Leben heißt Veränderung. Egal ob Heirat, Nachwuchs oder eine Gehaltserhöhung – passen Sie Ihre Steuerklasse doch gleich mit an. Denn ein Steuerklassenwechsel kann Ihnen mehrere tausend Euro bringen.

Einmal im Jahr haben Sie die Wahl: Der Wechsel in eine andere Steuerklasse ist möglich. Doch was bringt das überhaupt? Und wie funktioniert das? Wir haben die Infos für Sie.

Antrag auf Wechsel der Steuerklasse

Sie können Ihre Steuerklassen einmal im Jahr wechseln. Dazu müssen Sie bis spätestens 30. November beim zuständigen Finanzamt einen Antrag stellen. Dieses speichert dann die neuen Steuerklassen in der elektronischen Lohnsteuerkarte.

Der Wechsel an sich gestaltet sich ganz einfach: Sie müssen lediglich ein Formular ausfüllen, unterschreiben und an das Finanzamt senden. Hier können Sie den Antrag auf Wechsel der Steuerklasse herunterladen.

Bekomme ich mit dem Steuerklassenwechsel mehr Geld?

Leider nein. Aber: Sie haben trotzdem jeden Monat mehr Geld zur Verfügung. Wie das geht? Der Wechsel in eine andere Steuerklasse führt zu einem monatlich höheren Nettoeinkommen. Dafür fällt dann die Erstattung bei der Steuererklärung geringer aus. Aber keine Angst: selbst wenn Sie nicht die günstigste Kombination gewählt haben, zahlen Sie letztendlich nicht mehr Steuern. Denn: Endgültig abgerechnet wird erst in der Steuererklärung.

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Wenn Ehepartner wechseln wollen

Sind Sie verheiratet? Dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie und Ihr Ehegatte beide den Antrag zum Wechsel der Steuerklasse unterschreiben. Denn ein Ehepartner benötigt immer die Zustimmung des anderen Ehepartners, um die Steuerklasse zu wechseln. Ansonsten wird die Änderung nicht durchgeführt.

Steuerklassenkombination 4 / 4

Nach der Heirat werden Ehegatten automatisch in die Steuerklassenkombination IV / IV eingeordnet. Wenn Sie und Ihr Partner in etwa gleich verdienen, sollten bei dieser Steuerklassenkombination bleiben. Daneben gibt es auch noch zwei andere Möglichkeiten: entweder die Steuerklassenkombination 3 und 5 zu wählen, oder 4 mit Faktor. Doch welche ist besser?

Steuerklassenkombination 3/5

Die Steuerklasse 3 kann nur von Ehepaaren in Kombination mit der Steuerklasse 5 gewählt werden. Verdient ein Partner deutlich mehr als der andere, sollten Sie über einen Steuerklassenwechsel in diese Kombination nachdenken. Der Besserverdiener bekommt Klasse III mit deutlich geringerer Lohnsteuer, der andere Partner die Steuerklasse V. Hier ist zwar der Abzug höher – insgesamt bleibt jedoch mehr übrig. Hier gilt: Je größer die Differenz der Einkommen, desto größer Ihr Vorteil.

Nachteil der Steuerklassenkombination 3/5: Sie sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Denn erst mit Abgabe der Steuererklärung wird es dem Finanzamt möglich, eventuell zu wenig gezahlte Steuern nachzufordern. Meist wird daher auch eine Steuernachzahlung fällig. Der Wechsel lohnt sich nur dann, wenn der Unterschied zwischen den beiden Einkommen mindestens 40/60 Prozent beträgt.

Steuerklasse 4/ 4 mit Faktor

Wollen Sie eine Nachzahlung vermeiden? Dann sollten Sie und Ihr Ehegatte einen Wechsel in die Kombination IV/IV plus Faktor erwägen. Hier wird jedem von Ihnen so viel Lohnsteuer abgezogen, wie es Ihrem Anteil am Haushaltseinkommen entspricht. Der Arbeitgeber berücksichtigt zudem bei Ihnen beiden die persönlichen Freibeträge: Grundfreibetrag, etwaige Kinderfreibeträge sowie Werbungskosten- und Vorsorgepauschale. Der Besserverdiener bekommt dann im Vergleich zu Klasse III mehr abgezogen, während für den anderen die Belastung sinkt.

Elterngeld: Ein Steuerklassenwechsel lohnt oft!

Vor allem für Lohnersatzleistungen spielt die Steuerklasse eine große Rolle. Denn die Höhe der Zahlungen wird auf Basis des bisherigen Nettoeinkommens ermittelt. Beispielsweise beim Elterngeld: Hier nimmt üblicherweise die Frau mehr Elterngeld-Monate in Anspruch als ihr Mann, hat aber zuvor weniger verdient. Durch einen Wechsel in Klasse III kann sie sich ein höheres Elterngeld sichern. Während das Bundesfamilienministerium diesen Weg zunächst verbauen wollte, sah das Bundessozialgericht darin keinen Rechtsmissbrauch.

Arbeitslosengeld: Wechsel nur mit Genehmigung

Auch bei Arbeitslosigkeit lohnt der Wechsel der Steuerklassen. Weiß das Paar, dass ein Partner arbeitslos wird, kann es einmal pro Jahr die Steuerklasse wechseln. Wird der bisherige Besserverdiener arbeitslos, so ist für ihn bei Arbeitslosigkeit die Steuerklasse 5 ratsam.

Kommt die Arbeitslosigkeit jedoch überraschend, ist dies problematisch: Denn sobald Sie staatliche Leistungen beziehen, ist ein Wechsel der Steuerklassen nur möglich, wenn er von der Arbeitsagentur genehmigt wird –  meist blitzt man daher bei der Arbeitsagentur ab. Diese berechnet dann das Arbeitslosengeld I auf der Basis der Steuerklasse, die zu Beginn des betreffenden Jahres galt.

Steuerklasse nach Scheidung wechseln

Bereits mit Ablauf des Trennungsjahres müssen Sie den Steuerklassenwechsel in die Steuerklasse 1 angehen. Nach Ablauf des Trennungsjahres sind beide Ehegatten gesetzlich verpflichtet, wieder in die Steuerklasse I bzw. II zu wechseln. Sollten Sie dies verpassen kann bei Entdeckung des Finanzamtes eine Nachzahlungsforderung fällig werden.

Sind aus der Ehe Kinder hervorgegangen, kann der alleinerziehende Ehepartner in die Steuerklasse II wechseln.

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Welche Steuerklassen gibt es für Singles und Alleinerziehende?

Singles haben – im Gegensatz zu Verheirateten – eigentlich keine Möglichkeiten, die Steuerklasse zu wechseln. Sie erhalten bei einem Arbeitslohn über 450 Euro im Monat Steuerklasse 1. Aber auch unverheiratete Paare, geschiedene und verwitwete Arbeitnehmer sowie dauerhaft getrennt lebende Ehepartner werden hier eingeteilt.

Liegt Ihr Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 8.820 Euro, müssen Sie keine Einkommensteuer zahlen. In der Steuerklasse 1 können keine Entlastungen für Alleinerziehende oder Kinderfreibeträge geltend gemacht machen.

Für Alleinerziehende mit alleinigem Sorgerecht gibt es jedoch noch eine weitere Möglichkeit: Die Steuerklasse 2. Ein klarer Vorteil dieser Steuerklasse ist, dass, im Gegensatz zur Steuerklasse 1, deutlich weniger Steuern fällig werden. Neben dem Grundfreibetrag von 8.820 Euro und dem Kinderfreibetrag in Höhe von 7.356 Euro erhalten Sie zudem den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1.908 Euro. Für jedes weitere Kind wächst der Freibetrag um zusätzliche 240 Euro. Wichtig: Die Steuerklasse 2 müssen Sie beim Finanzamt beantragen.

Ausführlichere Infos finden Sie in der Hilfe von WISO steuer:Web. 

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