Viele Rentner sind steuerpflichtig- und müssen eine Steuererklärung abgeben. Doch: Ab wann müssen dann Steuern gezahlt werden? Und wie können Sie Ihre Steuerlast drücken? Wir haben die Antworten.

Rentenbesteuerung: Ab wann müssen Rentner Steuern zahlen?

Rentner müssen einen Teil ihrer Rente versteuern. Das ist die Folge des vor zwölf Jahren in Kraft getretenen Alterseinkünftegesetzes. Dadurch werden die Abgaben auf Renten allmählich auf die nachgelagerte Besteuerung umgestellt. So zahlen momentan bereits knapp 5 Millionen Rentner Steuern. Rund 17 Millionen Rentner betrifft das nicht –  ihre Altersbezüge liegen noch unter der Steuergrenze. Noch.

Maßgebliche Grenze bei der Steuer ist der steuerfreie Grundfreibetrag: Sobald Sie als Rentner mit Ihrem Einkommen darüber liegen, müssen Sie Steuern zahlen. Im Jahr 2017 gilt: Für alleinstehende Rentner beträgt der Grundfreibetrag 8.820 Euro, bei Ehepaaren sind es 17.640 Euro.

Höhe der Steuer richtet sich nach dem Renteneintritt

Doch noch ist nicht die volle Rente zu versteuern. Immerhin gibt es noch einen Rentenfreibetrag. Er ist der Teil der Rente, der nicht zu versteuern ist. Wie viel von der Rente versteuert wird, richtet sich nach dem Jahr Ihres Rentenbeginns.

Beginn der RenteSteuerfreier Anteil
201726 %
201628 %
201530 %
201432 %
201334 %
201236 %
usw.usw.

Ab 2040 wird jeder Rentner seine Rente zu 100 Prozent versteuern müssen.

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Wann muss ich als Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Als Rentner müssen Sie dann eine Steuererklärung abgeben, wenn Ihre Jahreseinnahmen über dem Grundfreibetrag liegen. Dieser wird von Jahr zu Jahr etwas erhöht. Dieses Jahr liegt er für Alleinstehende bei 8.820 Euro (Ehepaare 17.640 Euro), in 2016 lag er bei 8.652 Euro (Ehepaare 17.304 Euro).

Maßgeblich hierfür sind die gesamten steuerpflichtigen Einkünfte. Dazu gehören neben Ihren Renteneinkünften aus der gesetzlichen Rente auch weitere steuerpflichtige Einnahmen wie Mieteinnahmen oder Betriebsrenten.

Grundsätzlich gilt: Fordert Sie das Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung auf, sollten Sie zügig reagieren und abgeben. Anders lautende Mitteilungen des Finanzamts vor 2005 sind durch das Alterseinkünftegesetz.

Wie können Rentner Ihre Steuer mindern?

Wie Arbeitnehmer auch können Rentner mit diversen Ausgaben und Pauschbeträgen ihre Steuerlast senken. So müssen sie zwar eine Steuererklärung abgeben, bleiben aber mit Glück von einer Steuerzahlung verschont und müssen keine Steuern zahlen. Wir haben die wichtigsten Steuerspar-Möglichkeiten in Bezug auf Renten für Sie zusammengestellt.

Werbungskosten

Von Ihrer Rente zieht das Finanzamt automatisch eine Pauschale von 102 Euro ab. Können Sie höhere Ausgaben nachweisen, so können Sie diese von der Steuer absetzen. Dazu zählen beispielsweise folgende Kosten:

  • Gewerkschaftsbeiträge, die Sie als Rentner entrichten
  • Steuerberatungskosten, zum Beispiel die für steuer:Web
  • Pauschale Kontoführungsgebühr von 16 Euro im Jahr
  • Schuldzinsen für einen aufgenommenen Kredit, um freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung nachzuentrichten
  • Rechtsberatungs- und Prozesskosten, die Ihnen im Zusammenhang mit der Beantragung einer Rente entstanden sind
  • Kosten für einen Renten- bzw. Versicherungsberater, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung stehen

Außergewöhnliche Belastungen

Ausgaben für Ihre Gesundheit können Sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung absetzen– soweit die Kosten die so genannte zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Dazu gehören zum Beispiel Kosten für Medikamente, Zahnersatz, Hilfsmittel wie Prothesen oder Kur- oder Krankenhausaufenthalte. Erstattungen der Krankenkasse müssen Sie hier abziehen. Aber auch Pflegeheim oder Beerdigungskosten mindern Ihre Steuer.

Sonderausgaben

Jeder ist versichert – und das mindert Ihre Steuer. Hier müssen Sie zwischen zwei Arten von Versicherungsbeträgen unterscheiden:

  • Kranken- und Pflegeversicherung: Die Beitragszahlungen sind in Höhe der Grundversorgung voll als Sonderausgaben abziehbar.
  • Sonstige Versicherungsbeiträge: Beiträge (Kfz-Haftpflicht, Privathaftpflicht, etc.) wirken sich steuerlich nur aus, wenn die Beitragszahlungen zur Kranken- und Pflegeversicherung 1.900 Euro bei Ledigen (bei Ehepaare 3.800 Euro) pro Jahr nicht übersteigen.

Auch Spenden an Kirche, Wohlfahrtsverbände oder Parteien können Sie von der Steuer absetzen. Bei Spenden bis 200 Euro genügt der Nachweis der Zahlung anhand einer Kopie des Kontoauszugs.

Haben Sie eine Haushaltshilfe im regulären Dienstverhältnis engagiert? Oder kommt täglich ein ambulanter Pflegedienst zu Ihnen und reinigt die Wohnung? Dann können Sie 20 Prozent der Gehaltszahlungen, max. 4.000 Euro steuermindernd ansetzen.

Bei Anstellung auf 400-Euro-Basis beträgt die Anrechnung ebenfalls 20 Prozent, maximal jedoch 510 Euro. Ausgaben für Essen auf Rädern können nicht als haushaltsnahe Dienstleistung, jedoch als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden.

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Altersentlastungsbetrag

Wenn Sie das 64. Lebensjahr vollendet haben, haben Sie Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag. Wie hoch der Altersentlastungsbetrag für Sie ausfällt, hängt von Ihrem Geburtsjahr ab, bzw wann Sie das 64. Lebensjahr vollendet haben.

Kalenderjahr, welches auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgtin Prozent der Einkünftemaximaler Altersentlastungsbetrag in Euro
200540.,0 %1.900 Euro
200638,4 %1.824 Euro
200736,8 %1.748 Euro
200835,2 % 1.672 Euro
200933,6 %1.596 Euro
201032,0 %1.520 Euro
201130,4 %1.444 Euro
201228,8 %1.368 Euro
201327,2 %1.292 Euro
201425,6 %1.216 Euro
201524,0 %1.140 Euro
201622,4 %1.064 Euro
201720,8 %988 Euro
201819,2 %912 Euro
201917,6 %836 Euro
202016,0 %760 Euro
202115,2 %722 Euro
202214.4 %684 Euro
uswusw

Behinderten-Pauschbetrag

Für die Mehraufwendungen, die Menschen durch ihr Handicap im täglichen Leben entstehen, wird ein steuerlicher Vorteil gewährt- der Behindertenpauschbetrag. Dieser mindert ohne Nachweis der einzelnen Kosten in der Steuererklärung Ihr versteuerndes Einkommen. Er deckt dabei alle Kosten ab, die typisch für die Behinderung sind. Die Höhe des Pauschbetrags bestimmt sich nach dem Schwergrad der Behinderung:

Grad der BehinderungBehinderten-Pauschbetrag
25 - 30 Prozent310 Euro
35 - 40 Prozent430 Euro
45 - 50 Prozent570 Euro
55 - 60 Prozent720 Euro
65 - 70 Prozent890 Euro
75 - 80 Prozent1.060 Euro
85- 90 Prozent1.230 Euro
95 - 100 Prozent1.420 Euro
Blind oder hilflos3.700 Euro
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