Drilling, Full House, Royal Flush – die Begriffe sind Ihnen vertraut? Wenn Sie regelmäßig Ihr Glück am Poker-Tisch herausfordern und Gewinne einheimsen, kann es sein, dass das Finanzamt bei Ihnen anklopft.

Wenn Sie wissen wollen, wie viel Rückerstattung Ihnen zusteht, dann testen Sie jetzt unverbindlich WISO steuer:Web online!

Poker Face – nicht mit dem Fiskus

Kein Glück hatte ein passionierter Pokerspieler vor dem Finanzgericht Münster. Er hatte 2003 mit dem Pokern angefangen und nahm in den Jahren 2004 bis 2007 an Turnieren, Internet-Pokerveranstaltungen und Cash-Games teil. Bis 2005 war er als Angestellter tätig, nahm dann unbezahlten Urlaub und kündigte 2007 schließlich seinen Job.

Seine Gewinne gab der Spieler in seiner Steuererklärung nicht an. Nach einer Außenprüfung nahm das Finanzamt aber an, dass er sowohl gewerbliche Einkünfte als auch umsatzsteuerpflichtige Umsätze erzielt hat.

Anfängerglück oder Profispieler

Der Spieler vertrat aber die Auffassung, dass er nicht gewerblich tätig geworden sei, vielmehr handele es sich bei Poker um ein reines Glücksspiel. Poker, also reine Glückssache? Das sieht der Fiskus anders und verweist auf eine Studie des Forschungsinstituts für Glücksspiel und Wetten. Als Berufsspieler gilt demnach, wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, die den Ausgang des Pokerspiels nicht mehr vom Glück allein abhängen lassen:

  • Fähigkeiten
  • Kenntnisse und
  • Grad der Aufmerksamkeit des Spielers.

Regelmäßiges Pokern und Teilnahmen an Turnieren sprechen also stark dafür, dass der Kläger in der Profiliga mitmischt.

Sie wollen wissen, wie viel der Staat Ihnen schuldet? Dann berechnen Sie heute noch unverbindlich Ihre Rückerstattung mit WISO steuer:Web!

FG Münster: Ein salomonisches Urteil

Das FG Münster entschied, dass bei Anfängern keine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, weil in dieser Phase noch das Glück ihr Spiel entscheidet, was auch die Studie belegt. In den ersten Jahren seiner Pokerkarriere kann der Kläger noch nicht als geübter Pokerspieler angesehen werden. Damit sind seine Gewinne in diesen Jahren eher auf Anfängerglück zurückzuführen.

Sobald aber das Pokern intensiv und erfolgreich betrieben wird, wird der Anfänger zu Berufspokerspieler. Dann hat er nämlich umfangreiche Turniererfahrung und Kenntnisse sowie geschulte Fähigkeiten, sodass seine Gewinne nicht mehr allein vom Glück abhängen. Ab dem Streitjahr 2007 war der Spieler daher als Berufspokerspieler gewerblich tätig (Urteil vom 12.10.2018, Az. 14 K 799/11).

Die Richter des FG Münster haben die Revision zugelassen. Bisher ist nicht bekannt, ob auch Revision eingelegt wurde.

Schlagwörter , ,
Newsletter abonnieren
0 Kommentare  ↓

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.