Hatten Sie in diesem Jahr auch schon eine Aufforderung zur Umsatzsteuer-Voranmeldung von Ihrem Finanzamt im Briefkasten? Und das, obwohl Sie nur geringe Umsätze haben? Damit sind Sie nicht allein: Viele kleine Unternehmer sollen vierteljährlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben, wenn sie eine USt-Identifikationsnummer besitzen und Geschäfte mit Auslandsbezug tätigen.

USt-Identifikationsnummer verpflichtet

Weniger Zettelwirtschaft hatten bisher Kleinunternehmer und Unternehmer, die pro Jahr nicht mehr als 1.000 Euro Umsatzsteuer zahlen müssen. Bislang reichte eine Jahreserklärung völlig aus. Doch Ende 2018 wurde das Umsatzsteuer-Anwendungserlass aktualisiert und bringt eine Änderung für Kleinunternehmer und Freiberufler mit sich.

Wer bisher keine vierteljährliche USt-Voranmeldung abgeben musste, kann nun dazu verpflichtet werden. Haben Sie als Kleinunternehmer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt? Dann kann ein grenzüberschreitender Sachverhalt vorliegen. Nach dem aktualisierten Umsatzsteuer-Anwendungserlass sind Sie damit zur Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichtet.

Das liegt zum Beispiel vor, wenn ein eBay-Verkäufer Waren aus dem Ausland bezieht. Aber auch, wenn digitale Leistungen – etwa Werbung – im Ausland ansässiger Konzerne in Anspruch genommen werden.

Das steckt dahinter

Hintergrund ist eine etwas versteckte Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses. Dieser hält die Finanzverwaltung eigentlich an, Unternehmer mit nicht mehr als 1.000 Euro Umsatzsteuer pro Jahr von der Abgabe unterjähriger Umsatzsteuer-Voranmeldungen zu befreien. Allerdings besagt ein Teil der Vorschrift, dass die Finanzämter in bestimmten Ausnahmefällen doch Voranmeldungen verlangen sollen. Und diese Fälle sind nun drastisch ausgedehnt worden.

Sie wollen wissen, wie viel der Staat Ihnen schuldet? Dann berechnen Sie heute noch unverbindlich Ihre Rückerstattung mit WISO steuer:Web!

Wer muss ich die Voranmeldung abgeben?

Danach gilt die generelle Pflicht zur Voranmeldung und Steuererklärung unter anderem auch für:

  • Unternehmer, die als Leistungsempfänger nach § 13b Abs. 5 UStG die Steuer schulden (Umkehr der Steuerschuld oder auch Reverse-Charge-Verfahren genannt),
  • Fahrzeuglieferer gem. § 2a UStG.

Gerade der erstgenannte Fall dürfte ziemlich häufig auftreten, beispielsweise wenn eine Leistung von einem Unternehmer empfangen wird, der im EU-Ausland sitzt.

Ach ja: Auch bei Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung sind in diesen Fällen zumindest vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben.

Schlagwörter , , ,
Newsletter abonnieren