Beim Abbiegen mal kurz nicht aufgepasst schon ist es passiert: Ein Autounfall am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Na super! Aber zum Glück nur ein Blechschaden. Doch jetzt beginnt die Lauferei: Werkstatt, Versicherung und noch so mancher Gang.

Unfallkosten sind Werbungskosten

Ein kleiner Trost im Chaos: Das Finanzamt greift Ihnen bei den enstandenen Kosten unter die Arme. Denn die Unfallkosten können Sie als Werbungskosten bei Ihrer Steuererklärung ansetzen – zusätzlich zur Entfernungspauschale. Dafür müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen die Kosten tatsächlich selbst gezahlt haben und
  • der Unfall muss auf einer beruflichen Fahrt passiert sein.

Waren Sie privat mit Ihrem PKW unterwegs, können Sie die Kosten somit nicht als Werbungskosten bei der Steuer geltend machen.

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Welche Fahrten sind beruflich?

Wichtigste Voraussetzung für den steuerlichen Abzug als Werbungskosten ist somit, dass der Unfall auf einer beruflichen Fahrt passiert ist. Doch: welche Fahrten fallen eigentlich darunter? Gute Nachricht: eine ganze Menge:

  •  Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
  •  Fahrten zum Kauf von Arbeitsmitteln,
  •  Fahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung,
  •  Fahrten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit (Dienstreise, Einsatzwechseltätigkeit oder Fahrtätigkeit),
  •  Fahrten von und zu beruflichen Fortbildungsveranstaltungen,
  •  Fahrten im Rahmen eines beruflich veranlassten Umzugs,
  •  Fahrten zu Vorstellungsgesprächen,
  •  Umwegfahrten, wenn der Umweg beruflich veranlasst ist (z. B. zur Abholung von Mitgliedern einer Fahrgemeinschaft aus verkehrstechnischen Gründen, Betanken des Fahrzeuges),
  •  in Ausnahmefällen auch Abholfahrten, z. B. bei der Abholung von einer Fortbildungsveranstaltung oder wenn Sie und Ihr Ehepartner für denselben Arbeitgeber oder in naheliegenden Arbeitsstätten tätig sind und Ihr Ehepartner Sie von der Arbeit aufgrund von Überstunden abholt.

Doch es muss sich nicht um eine Fahrt handeln. Denn gleiches gilt für Schäden am parkenden Auto. Sind diese während Ihrer Arbeitszeit passiert, können Sie auch diese Aufwendungen in der Steuererklärung geltend machen.

Wer war schuld am Unfall?

Der Unfall wurde von Ihnen verursacht? Keine Bange: Auch hier können Sie die Ausgaben als Werbungskosten absetzen. Haben Sie hingegen wegen Alkoholgenuss den Unfall verursacht, sind die Kosten nicht absetzbar.

Welche Ausgaben sind absetzbar?

Absetzen können Sie zum Beispiel folgende Ausgaben:

  • Reparaturkosten an Ihrem eigenen oder geliehenen Auto
  • Kosten für den Abschleppdienst
  • Ausgaben für Sachverständigen, Anwalt und Gerichtskosten
  • Unfallnebenkosten (Ausgaben für Taxifahrten, Fahrten zur Werkstatt, zum Rechtsanwalt oder zum Gericht, Telefonkosten, Schriftverkehr, Feuerwehr)
  • Absetzungen für außergewöhnliche Abnutzung, wenn sich die Reparatur des Fahrzeuges nicht mehr lohnt oder die Reparatur nicht im Unfalljahr durchgeführt wird,
  • Kosten für einen Leihwagen
  • Schadenersatz-Zahlungen an den Unfallgegner und an den Eigentümer des von Ihnen geliehenen Fahrzeuges,
  • Ausgaben für die Schadensbeseitigung an eigenen Sachen, soweit diese Gegenstände nicht aus privatem Anlass mitgeführt wurden; abzugsfähig sind insbesondere Reparaturkosten von Arbeitsmitteln; nicht abzugsfähig ist die Schadensbeseitigung an Fotoapparaten und Skiausrüstungen,
  • Selbstbeteiligung bei Vollkasko- und Teilkaskoversicherungen
  • Zinsen für einen Kredit zur Finanzierung der Unfallkosten.

Den in den Folgejahren höheren Versicherungsbeitrag können Sie leider nicht absetzen.

Kinderleicht sind die Eintragungen all Ihrer Kosten in WISO steuer:Web.:

Wie müssen Sie die Kosten nachweisen?

Um die Reparaturkosten bei der Steuererklärung abzusetzen, legen Sie als Nachweis die Rechnung der Autowerkstatt bei. Wenn Sie nur einen kleinen Schaden hatten und diesen selbst repariert haben, so können Sie folgende Kosten absetzen:

  • Ausgaben für Material
  • Kosten für Ersatzteile
  • Fahrten zum Einkauf
  • Lohn für Ihre Helfer

Keinen Platz in der Steuererklärung findet dagegen Ihre eigene Arbeitsleistung. Diese Kosten können Sie nicht ansetzen.

Was ist mit Erstattungen?

Die Kosten wurden Ihnen zum Teil von dritter Seite erstattet? Wie zum Beispiel von Ihrem Arbeitgeber, Unfallgegner oder der Versicherung? Dann mindert dieser Betrag Ihre abziehbaren Kosten aber nur, wenn Sie die Erstattung im Jahr des Unfalls bzw. im Jahr der Zahlung der Unfallkosten erhalten haben. Erhalten Sie die Erstattung erst später, müssen Sie diese als Einnahme versteuern.

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Welche Nachweise verlangt das Finanzamt?

Die Sachbearbeiter im Finanzamt verlangen meist folgende Unterlagen bzw. Angaben von Ihnen:

  • Unfallort und -zeit
  • Polizeilicher Unfallbericht
  • Nachweis der Versicherungsleistungen
  • ggf. Zeugenaussagen
  • Rechnungen über die Höhe der Reparaturkosten

Als Nachweis des Unfallzeitpunktes und Unfallhergangs bieten sich die Vorlage des Unfallberichts der Polizei oder entsprechende Zeugenaussagen an.

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