Altersentlastungsbetrag

Altersentlastungsbetrag

Auch bei Kapitaleinkünften?


Alterseinkünfte werden unterschiedlich besteuert: Leibrenten sind mit dem Ertragsanteil oder dem Besteuerungsanteil steuerpflichtig. Versorgungsbezüge werden durch den Versorgungsfreibetrag begünstigt. Für andere Alterseinkünfte gibt es nach dem 64. Lebensjahr den Altersentlastungsbetrag.

Höhe des Altersentlastungsbetrags

Im Jahr nach der Vollendung des 64. Lebensjahres wird der maßgebende Prozentsatz und Höchstbetrag für den Altersentlastungsbetrag einmal festgestellt und dann zeitlebens festgeschrieben:

Beispiel: Wurden Sie im Jahre 2014 64 Jahre alt (geboren von 1950 bis 1951), haben Sie ab 2015 zeitlebens einen Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag von 24 Prozent, höchstens 1.140 Euro.

Begünstigt sind zum einen Arbeitslohn und zum anderen die positive „Summe der Einkünfte“ außer Leibrenten und Versorgungsbezügen, also Mieteinkünfte sowie voll steuerpflichtige Riester-Renten und Betriebs-Renten.

Keine Begünstigung bei Abgeltungsteuer

Nun hat das Finanzgericht München bestätigt, dass Kapitalerträge nicht durch den Altersentlastungsbetrag begünstigt sind, wenn diese der Abgeltungsteuer unterliegen. Denn solche Kapitalerträge sind nicht in der „Summe der Einkünfte“ enthalten, die für die Berechnung des Altersentlastungsbetrages maßgebend ist.

Im Gesetz ist ausdrücklich geregelt: „Soweit Vorschriften des EStG an den Begriff ‚Einkünfte‘ anknüpfen, sind Kapitalerträge nicht einzubeziehen“ (Aktenzeichen 8 K 2051/12).

Wie Sie eine Vergünstigung erhalten

Gleichwohl gibt es eine Möglichkeit, den Altersentlastungsbetrag für Kapitaleinkünfte zu erhalten: Sie beantragen die Günstigerprüfung. Hierzu geben Sie sämtliche Kapitalerträge in der Steuererklärung an, wo diese dann – wie die anderen Einkünfte – mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden und die einbehaltene Abgeltungsteuer auf die Steuerschuld angerechnet wird.

In diesem Fall werden die Kapitaleinkünfte in die „Summe der Einkünfte“ einbezogen, und davon wird dann der Altersentlastungsbetrag berechnet und abgezogen. Kreuzen Sie hierzu in der Anlage KAP in Zeile 4 die „Günstigerprüfung“ an. Sollte diese Veranlagung zum individuellen Steuersatz nicht günstiger sein, ist das Finanzamt großzügig: Dann gilt der Antrag als nicht gestellt.

Hinweis

Der Altersentlastungsbetrag wird aufgrund Ihres Geburtsdatums vom Finanzamt in der Einkommensteuerveranlagung von Amts wegen gewährt. Sie brauchen ihn also nicht in der Steuererklärung zu beantragen.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Walter Oestreich

    Guten Tag Frau Baumiller
    Ich benutze seit vielen Jahren die Steuersoftware von Buhl, Alles soweit gut. Aber in diesem Jahr hat das Finanzamt entgegen der „Buhlschen“ Berechnung die Altersentlastung meiner Frau von 1900 auf Kapitaleinkünfte gestrichen. Wir haben ein steuerliches Gemeinschaftskonto mit Vollmacht für meine Frau, aber ich bin der Kontoinhaber und die Kap.-Einkünfte laufen auf meinen. In allen Jahren zuvor wurde 50%/50% aufgeteilt und die Altersentlastung gewährt. In 2016 nicht mehr. Ich habe Einspruch eingelegt, der aber abgelehnt wurde. Wer hat recht? Was tun?
    Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen
    Walter Oestreich

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