Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer oder auch – Achtung Wortmonster – Altphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuer-Abzug genannt. Klingt komisch, ist aber ganz einfach. Wir erklären dir die Basics.

Was ist die Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer ist eine Verkehrssteuer, die auf alle Konsumausgaben anfällt. Sie wird auf so gut wie jedes Produkt und jede Dienstleistung erhoben, die in Deutschland verkauft wird. Dabei wird sie prozentual vom Kaufpreis berechnet und dann dem Kunden in Rechnung gestellt.

Zudem ist die Umsatzsteuer eine Endverbrauchersteuer: Sie wird zwar vom verkaufenden Unternehmen einbehalten und an das Finanzamt abgeführt, doch letztendlich trägt sie aber der Konsument.

Ohne die Umsatzsteuer sähe der Finanzminister ziemlich alt aus: Denn mit einem Anteil am Gesamtaufkommen von über 30 Prozent ist sie eine der wichtigsten Steuern in Deutschland.

Wer ist umsatzsteuerpflichtig?

Jeder Unternehmer, der selbstständig tätig ist, muss auf die Preise, die er für seine Waren und Leistungen verlangt, grundsätzlich Umsatzsteuer aufschlagen.

Er nimmt die Umsatzsteuer von seinen Kunden ein und leitet sie weiter ans Finanzamt. Im Umkehrschluss erhält er die bei Einkäufen gezahlte Umsatzsteuer (so genannte Vorsteuer) vom Finanzamt zurück erstattet. Bei der Umsatzsteuer handelt es sich für Unternehmen also um einen durchlaufenden Posten.

Ausnahme: Unternehmen, die die Kleinunternehmerregelung anwenden, sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Sie dürfen auf ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und heben daher auch keine Umsatzsteuer ein. Im Gegenzug erhalten sie ihrerseits gezahlte Vorsteuerbeträge aber auch nicht vom Finanzamt rückerstattet.

Welche Steuersätze gibt es?

In Deutschland kommen meist nur zwei Steuersätze zur Anwendung:

  • der Standardsteuersatz in Höhe von 19 Prozent
  • der ermäßigte Steuersatz in Höhe von 7 Prozent

Der ermäßigte Steuersatz hat den Zweck, den Endverbraucher bei bestimmten Umsätzen entlasten. Die Grundversorgung eines jeden sollte erschwinglich bleiben. Daher schuf der Gesetzgeber für Grundnahrungsmittel den ermäßigten Steuersatz. Aber auch Sport, Kultur und öffentlichen Nahverkehr zählten hierbei zum Grundbedarf.

Doch im Laufe der Zeit kamen immer kuriosere Ausnahmen hinzu, so dass es inzwischen an einer klaren und nachvollziehbaren Regelung fehlt. Das System aus Steuervergünstigungen ist unübersichtlicher und widersprüchlicher denn je.

So werden Hundekekse mit dem ermäßigten Steuersatz besteuert, Babynahrung und Medikamente mit 19 Prozent. Auch Gänseleber, Froschschenkel, Wachteleier und Riesengarnelen sind steuerbegünstigt, bei Mineralwasser verlangt der Fiskus jedoch volle 19 Prozent. Obst wird ermäßigt besteuert, Saft aus ebenselben kostet hingegen wieder 19 Prozent.

„Zum hier essen oder mitnehmen“

Jeder kennt wohl diesen Satz. Schuld daran: die Umsatzsteuer. Denn auch beim Fast Food gibt es zwei Steuersätze – je nachdem, wo gegessen wird. Big Mäc, Whopper oder Pommes im Lokal kosten 19 Prozent, im Drive-in nur sieben. Das einzige was gleich bleibt ist der Endpreis für den Kunden.

Entwicklung der Steuersätze

Seit der Einführung der Umsatzsteuer wurde diese –wie im Steuerrecht leider nur allzu üblich- immer wieder erhöht.

 RegelsteuersatzErmäßigter Steuersatz
Januar bis Juni 1968105
Juli 1968 bis Dezember 1977115,5
Januar 1978 bis Juni 1979126
Juli 1979 bis Juni 1983136,5
Juli 1983 bis Dezember 1992147
Januar 1993 bis März 1996157
April 1998 bis Dezember 2006167
Seit Januar 2007197

Die jährliche Umsatzsteuererklärung

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