Pflege – seit ein paar Monaten DAS Diskussionsthema im öffentlichen Fernsehen. Aber auch im normale Leben gewinnt das Thema mit zunehmendem Alter immer mehr an Bedeutung.

Wohin mit Oma, wenn Sie pflegebedürftig wird. Pflegen wir sie zu Hause oder wird sie im Heim leben? Und wie viel kostet das? Fragen über Fragen. Wenigstens das Steuerrecht gibt hier klare Antworten.

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Was sind eigentlich Pflegekosten?

Hierbei handelt es sich um Ausgaben, die Ihnen für die persönliche Pflege einer Ihnen nahestehenden, dauernd hilflosen Person (Angehörige oder Lebensgefährte) in deren oder in Ihrer Wohnung entstehen.

Diese Kosten können Sie in Ihrer Steuererklärung auf zwei Wegen geltend machen:

  • als besondere außergewöhnliche Belastung in Form eines Pflegepauschbetrages oder
  • als allgemeine außergewöhnliche Belastung durch den Abzug der tatsächlich entstandenen Kosten.

Pflegepauschbetrag: 924 Euro im Jahr

Der Staat unterstützt Sie bei der Steuer mit dem Pflegepauschbetrag. Dieser beträgt pro Jahr 924 Euro. Er wird aber nur gewährt, wenn die Pflege unentgeltlich erfolgt, Sie dafür also keine Bezahlung erhalten haben.

Falls der Pflegebedürftige das Pflegegeld an die betreuende Person weitergibt, gilt Folgendes:

Verwaltet die pflegende Person das Pflegegeld lediglich treuhänderisch für den Pflegebedürftigen und verwendet sie es ausschließlich für Ausgaben des Pflegebedürftigen, ist die Pflege unentgeltlich. Andernfalls liegt eine entgeltliche Pflege vor.

Abzug der tatsächlichen Pflegekosten

Der Ansatz der tatsächlichen Kosten kommt insbesondere dann in Betracht, wenn die gepflegte Person zwar pflegebedürftig, aber nicht hilflos ist oder die Pflege nicht zu Hause erfolgt, sondern in einem Pflegeheim.

Wann ist eine Person pflegebedürftig?

Unter folgenden Voraussetzungen ist eine Person pflegebedürftig:

  • bei der zu pflegenden Person liegt die Pflegestufe I, II oder III vor
  • für die zu pflegende Person wurde eine dauerhaft erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt (z.B. im Fall von Demenz)
  • ein nach § 89 SGB XI anerkannter Pflegedienst wird mit der Pflege beauftragt
  • bei einer Heimunterbringung sind pflegebedingte Kosten entstanden und der Träger des Heimes hat den Pflegesatz für die inoffizielle Pflegestufe 0 mit dem Sozialversicherungsträger ausgehandelt
  • zudem muss die andere Person, für die Sie Pflegekosten übernehmen, bedürftig sein (bestimmte Obergrenzen bei Einkommen und Vermögen dürfen nicht überschritten sein)

Wie weisen Sie die Pflegebedürftigkeit nach?

Bei einer festgestellten Pflegestufe oder einer dauerhaft erheblichen Einschränkung können Sie die Pflegebedürftigkeit für die Steuererklärung durch den Schwerbehindertenausweis (Merkmal Bl oder H) oder eine Bescheinigung der Pflegekasse bzw. des Medizinischen Dienstes nachweisen.

In den allen anderen o.g. aufgeführten Fällen durch eine Rechnung des Pflegedienstes bzw. Heimträgers.

Wie weisen Sie die Pflegekosten nach?

Die tatsächlich entstandenen Kosten müssen Sie bei der Steuererklärung dem Finanzamt nachweisen. Dies können Sie wie folgt:

  • bei einer Beschäftigung einer ambulanten Pflegekraft z.B. durch einen Arbeitsvertrag
  • bei der Unterbringung in der Pflegestation eines Altenheims oder in einem Pflegeheim durch eine Rechnung, in der die Pflegeleistungen gesondert von den Unterbringungs- und Verpflegungskosten ausgewiesen werden
  • bei der Inanspruchnahme eines Pflegedienstes durch eine Rechnung, in der die Pflegeleistungen ausgewiesen werden
  • bei Besuchsfahrten zu einem in einem Pflegeheim untergebrachten Angehörigen oder zur krankheitsbedingten Betreuung eines Angehörigen z.B. durch Vorlage von Fahrkarten und Tankquittungen

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Heimunterbringung

Die Entscheidung für eine Unterbringung in einem Heim ist gefallen. Ob nun pflege-, krankheits- oder altersbedingt spielt für Sie oder Ihren Angehörigen vielleicht keine Rolle – für den Gesetzgeber aber schon.

Ist die Heimunterbringung jedoch „nur“ altersbedingt veranlasst, ist zu unterscheiden. Die Kosten für Ihre eigene Heimunterbringung können Sie nur im Rahmen einer Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigen. Bei der altersbedingten Heimunterbringung handelt es sich um Unterstützungsleistungen Bedürftiger.

Kürzungen bei den Heimunterbringungskosten

Zuschüsse und Kostenerstattungen von Dritten mindern Ihre absetzbaren Heimunterbringungskosten. Zudem wird die Ersparnis aus der Auflösung des eigenen Haushaltes. Abgezogen. Diese Haushaltsersparnis beträgt:

JahrPro JahrPro MonatPro Tag
20189.000,00 €750,00 €25,00 €
20178.820,00 €735,00 €24.50 €
20168.652,00 €721,00 €24,03 €

Betreutes Wohnen

Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für Betreutes Wohnen in einem Seniorenheim. Dort unterhalten Sie einen eigenen Haushalt mit Kochgelegenheit. Doch die Verträge der Heimbetreiber sehen meist vor, dass der Bewohner verpflichtend für Mittagsmenüs im hauseigenen Restaurant bezahlen muss.

Hier war lange Zeit strittig, ob die Zubereitung von Mahlzeiten und das Servieren der Mahlzeiten im Speisesaal eines Seniorenheimes steuerlich begünstigt sind. Nun gilt: Menüs senken die Steuer, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung.

Die Kosten werden als Steuerermäßigung in Höhe von 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen, maximal 4.000 Euro im Jahr.

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