Abzug des häusliches Arbeitszimmers

Wann mindert es die Steuer?


Die Kosten für ein Arbeitszimmer können Sie von der Steuer absetzen. Vorausgesetzt, für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit steht Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Dann sind bis zu 1.250 Euro abziehbar.

Was ist „ein anderer Arbeitsplatz“?

Haben Sie jedoch – neben ihrem Arbeitszimmer- noch einen Arbeitsplatz, der zur Erledigung von büromäßigen Arbeiten geeignet? Wenn dieser entsprechend büromäßig eingerichtet ist, gilt das als „anderer Arbeitsplatz“. Folge: Die Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer können Sie dann nicht absetzen.

Raum muss auch genutzt werden können

Seit kurzem betont der Bundesfinanzhof eine weitere Bedingung: Der “andere Arbeitsplatz” muss für die betriebliche oder berufliche Betätigung zur Verfügung stehen – und tatsächlich auch genutzt werden können. Falls Sie den “anderen Arbeitsplatz” im Betrieb nicht im erforderlichen Umfang nutzen können, können Sie die Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer bis zu 1.250 Euro absetzen.

Lärm und Enge

Aber es gibt noch weitere Gründe: Werden die zulässigen Grenzwerte für Lärm am „anderen Arbeitsplatz“ überschritten, können Sie auch wieder die Kosten absetzen. Gleiches gilt, wenn das Zimmer nicht den Vorschriften der Arbeitsstätten-Verordnung entspricht.

Ein Dienstzimmer ist zum Beispiel ungeeignet, wenn die Gesundheit wegen der Beeinträchtigung bedroht ist. Zum Beispiel dann, wenn der Raum nicht den arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen hinsichtlich seiner Beschaffenheit – Größe und Lärmbelästigung- entspricht (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 4/14).

Der Fall

Eine Richterin konnte das Dienstzimmer im Gerichtsgebäude nicht nutzen. Grund: Erheblicher Lärm durch eine Bahntrasse. Auch entsprach der Raum wegen seiner geringen Größe nicht den Vorgaben der Arbeitsstätten-Verordnung. Deshalb war sie gezwungen, einen Raum zu Hause zu nutzen. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Kosten ab. Der “andere Arbeitsplatz” stehe auch dann zur Verfügung, wenn er nicht ruhig sei und die Person sich durch die Arbeitsbedingungen gestört fühle.

Der BFH jedoch hatte bereits vor einem Jahr anders entschieden: Ein “anderer Arbeitsplatz” steht dann nicht zur Verfügung, wenn er wegen Baumängeln sanierungsbedürftig ist  und deswegen eine Gesundheitsgefährdung besteht. Dann können die Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer bis zu 1.250 Euro bei der Steuer abgesetzt werden.

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