Kleinunternehmer habens gut: Über Umsatzsteuer müssen sie sich keine Gedanken machen. Welche Vor- und Nachteile das hat, lesen Sie hier.

Die Kleinunternehmer-Regelung

Der wohl größte Vorteil der Kleinunternehmerregelung: Sie müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Und die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung für das Finanzamt entfällt ebenfalls. Im Gegenzug dürfen Sie jedoch auch keine Vorsteuer aus den Ihnen gestellten Rechnungen ziehen.

Kleinunternehmer können sowohl Gewerbetreibende, Freiberufler als auch GbRs oder Unternehmergesellschaft sein. Voraussetzung ist, dass sie im Jahr der Gründung voraussichtlich einen Gesamtumsatz von nicht mehr als 17.500 Euro erwirtschaften.

Für die Folgejahre gilt: Kleinunternehmen dürfen im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen haben und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen.

Die Umsatzgrenze von 17.500 Euro bezieht sich immer auf ein ganzes Kalenderjahr. Starten Sie Ihre Selbständigkeit während des Jahres, müssen Sie den voraussichtlichen Umsatz auf zwölf Monate hochrechnen.

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Option zur Umsatzsteuer

Doch: Trotz kleiner Umsätze können Sie auch zur Umsatzsteuer optieren – und sich damit gegen die Anwendung der Kleinunternehmerregelung entscheiden. Damit erhebt das Finanzamt auf Ihre Umsätze Umsatzsteuer. Sie können hingegen die Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Und dies kann sich lohnen, wenn Sie große Anschaffungen hatten und die Vorsteuer höher ist als die zu vereinnahmende Umsatzsteuer.

Optieren Sie zur Umsatzsteuer, sind Sie an diese Entscheidung fünf Jahre lang gebunden. Diese Entscheidung müssen Sie dem Finanzamt mitteilen. Hier reicht jedoch schlüssiges Handeln -wie die Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung- aus. Überschreiten Sie die oben genannten Umsatzgrenzen, müssen Sie zwingend Umsatzsteuer auf Ihre Umsätze erheben.

Wichtig für die Rechnung: Für Kleinunternehmer entfällt neben dem Vorsteuerabzug der Ausweis der Umsatzsteuer sowie der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auf erstellten Rechnungen.

Vorsicht bei mehreren Tätigkeiten

Haben Sie Umsätze aus mehreren Tätigkeiten, gilt der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung für die gesamte unternehmerische Tätigkeit. Sie können daher nicht nur für ausgewählte Umsätze auf die Kleinunternehmer-Regelung verzichten, sondern sind dann für alle Tätigkeitsbereiche an die Regelbesteuerung gebunden.

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