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Altersentlastungsbetrag

Auch bei KapitaleinkĂŒnften?


Angst vor dem Alter? Nicht im Steuerrecht! Denn hier wartet ein besonderer Vorteil auf Sie: der Altersentlastungsbetrag. Alle ab 64 Jahren, die positive EinkĂŒnfte erzielen, können sich ĂŒber diesen Steuerbonus freuen. Was genau der Altersentlastungsbetrag ist und wieso Sie damit am Ende mehr Geld auf dem Konto haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kurz & Knapp

  • Der Altersentlastungsbetrag ist ein Freibetrag fĂŒr alle ab 64 Jahren.
  • EinkĂŒnfte (außer Leibrenten und VersorgungsbezĂŒge) bleiben bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei.
  • Die Höhe des Altersentlastungsbetrags hĂ€ngt von Ihrem Geburtsjahr und der Höhe Ihrer EinkĂŒnfte ab.

Was ist der Altersentlastungsbetrag?

Nicht selten verdienen sich Menschen auch nach dem 64. Lebensjahr noch etwas Geld zur Rente dazu. Ob nun ein Nebenjob, Vermietung von Immobilien, KapitalertrĂ€ge oder eine selbststĂ€ndige TĂ€tigkeit — all das fĂŒhrt zu steuerpflichtigen EinkĂŒnften. Ab dem 64. Lebensjahr wird fĂŒr Sie der Altersentlastungsbetrag festgesetzt. Das ist ein Freibetrag, bis zu dem Ihre EinkĂŒnfte steuerfrei bleiben. Dieser Freibetrag wird von Ihrem Gesamtbetrag der EinkĂŒnfte abgezogen, sodass nur noch auf den reduzierten Teil Steuern erhoben werden.

Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen: Leibrenten und sonstige VersorgungsbezĂŒge sind von diesem Freibetrag ausgenommen. Wer seine EinkĂŒnfte also nur aus Rente oder Pension bezieht, profitiert nicht vom Altersentlastungsbetrag. Voll besteuerte Renten wie Riester- oder Betriebsrenten fließen jedoch in die Berechnung des Freibetrags ein.

Muss ich den Altersentlastungsbetrag beantragen?

Den Altersentlastungsbetrag mĂŒssen Sie nicht beantragen. Sobald Sie Anspruch auf den Freibetrag haben, berĂŒcksichtigt das Finanzamt ihn automatisch. Sie mĂŒssen auch die Höhe weder selbst ausrechnen, noch den Freibetrag in Ihre SteuererklĂ€rung eintragen. Auch das ĂŒbernimmt das Finanzamt fĂŒr Sie.

Wie hoch ist der Altersentlastungsbetrag?

Die Höhe des Altersentlastungsbetrages richtet sich nach dem Kalenderjahr, nachdem Sie das 64. Lebensjahr vollendet haben, und der Höhe Ihrer begĂŒnstigten EinkĂŒnfte. Je nachdem, wann Sie das 64. Lebensjahr beenden, wird fĂŒr Sie der entsprechende Prozentsatz festgelegt, der dann Ihr ganzes Leben lang unverĂ€ndert bleibt. Allerdings gibt es auch hier einen Höchstbetrag. Folgende Tabelle zeigt die jeweiligen ProzentsĂ€tze und HöchstbetrĂ€ge:

Kalenderjahr nach der Vollendung des 64. LebensjahresAnteil Ihrer EinkĂŒnfte (in Prozent)Höchstbetrag
(in Euro)
200540,001.900
200638,41.824
200736,81.748
200835,21.672
200933,61.596
201032,01.520
201130,41.444
201228,81.368
201327,21.292
201425,61.216
201524,01.140
201622,41.064
201720,8988
201819,2912
201917,6836
202016,0760
202115,2722
202214,4684
202313,6646
202412,8608
202512,0570
202611,2532
202710,4494
20289,6456
20298,8418
20308,0380
20317,2342
20326,4304
20335,6266
20344,8228
20354,0190
20363,2152
20372,4114
20381,676
20390,838
20400,00

Kalenderjahr nach Vollendung des 64. Lebensjahres — was bedeutet das?

Sie erhalten den Altersentlastungsbetrag leider nicht ab dem Tag, an dem Sie Ihren 64. Geburtstag feiern. Erst im darauffolgenden Kalenderjahr berĂŒcksichtigt das Finanzamt den Freibetrag. Wichtig dabei ist, dass tatsĂ€chlich nicht Ihr Geburtstag zĂ€hlt, sondern der Tag davor — also der letzte Tag Ihres 64. Lebensjahres.

Das klingt zunĂ€chst merkwĂŒrdig, folgendes Beispiel zeigt aber den Unterschied:

Stefanie wird am 01.01.2021 64 Jahre alt. Der letzte Tag ihres 64. Lebensjahres ist der 31.12.2020. Das darauffolgende Jahr ist entsprechend 2021 und dann hat sie auch Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag.

Stefan wird hingegen am 02.01.2021 64 Jahre alt. Der letzte Tag seines 64. Lebensjahres liegt am 01.01.2021. Das darauffolgende Kalenderjahr, indem ihm der Freibetrag das erste Mal angerechnet wird, ist folglich 2022. Er muss also noch fast ein Jahr warten, bis er vom Freibetrag profitiert.

Wie genau wird der Freibetrag berechnet?

Die Berechnung Ihres Altersentlastungsbetrages erfolgt in mehreren Schritten.

  1. ZunĂ€chst wird Ihr Bruttolohn ermittelt. Darunter fĂ€llt das, was Sie in einem Jahr aus nicht selbststĂ€ndiger Arbeit verdient haben. Sind Sie kein Arbeitnehmer, entfĂ€llt dieser Schritt fĂŒr Sie.
  2. Im nĂ€chsten Schritt werden Ihre positiven EinkĂŒnfte addiert. Dazu zĂ€hlen beispielsweise Mieteinnahmen, EinkĂŒnfte aus selbststĂ€ndiger Arbeit etc. Es geht hier jedoch um die reinen Gewinne, also nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben.
  3. Diese Summe wird mit Ihrem individuellen Prozentsatz verrechnet.
  4. Abschließend wird geprĂŒft, ob das Ergebnis den Höchstbetrag ĂŒbersteigt. Falls ja, erhalten Sie den Altersentlastungsbetrag  nur in Höhe des Höchstbetrages.

Beispiel:

Stefanie erhĂ€lt ab dem Jahr 2020 den Altersentlastungsbetrag. Ihr Prozentsatz liegt bei 16 Prozent, der Höchstbetrag bei 760 Euro. In Ihrem Teilzeitjob verdient Sie im Jahr 2020 20.000 Euro brutto und hat positive MieteinkĂŒnfte (abzĂŒglich Werbungskosten) von 7.500 Euro.

Der Gesamtbetrag ihrer positiven EinkĂŒnfte (Bruttolohn + MieteinkĂŒnfte) liegt bei 27.500 Euro.

Da sie erst seit 2020 den Freibetrag erhÀlt, liegt der Prozentsatz bei 16 Prozent. Daraus berechnet sich:

27.500 x 16 Prozent = 4.400 Euro

Der Betrag ĂŒbersteigt jedoch den Höchstbetrag von 760 Euro. Von Stefanies GesamteinkĂŒnften zieht das Finanzamt fĂŒr die Berechnung der Steuer also nur 760 Euro ab.

Info Icon GrafikDer Altersentlastungsbetrag ist personengebunden. Sie können ihn also nicht auf andere Personen wie beispielsweise Ihren Ehepartner ĂŒbertragen. Auch wenn Sie mit Ihrem Ehepartner zusammenveranlagt werden, wird der Altersentlastungsbetrag fĂŒr jeden Partner gesondert ermittelt. Eine automatische BerĂŒcksichtigung des doppelten Entlastungsbetrags, wie etwa bei der Sonderausgabenpauschale, gibt es nicht.

Altersentlastungsbetrag wird stufenweise abgebaut

Je jĂŒnger Sie sind, desto niedriger ist Ihr Altersentlastungsbetrag. Denn der Entlastungsbetrag wird stufenweise abgebaut – und zwar jĂ€hrlich um 1,6 Prozent (2005-2019) bzw. 0,8 Prozent (2020-2040). FĂŒr die JahrgĂ€nge ab 1975, die ab 2040 Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag hĂ€tten, entfĂ€llt er dann vollstĂ€ndig.

Altersentlastungsbetrag und KapitalertrÀge

Gewinne aus KapitalertrĂ€gen wie etwa Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer. Diese betrĂ€gt 25 Prozent Ihres Gewinns. Sobald Ihre KapitalertrĂ€ge der Abgeltungsteuer unterliegen, werden sie beim Altersentlastungsbetrag nicht berĂŒcksichtigt (FG MĂŒnchen, Urteil vom 6.6.2014, 8 K 2051/12).

Anders sieht es jedoch aus, wenn Sie eine GĂŒnstigerprĂŒfung beantragen und diese ergibt, dass Ihr persönlicher Steuersatz vorteilhafter fĂŒr Sie ist. Das ist der Fall, wenn er unter 25 Prozent liegt. FĂŒr Ihre KapitalertrĂ€ge gilt dann Ihr persönlicher Steuersatz — und fließen in die Berechnung des Altersentlastungsbetrages mit ein.

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Quelle: BMF

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3 Kommentare

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  1. 1
    Klaus Timme

    Meine Frau und ich sind seit 01.04.1999 ( beide Jahrgang 1939 ) in Rente. Wir hatten bisher Anspruch auf den “Altersentlastungsbeitrag” kurz AEB genannt. Bei der Steuerfestsetzung 2020 wurde dieser aber nicht berĂŒcksichtigt. Das Finanzamt setzt diesen AEB auto-matisch fest, aber diesmal nicht. EntfĂ€llt dieser AEB bei uns zukĂŒnftig? Danke im Voraus
    Klaus Timme

  2. 2
    Stoff Artur

    Als allgemeine Anregung; Was passiert hinsichtlich der Berechnung des AEBetrages, wenn z.b. MieteinkĂŒnfte M i n u s 1000 E und Pachteinnahmen
    P l u s 400 €. Warum s a l d i e r t das FA die beiden Summen, so dass sozu-
    sagen die Positiv-Einnahmen aus Verpachtung “untergehen”?? Eigentliche
    mĂŒssten doch die 400 € als eigenstĂ€ndige Positiv-Einnahmen gelten oder?
    Danke!

    • 3
      Alexander MĂŒller

      Hallo Herr Stoff,
      Danke fĂŒr Ihre Frage. Der Gesetzeswortlaut, §24a EStG, spricht von der “positiven Summe der EinkĂŒnfte, die nicht solche aus nichtselbstĂ€ndiger Arbeit sind”. Das heißt, dass diese ĂŒbrigen EinkĂŒnfte zusammengerechnet werden. In Ihrem Beispiel zĂ€hlen Miete und Pacht sogar noch zu einer einzigen Einkuntsart, die sogar noch vorher im sogenannten horizontalen Verlustausgleich miteinander verrechnet werden. Erst dann “marschieren” sie weiter in die Berechnung des Altersentlastungsbetrags.
      Viele GrĂŒĂŸe,
      Alex von steuernsparen.de

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