Blogs sind im Trend. Egal ob übers Reisen, Gesundheitstipps oder die neuesten Modetrends – das Internet ist voll davon. Und täglich werden es mehr. Du liebäugelst auch mit der Bloggerei? Oder hast sogar schon eine Website? Dann hast du dir doch sicherlich schon mal Gedanken über deine Beziehung zum Finanzamt gemacht? Nicht? Macht nichts, wir haben hier die wichtigsten Infos für dich.

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Was ist dein Blog: Hobby oder Gewerbe?

Zu allererst Entwarnung: Du betreibst deinen Blog nur als Hobby und nimmst kein Geld ein? Dann brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Der Blog interessiert das Finanzamt nicht. Auch in deiner Steuererklärung brauchst du ihn nicht angeben.

Wird ein Blog jedoch erfolgreicher, kommen auch die ersten Anfragen für Backlinks, bezahlte Artikel, Gewinnspiele oder verlinkte Werbeanzeigen. Auch Einladungen für Wochenendtrips oder überlassene Produkte lassen nicht auf sich warten. Und ganz ehrlich: Wer will sich diese Einnahmen schon entgehen lassen? Und genau an diesem Punkt solltest du dir Gedanken um deine steuerliche Zukunft machen.

Muss ein Blog als Gewerbe angemeldet werden?

„Muss ich ein Gewerbe anmelden?“ Um diese Frage kommst du als Selbstständiger leider nicht herum. Diese zu beantworten ist leider nicht immer ganz einfach – und die Folgen oft weitreichend. Ob du ein Gewerbe anmelden musst, hängt davon ab, ob du Gewerbetreibender oder Freiberufler bist.

Genau hier hilft ein Blick ins Einkommensteuergesetz. Hier wird ein Gewerbebetrieb folgendermaßen definiert:

  • Selbstständigkeit (Unternehmerrisiko und Initiative)
  • Nachhaltigkeit (auf Dauer angelegt)
  • Absicht, Gewinn zu erzielen
  • Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr

Heißt für dich: Du musst ein Gewerbe anmelden, wenn du einen Blog hast, über die Inhalte selbst entscheiden kannst, den Blog dauerhaft betreiben willst und die Absicht hat, mit deinem Blog Gewinne zu erzielen.

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Wenn du deinen Blog als Freiberufler schreibst

Übst du hingegen einen Katalogberuf aus, bist du als Freiberufler einzuordnen. Darunter fallen beispielsweise die reinen Tätigkeiten als Texter und Journalisten. Freiberufler bist du auch dann, wenn du auf deinem Blog nur eine Dienstleistung anbietest, wie die als Grafiker oder Webdesigner.

Doch Vorsicht! Sobald bei dir Einnahmen über den Verkauf von Anzeigenformaten generiert werden, deutet das auf eine gewerbliche Tätigkeit hin. Letztendlich trifft aber das Finanzamt die Entscheidung, welche Art der Selbstständigkeit du ausführst. Pauschal lässt sich das nicht sagen.

Was sind die Vorteile von Freiberuflern?

Die Vorteile von Freiberuflern liegen auf der Hand: Als Freiberufler brauchst du keinen Gewerbeschein. Hier reicht es aus, wenn du dem Finanzamt Bescheid gibt, dass du Einkünfte aus einem Katalogberuf nach Paragraph 18 Einkommensteuergesetz erzielst. Auch bist du weder zur Buchführung verpflichtet, musst dich nicht ins Handelsregister eintragen lassen und kommst als Blogger eventuell in den Genuss der Künstlersozialkasse.

Wie ein neues Kleidungsstück in der Waschmaschine kann auch eine Einkunftsart abfärben. Hast du als Freiberufler auch gewerbliche Einkünfte wie beispielsweise Werbeeinnahmen, musst du aufpassen, dass diese nicht Überhand nehmen. Denn wenn über drei Prozent der gesamten Einkünfte rund um den Blog gewerblichen Ursprungs sind, gelten ALLE EINKÜNFTE als gewerblich – zur Freude des Finanzamtes.

Weiterer Nachteil eines Gewerbes: Es kann Gewerbesteuer anfallen. Da diese jedoch erst bei einem Jahresgewinn von über 24.500 Euro anfällt, spielt dies vermutlich für dich ohnehin keine besondere Rolle. Eine zusätzliche Steuererklärung muss dennoch – wenn auch ausgenullt – abgegeben werden.

Hinweis: Das Gewerbe solltest du so früh wie möglich anmelden. Dazu musst du entweder zum Gewerbe – und Ordnungsamt vor Ort, bei vielen Ämtern ist dies jedoch schon online möglich. Durchschnittlich kostet eine Gewerbeanmeldung 25 Euro.

Was ist mit der Umsatzsteuer?

Ein Großteil der Blogger wird mit der Umsatzsteuer wahrscheinlich keine Berührungspunkte haben. Denn bei Einnahmen unter 17.500 Euro kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehme. Heißt: in den gestellten Rechnungen führst du keine Umsatzsteuer auf. Somit entfällt zwar die Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen – eine Jahreserklärung musst du dennoch abgeben.

Kleiner Nachteil der Regelung: Du kannst keine Vorsteuer vom Finanzamt zurückfordern, die du von anderen in Rechnung gestellt bekommen hast. Gerade bei größeren Investitionen kann hier ein hübsches Sümmchen zusammenkommen.

Bilanz oder EÜR: Wie ermittelst du deinen Gewinn?

Zur Frage aller Fragen: Wie ermittelst du den Gewinn? Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Durch Einnahme-Überschuss-Rechnung oder Bilanz. Der Vorteil liegt hier ganz klar bei der einfacheren Einnahme-Überschuss-Rechnung nach § 4 Absatz 3 Einkommensteuergesetz. Hier ist der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben der Gewinn. Von der Bilanzierung ist wegen des Aufwands abzuraten – auch muss sie daher meist von einem Profi – sprich Steuerberater- erstellt werden.

Setz alle Ausgaben rund um deinen Blog von der Steuer ab

Werden deine Einnahmen vom Finanzamt versteuert, hat das jedoch auch Vorteile: Du kannst deine Ausgaben als Betriebsausgaben absetzen. Dazu zählen dann alle Kosten, die im Zusammenhang mit deinem Blog angefallen sind. Das können unter anderem sein:

  • Kosten für Webhosting
  • Laptop
  • Schreibtisch
  • Kamera
  • Fahrten mit Zug oder Auto
  • Reiseausrüstung
  • Internetzugang
  • Telefonkosten
  • Fachliteratur
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