So viele Pendler gab es in Deutschland noch nie! Ganze 60 Prozent aller Arbeitnehmer pendelten im vergangenen Jahr zum Arbeitsplatz in eine andere Gemeinde. Doch: Nicht nur die Zahl der Pendler ist gestiegen, auch der Weg zum Arbeitsplatz wird immer länger. Durchschnittlich 16,8 Kilometer beträgt die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Kleines Trostpflaster: Arbeitnehmer können eben diesen Arbeitsweg mit der Pendlerpauschale von der Steuer absetzen.

Wie hoch ist die Pendlerpauschale?

Die Pendlerpauschale beträgt 30 Cent für jeden Entfernungskilometer für die kürzeste Straßenverbindung. Hierbei ist es völlig egal, wie die Strecke zurückgelegt wird. Ob zu Fuß, mit dem Auto, dem Fahrrad , dem Mofa oder Motorrad, mit Bus oder Bahn – jeder kann sich eine Pauschale bei der Steuererklärung ansetzen. Auch ob der Arbeitnehmer in Vollzeit oder Teilzeit oder noch in der Probezeit arbeitet, ist bei der Berechnung der Pendlerpauschale egal.

Doch: Wie viel Arbeitstage kann man sich pro Jahr bei der Steuer ansetzen? Bevor Sie sich nun mit einem Stift bewaffnet an den Kalender machen – es geht auch einfacher. Das Finanzamt akzeptiert bei Arbeitnehmern in einer 5 –Tage- Woche, die das ganze Jahr beschäftigt waren, 220 bis 230 Arbeitstage im Jahr. Arbeiten Sie an 6 Tagen in der Woche, können Sie sich 260 bis 280 Tage anrechnen. Krankheitstage und Urlaub sind hier bereits abgerechnet.

Wollen Sie mehr Fahrten geltend machen? Dann müssen Sie diese dem Finanzamt nachweisen. Zum Beispiel durch eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers oder durch Aufzeichnungen der im Kalenderjahr durchgeführten Fahrten.

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Gibt es einen Höchstbetrag bei den Fahrtkosten?

Wie so oft im Steuerecht gibt es auch hier einen Höchstbetrag bei den Fahrtkosten zur Arbeit. So können Sie pro Kalenderjahr höchstens 4.500 Euro Fahrtkosten bei den Werbungskosten absetzen. Dies gilt jedoch nur, wenn Sie diese Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf einem Motorrad, Moped oder als Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft zurückgelegt haben. Sind Sie mit Ihrem eigenen PKW gefahren, können Sie Kosten in unbegrenzter Höhe in Ihrer Steuererklärung absetzen – der Höchstbetrag gilt hier nicht.

Doch: Sind Ihre tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel im Jahr höher? Dann können Sie diese Ausgaben ansetzen – wenn Sie dies mit den Fahrtickets nachweisen können.

Wie viele Fahrten am Tag darf ich berechnen?

Pro Arbeitstag können Sie sich nur eine einfache Wegstrecke berechnen. Dies gilt selbst dann, wenn Sie nachweislich zum Mittag nach Hause fahren und anschließend wieder auf die Arbeit fahren.

Wie wird die Pendlerpauschale berechnet?

Thomas ist ITler und fährt jeden Tag zu seinem Arbeitsplatz, der 30 Kilometer von seinem Wohnort entfernt ist. Für jeden Kilometer der Entfernung kann sich Thomas 30 Cent Pendlerpauschale anrechnen. Bei 220 Arbeitstagen rechnet er wie folgt:

220 Arbeitstage x 30 Kilometer einfache Entfernung x 0,30 Euro Pendlerpauschale = 1.980 Euro.

Thomas kann sich somit allein für seinen Arbeitsweg 1.980 Euro Werbungskosten bei der Steuererklärung ansetzen.

Wo trage ich die Fahrtkosten in der Steuererklärung ein?

Alle Ausgaben rund um Ihre Fahrten zu Ihrem Arbeitsplatz machen Sie in der Anlage N in der Einkommensteuererklärung ab der Zeile 31. In WISO steuer:Web machen Sie alle Angaben bei den Ausgaben „Wege zur Arbeit (Entfernungspauschale)“. 

Was ist die kürzeste Straßenverbindung?

Das Einkommensteuergesetz schreibt vor, dass Sie die Pendlerpauschale für die kürzeste Straßenverbindung erhalten. Hier berücksichtigt das Finanzamt nur volle Entfernungskilometer.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Ist eine andere Strecke als die kürzeste Straßenverbindung offensichtlich verkehrsgünstiger, können Sie diese angeben. Verkehrsgünstiger ist eine Strecke, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz trotz gelegentlicher Verkehrsstörungen normalerweise schneller und pünktlicher erreichen. Beispielsweise, weil auf der anderen Strecke stets Stau ist oder Sie mit einer Fähre fahren.

Was können Sie bei einer Fahrgemeinschaft ansetzen?

Selbst die Kosten für Fahrgemeinschaften mit Kollegen können Sie von der Steuer absetzen. Das Beste: jeder Mitfahrer kann sich hier die volle Pendlerpauschale vom 30 Cent je Kilometer anrechnen. Für die Arbeitstage, an denen Sie bei einem Kollegen mitfahren, gilt wiederum der anteilige Höchstbetrag von 4.500 Euro. An den Tagen, an denen Sie Ihr eigenes Fahrzeug benutzen, können Sie die Kilometerpauschale voll und unbegrenzt ansetzen. Umwege die Sie fahren, um Ihre Mitfahrer abzuholen, dürfen Sie leider nicht mitberechnen.

Was gilt bei mehreren Arbeitgebern?

Sie stehen gleich in mehreren Dienstverhältnissen? Dann können Sie die Pendlerpauschale für jeden Weg zur jeweiligen Arbeitsstätte absetzen, wenn Sie am selben Tag zwischenzeitlich in Ihrer Wohnung waren.

Fahren Sie die Arbeitsstätten jedoch unmittelbar nacheinander an, dann können Sie ganz einfach die Strecken addieren. Die für die Ermittlung der Entfernungspauschale anzusetzende Entfernung darf dann höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke betragen.

Sie haben einen Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber erhalten?

Die Entfernungspauschale steht Ihnen zwar unabhängig von der Höhe Ihrer tatsächlichen Kosten zu. Haben Sie jedoch steuerfreie bzw. pauschal versteuerte Arbeitgeberleistungen für Ihre Fahrten erhalten, müssen Sie diese auf die Entfernungspauschale anrechnen.

In WISO steuer:Web können Sie die Erstattungen nach Angabe der Entfernungskilometer eintragen.

Welche Kosten können Sie bei Behinderung absetzen?

Arbeitnehmer mit Behinderung können anstelle der Pendlerpauschale auch die tatsächlichen Kosten für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte absetzen. Hierfür muss eine Minderung der Erwerbsfähigkeit um mindestens 70 Prozent oder mindestens 50 Prozent und zusätzlich eine erhebliche Gehbehinderung mit Kennzeichen „G“ oder „aG“ vorliegen.

Beim Absatz der Kosten ist die tatsächlich gefahrene Strecke maßgebend. Dies bedeutet, Sie können die doppelte Strecke absetzen, also die Hinfahrt und die Rückfahrt. Alternativ können Sie auch 60 Cent pro Kilometer in der Entfernungspauschale ansetzen, ohne einen Einzelnachweis zu führen.

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Steuertipp: Warum mehr zahlen?

Lassen Sie sich doch beim Finanzamt die Entfernungskilometer auf Ihrer Lohnsteuerkarte als Freibetrag eintragen. So vermeiden Sie, dass Sie monatlich mehr Vorab-Steuern als nötig zahlen.

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Wie die Fahrtkosten die Steuer mindern“

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