Dank WISO steuer:Web wissen Sie auf den Cent genau, welche Steuererstattung dieses Jahr für Sie herausspringt. Doch: Der Steuerbescheid sagt was ganz anderes. Was nun? Wir zeigen Ihnen, was Sie jetzt beachten sollten.

Fehler im Steuerbescheid

Zur Beruhigung: Sie sind nicht alleine. Jeder dritte Steuerbescheid ist falsch. Daher sollten Sie hier immer ganz genau hinschauen und nachprüfen – es geht schließlich um bares Geld. Vergleichen Sie daher die Eingaben in Ihrem Steuerprogramm mit dem Bescheid. Haben Sie einen Fehler oder Unstimmigkeiten entdeckt? Scheuen Sie sich nicht – und legen Sie sofort Einspruch beim Finanzamt ein. Ihre Chancen stehen gut: 70 Prozent der eingelegten Einsprüche beim Finanzamt sind erfolgreich!

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Schauen Sie sich den Steuerbescheid ganz genau an

Nobody is perfect! Das gilt auch für das Finanzamt. Selbst in Zeiten der elektronischen Übertragung kann es vorkommen, dass die ein oder andere Eintragung aus der Steuererklärung im Äther verschwindet. Die meisten Fehler passieren hier übrigens bei der Datenübertragung von Daten Dritter. Hierzu zählen vor allem die Nachweise der privaten Krankenversicherung über Ihre gezahlten Beiträge. Daher sollten Sie diese Werte stets mit den eigenen Erklärungen und Bescheiden der Krankenkasse abgleichen. Gleiches gilt auch für die in der Steuererklärung gemachten Angaben zu Werbungskosten und Betriebsausgaben.

Doch auch Zahlendreher, nicht anerkannte Ausgaben oder eine falsch angewandte Rechtsprechung machen den Steuerbescheid fehlerhaft. Daher untersuchen Sie Ihren Steuerbescheid genauestens und tragen Sie alle Unstimmigkeiten zusammen.

So einfach wars noch nie: WISO steuer:Web prüft für Sie den Steuerbescheid! Denn WISO steuer:Web sagt Ihnen, ob Ihr Bescheid korrekt ist und alle Angaben berücksichtigt wurden. Voraussetzung: Sie haben Ihre Steuererklärung mit ELSTER abgegeben und den elektronischen Steuerbescheid beantragt. Wenn Ihr elektronischer Steuerbescheid vorliegt, schickt Ihnen das Finanzamt eine E-Mail. Danach rufen Sie den Bescheid einfach in WISO steuer:Web ab.

Prüfen Sie die Rechtsbehelfsbelehrung

Sollte der Finanzbeamte wissentlich von Ihrer Steuererklärung abgewichen sein, finden Sie Infos dazu in der so genannten Rechtsbehelfsbelehrung. Hier erklärt das Finanzamt genau, welche Punkte es warum geändert hat.

Die Rechtsbehelfsbelehrung steht am Ende des Steuerbescheides und sieht meist wie folgt aus:

Einspruch einlegen: Hauptsache schriftlich

Sie haben den Fehler im Steuerbescheid entdeckt? Teilen Sie dies dem Finanzamt mit: per Einspruch. Dieser muss schriftlich erfolgen. Ob Sie diesen per Post, E-Mail oder Fax einreichen, ist egal. Telefonisch ist dies jedoch nicht möglich. Ein Einspruch ist vollkommen kostenlos, eine Bearbeitungsgebühr oder ähnliches fällt nicht an.

Mündlich kann nur ein Antrag auf schlichte Änderung des Steuerbescheides gestellt werden (empfehlenswert jedoch nur bei leicht erkennbaren Fehlern oder kleineren Missverständnissen).

Ja oder nein – Was sagt die Rechtsprechung?

Das Finanzamt hat Ihnen eine Ausgabe aus der Steuererklärung gestrichen- zu Unrecht, wie Sie meinen? Wenn das Gesetz nicht eindeutig greift, kann dies durchaus vorkommen. Bei einem Einspruch ist es daher von Vorteil, wenn Sie ein bereits gesprochenes Gerichtsurteil angeben können. Gute Erfolgsaussichten versprechen die Angabe von Urteile folgender Gerichte:

  • des Europäischen Gerichtshofes (EuGH)
  • des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG)
  • des Bundesfinanzhofes (BFH)

Aber auch Urteile der deutschen Finanzgerichte (FG) können Sie beim Einspruch angeben. Doch: diese Urteile gelten nicht für jeden Steuerfall, sondern nur für den verhandelten Einzelfall. Versuchen sollten Sie es trotzdem. Denn Ihrem Sacharbeiter im Finanzamt steht es frei, ob er das angebrachte Urteil anwendet oder nicht.

Ausgaben vergessen anzusetzen?

Ein Einspruch ist sogar möglich, wenn Sie selbst einen Fehler gemacht haben. Haben Sie also beispielsweise vergessen, Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen? Dann können Sie dies problemlos im Einspruchsverfahren nachholen. Auch wenn Sie einfach verbummelt haben, absetzbare Belege einzureichen, können die Ausgaben noch nachträglich berücksichtigt werden.

Praktisch! Mit den zahlreichen vorgefertigten Einspruchsschreiben in WISO steuer:Web haben Sie Ihren Einspruch um Nu eingelegt!

Einspruchsfrist: Wie lange kann ich Einspruch einlegen?

Der Einspruch muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Ihres Steuerbescheides beim Finanzamt sein. Maßgeblich bei der Berechnung der Frist ist das Bescheiddatum. Dieses finden Sie auf Ihrem Steuerbescheid auf Seite 1 rechts oben.

Zu diesem Datum zählen Sie nun die so genannte Bekanntgabefiktion von drei Tagen. Der Steuerbescheid gilt erst am dritten Tag nach Aufgabe zur Post als bekannt gegeben. Dazu rechnen Sie nun noch die eigentliche Einspruchsfrist von einem Monat. Endet die Einspruchsfrist an einem Wochenende, können Sie den Einspruch noch am nächsten Werktag beim Finanzamt einreichen.

Beispiel: Ihr Steuerbescheid ist auf den 07. August 2017 datiert. Somit gilt er drei Tage später, also am 10. August, als bekannt gegeben. Die Einspruchsfrist endet grundsätzlich einen Monat später, am 10. September. Da dies ein Sonntag ist, haben Sie Zeit bis zum nächsten Werktag, um Einspruch einzulegen. Ihr Einspruch muss also spätestens am Montag, den 11. September 2017 beim Finanzamt sein.

Nachzahlung trotzdem zahlen

Wichtig! Trotz des Einspruchs müssen Sie die im Bescheid festgesetzte Steuer pünktlich zahlen. Denn erst wenn der Einspruch erfolgreich und die Entscheidung rechtskräftig ist, ändert das Finanzamt die Steuerfestsetzung und setzt den Betrag herab.

Ausnahme: Sie haben Einspruch eingelegt und zugleich einen Antrag auf „Aussetzung der Vollziehung“ erfolgreich gestellt. Dann müssen Sie die Nachzahlung aus der Steuererklärung vorerst nicht an das Finanzamt überweisen. Dies ist jedoch nur bei einer sehr hohen Nachzahlung ratsam. Denn je nach Bearbeitungszeit kann sich dies ein bis zwei Jahre hinziehen.

Müssen Sie am Ende dennoch zahlen, kommen auf die Nachzahlung noch Zinsen oben drauf – und zwar mit einem Zins von 0,5 Prozent pro Monat. Bei langen Rechtsbehelfsverfahren können so mehrere Jahre Zinslauf den Steuerbetrag massiv erhöhen.

Was ist möglich, wenn Sie die Einspruchsfrist verpasst haben?

Leider läuft nicht immer alles nach Plan – und schnell ist eine Frist verpasst. Doch – was dann? Haben Sie die Frist unverschuldet verpasst, etwa weil Sie plötzlich erkrankt sind, kann das Finanzamt eine Ausnahme machen. Auf Antrag wird Ihnen dann die so genannte „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ gewährt. Folge: Die Einspruchsfrist beginnt einfach wieder erneut zu laufen.

Lag der verspätete Einspruch hingegen bei Ihnen, haben Sie meist schlechte Karten. Bei bestandskräftigen Bescheide kann eine Änderung nur unter engen Voraussetzungen erfolgen. Rechen-, Schreib- und Übertragungsfehler können jederzeit korrigiert werden, rechtliche Fehler hingegen meist nicht mehr.

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Rechtlich unklar? Steuerbescheid offen halten

Ist ein bestimmter Punkt Ihres Steuerbescheides rechtlich unklar, weil parallel ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig ist? Beantragen Sie schriftlich „Ruhe des Verfahrens“ und weisen Sie unter Angabe des Aktenzeichens auf das laufende Verfahren hin. So bleibt Ihr Steuerbescheid offen, bis die Entscheidung des Bundesfinanzhofs gefallen ist. Sobald die Entscheidung gefallen ist, wird ihnen dies vom Finanzamt mitgeteilt. Auf dieser nun gültigen Rechtsgrundlage wird berechnet, wie viel Steuern Sie nun zahlen müssen oder erstattet bekommen.

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