geburt orientiert.

Wenn eine Trennung ansteht

Für Paare, die aber bereits verheiratet sind und über eine Trennung nachdenken, wäre es zumindest aus finanzieller Sicht günstiger, diese auf den Januar zu verschieben. Dann können Sie das Ehegattensplitting auf jeden Fall für das gesamte Jahr 2018 nutzen.

Sind Sie von Ihrem Ehepartner offiziell getrennt? Dann können Sie die Vorteile des Ehegattensplittings nicht nutzen. Wenn Sie sich jedoch versöhnen wollen, sollten Sie das noch in diesem Jahr tun – und zusammenziehen. Denn selbst wenn Sie nur einen Tag in 2018 mit Ihrem Ehepartner zusammengelebt haben, können Sie damit kräftig Steuern sparen.

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