Welche Neuigkeiten gibt es für Ihre Steuererklärung 2018? Wir haben die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Abgabetermin: 31. Juli 2019

Bisher wurde es Ende Mai meist stressig in deutschen Haushalten. Grund: Der Abgabetermin 31.05. musste eingehalten werden. Ab 2019 können Sie einen Gang zurückschalten. Denn dann haben Sie zwei Monate mehr Zeit. Neuer Stichtag für die Steuererklärung ist dann der 31.07.2019. Personen mit Steuerberater haben gar bis zum 31.12.2019 Zeit.

Falls Sie dann trotzdem zu spät abgeben, kennt das Finanzamt keine Gnade mehr. Ab 2019 fällt für jeden Monat automatisch ein Verspätungszuschlag an. Dieser beträgt pro Monat der Verspätung mindestens 25 Euro – oder aber 0,25 Prozent der Nachzahlungssumme. Und das kann ganz schön ins Geld gehen.

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Grundfreibetrag auf 9.000 Euro erhöht

Der Grundfreibetrag ist das Existenzminimum, also das zum Leben unbedingt nötige Mindesteinkommen. Bis zu diesem Betrag bleibt Ihr Einkommen steuerfrei. Diese Grenze wird nun um 80 Euro auf 9.000 Euro angehoben. Bei Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro.

Zudem werden die Eckwerte des Steuertarifs um die geschätzte Inflationsrate erhöht. Damit soll der so genannten kalten Progression entgegengewirkt werden. Es erfolgt eine Erhöhung um 1,65 Prozent. Dadurch greifen steigende Steuersätze des progressiven Steuertarifs erst bei etwas höherem Einkommen.

Kindergeld erhöht sich um zwei Euro

Keine allzu guten Nachrichten gibt es für Familien. Das monatliche Kindergeld erhöht sich im Jahre 2017 um gerade mal 2 Euro. Gleiche mickrige Erhöhung ist dann nochmal für das Jahr 2018 vorgesehen.

 ab 01.01.2016ab 01.01.2017ab 01.01.2018
1. Kind190 Euro192 Euro194 Euro
2. Kind190 Euro192 Euro194 Euro
3. Kind196 Euro198 Euro200 Euro
ab dem 4. Kind221 Euro223 Euro225 Euro

Kinderfreibetrag steigt auf 2.394 Euro

Minimal steigt damit auch der Kinderfreibetrag. Er erhöht sich um 36 Euro auf 2.394 Euro pro Kind und Elternteil. Damit soll den Eltern ein Teil des Einkommens steuerfrei belassen werden, um damit das Existenzminimum des Kindes abzusichern.

Der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf bleibt bei 1.320 Euro pro Kind und Elternteil bestehen. Somit wird Eltern pro Kind ein Kinderfreibetrag von insgesamt 7.428 Euro gewährt.

 201620172018
Kinderfreibetrag4.608 Euro4.716 Euro4.788 Euro
Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf 2.640 Euro2.640 Euro2.640 Euro
Summe7.248 Euro7.356 Euro7.428 Euro

Belege einreichen nicht mehr nötig

Kleine Erleichterung ab nächstem Jahr: Belege müssen Sie nicht mehr mitsamt der Steuererklärung ans Finanzamt schicken, um Ihre Ausgaben nachzuweisen. Das ist nur noch durch ausdrückliche Aufforderung nötig. Dies geschieht meist bei außergewöhnlichen Sachverhalten oder sehr hohen Ausgaben.

Wichtig: Die Belege müssen Sie bis zu einem Jahr nach Bestandskraft des Einkommensteuerbescheides aufbewahren.

Gleiches gilt auch für Spendenbeiträge. Zudem gilt hier der so genannte vereinfachte Zuwendungsnachweis. Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht als Nachweis der Ausdruck vom Onlinebanking, Kontoauszug eines Kreditinstituts oder Bareinzahlungsbeleg aus.

Elektronische und authentifizierte Abgabe

Unternehmer und Selbstständige dürfen ab dem Jahr 2018 ihre Steuererklärung nur noch authentifiziert abgeben. Die komprimierte Steuererklärung ist dann nicht mehr möglich.

Damit Sie die Steuererklärung elektronisch authentifiziert abgeben können, wird ein von ELSTER unterstütztes Zertifikat benötigt. Einfacher geht’s jedoch, wenn Sie Ihre Steuererklärung mit  steuer:Web erstellen und abgeben.

Auch für Kleinunternehmer ändert sich etwas: Bisher konnten sie eine formlose Gewinnermittlung abgeben. Damit ist es nun vorbei. Die Anlage EÜR 2017 muss nun ausgefüllt und elektronisch übermittelt werden. Lediglich bei Härtefällen kann das Finanzamt auf Antrag auf die elektronische Übermittlung der Einnahmenüberschussrechnung verzichten.

Kleinbetragsrechnungen unter 250 Euro

Für Rechnungen mit einem Wert unter 250 Euro gibt es eine Vereinfachung: Die umfangreichen Angaben des Umsatzsteuerrechts müssen nicht mehr eingehalten werden. Hier reichen ab 2018 folgende Angaben:

  • vollständige Name mit Anschrift des leistenden Unternehmens
  • Ausstellungsdatum
  • Leistungsbeschreibung
  • Steuersatz

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Grenze für GWGS auf 800 Euro angehoben

Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter wurde von 410 Euro auf 800 Euro angehoben. Bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu diesem Betrag (ohne Umsatzsteuer) können Sie die Kosten in voller Höhe sofort als Betriebsausgaben absetzen. Somit müssen Sie teurere Gegenstände nicht mehr über mehrere Jahre abschreiben

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